"Alles Ändert Sich"
von Vagabond & Nyx
Notes: Das hier stellt die erste ‘Schreibübung’
von Nyx und Vagabond dar, und war ursprünglich nur als Probestück
gedacht. Da sich Stories jedoch bekanntermaßen gerne verselbständigen,
ist am Ende doch ein ganzes Fic dabei herausgekommen. Das wollten wir euch
natürlich nicht vorenthalten! ;-)
Aragorn wurde von Nyx geschrieben, Haldir von Vagabond.
- Haldir -
Er ist älter geworden… und doch habe ich ihn im ersten Augenblick erkannt. Wie könnte ich ihn auch je vergessen. Diesen Menschen, mit Augen so blau und tief wie der ferne Ozean. Es waren diese Augen, die mich gefangen nahmen, mich in ihren Bann schlugen, als er vor vielen Jahren zum ersten Mal Lothlorien betrat; obwohl er es doch hätte sein müssen, der in diesen Wäldern einem Zauber erlag...
Nun ist er zurückgekehrt, und mein Herz schmerzte vor
lauter Freude, als es seine Stimme hörte, die der Wind leise wispernd
zu mir trug.
Doch ich weiß, er ist nicht wegen mir gekommen. Ist nicht zu mir ‚zurück’
gekommen... Etwas anderes bewegt seine Seele... etwas dunkles... etwas, das
uns allen Verderben bringen kann.
Vorsichtig führe ich ihn an meiner Hand, seine durchdringenden
Augen verborgen hinter schwarzem Tuch, wie es meine Herrin befohlen hat.
Ich sehe, wie meine Brüder Aragorns Gefährten zum Herzen Lothloriens
geleiten, und bleibe absichtlich ein wenig mit ihm zurück. Weiß
er, wie sehr ich ihn vermisst habe?
Meine Finger streichen zärtlich über seine, und ich bleibe stehen.
Ich muß es wissen. Muß wissen, ob sein Herz immer noch dasselbe
fühlt...
„Aragorn...„ flüstere ich leise, die Trauer in meiner Stimme nur mühsam unterdrückt. „All die Jahre habe ich auf dich gewartet. Sage mir, hat dich der Glanz des Abendsterns denn wirklich all die Wunder Lothloriens vergessen lassen?„
- Aragorn -
Seine Stimme hat sich kein bisschen verändert. Nur dieses leichte Zittern, kaum wahrzunehmen für ein ungeübtes Ohr. Bin ich etwa der Grund dafür? Ich höre, wie er meinen Namen sagt, fühle, wie er dicht neben mir steht und wie sein Körper den meinen berührt, ich rieche den unverwechselbaren Duft von Blüten und Blättern, der allen Elben Loriens anzuhaften scheint, doch nur an Haldir gar so süß und verführerisch ist.
Mit einem Male fühle ich mich in die Vergangenheit zurückversetzt, als wäre es gestern gewesen, dass ich Lothlorien zum ersten Mal betreten hätte. Als hätte ich gestern erst zum ersten Mal diese Lippen geschmeckt und als wäre ich gestern erst mit meiner Hand durch die seidig glatten Haare gefahren. Als hätte ich gestern erst Abschied genommen, um meinen Weg fortzusetzen.
Mein Körper reagiert wie der eines Jägers; jeder Muskel in mir spannt sich an, mein Atem beschleunigt sich ein wenig, ich kann den erhöhten Puls fühlen, ich hebe den Kopf ruckartig an, als könnte ich dadurch besser sehen, hören, riechen. Die anderen sind weitergegangen, ich kann es mit jeder Faser meines Körpers fühlen, daß ich mit ihm allein bin. Allein, nach all der Zeit.
Meine Stimme klingt heiser, als ich mich endlich an die Sprache der Elben erinnern kann, die mir doch so vertraut ist wie die der Menschen: "Jeder Glanz verblasst neben den Wundern Lothloriens."
Ich senke meinen Kopf, als müsste mein Blick dem seinen ausweichen, dabei kann ich ihn durch die Augenbinde nicht einmal sehen. Und trotzdem fühle ich seinen forschenden Blick auf mir ruhen. Ein Gedanke sucht sich hartnäckig den Weg durch mein Gehirn, bis ich ihn erfasst habe.
*Gewartet*
Was ist es, was ich fühle? Triumph? Freude? Verlangen? Ich weiß es nicht, und doch zwinge ich mich, etwas zu sagen, denn er schweigt beharrlich, und lässt mich im Ungewissen hier stehen.
"Du hättest nicht warten sollen, Haldir o Lorien. Niemals sagte ich, dass ich zurückkommen werde. Zurück zu dir."
- Haldir -
So grausam, seine Worte. Und gesprochen ohne jede Reue, ohne jedes Bedauern. Gesprochen mit derselben Gelassenheit, mit der er mir einst sagte, daß er fortgehen würde. Zurück nach Imladris, zurück zum Hause Elronds, und zu dessen Tochter...
Fassungslos starre ich ihn an, und strafe seine Worte Lügen.
„Dein Mund mag die Worte nicht gesprochen haben, Aragorn, aber deine Augen gaben mir tausend Versprechen, und ich weiß, dein Herz wollte ebenso fest an sie glauben wie das meine.„ erwidere ich, und klammere mich an die Zuversicht meiner eigenen Stimme.
Mein Herz schlägt schneller, als mein Blick sein Gesicht liebkost, in der Vertrautheit der Züge nach Antworten suchend. Und auf einmal weiß ich, was mir Gewissheit bringen wird.
Beinahe verlässt mich der Mut, doch dann gleiten meine
Finger entschlossen zu dem schwarzen Tuch, um es zu lösen.
Der seidene Stoff scheint meinen Händen förmlich entgegenzufließen,
und im selben Moment brennt Aragorns Blick auf mir.
Tiefblaue Augen... und erneut ertrinke ich...
- Aragorn -
Noch bevor ich irgendetwas auf seine Worte oder seine Berührungen erwidern kann, lichtet sich die Dunkelheit, als er meine Augen von dem schwarzen Tuch erlöst, das mir die Sicht genommen hat. Seine Augen halten meinen Blick fest. Die grauen Augen noch immer so klar und zu jeder Konfrontation bereit, starren mich an... verärgert und hoffnungsvoll zugleich.
Wie lange ist es her, dass er mir so nahe war?
Ich zwinge mich dazu, seinem Blick standzuhalten, obwohl
es schwer ist. So schwer, hier ruhig zu stehen und ihn anzusehen, regungslos
verharren, obwohl ich lieber ganz andere Dinge mit ihm tun würde. Doch
nein, es ist unmöglich. Ich ging damals fort von hier. Fort von ihm.
Mit meinem Abschied wurde der Zauber der Gefühle gelöst, nicht jedoch
das Verlangen und die Lust, die sein Körper noch immer in mir weckt.
Und nun... ich bin ein Anderer geworden. Und andere Verpflichtungen führten
mich nach Lothlorien.
Ich gönne mir noch einen Augenblick, in dem ich ihn ansehe und mich an der Erinnerung erfreue, die wir beide besitzen. Ich spüre, wie meine Wangenknochen sich unter der Haut bewegen, als ich die Lippen fest zusammenpresse, um nichts Unüberlegtes zu sagen. Wie sich meine rechte Hand um den Schwertgriff legt, als könnte mir diese Waffe hier und jetzt Sicherheit bringen... das hier muss ein Ende haben, sofort. Keine Sekunde länger kann ich mehr dem Elben vor mir standhalten, ohne daß mein Widerstand nicht brechen würde. Ich spüre, wie die Fassade langsam zu bröckeln beginnt.
Ich senke meinen Blick, gönne mir einen Augenblick der Ruhe von diesem perfekten Geschöpf Mittelerdes. Ich atme tief ein, ehe ich noch einmal alle meine Kräfte sammle und mich selbst zwinge, ihm ruhig und gelassen in die Augen zu sehen, mein Blick so kalt wie die Klinge meines Schwertes.
"Mein Mund sagte das, was ich gemeint habe. Nenn mich nicht einen Lügner, Haldir o Lorien. Und in meinen Augen hast du das gelesen, was du sehen wolltest. Die Zeiten ändern sich. Und nun, lass uns das hier beenden und gehen. Wichtigeres als das hier führt mich nach Lothlorien."
Ich will mich abwenden von ihm und an ihm vorbeigehen, in
die Richtung, die die anderen eingeschlagen haben. Ich sehe seinen Blick und
kann ihn nicht mehr ertragen. Es schmerzt zu sehr, das Wissen, ihn verletzt
zu haben.
Nichts, Haldir, nichts lag mir jemals ferner als das hier. Und doch. Es ist
nicht meine Entscheidung und nicht meine Schuld. Du solltest mich nicht so
vertraut behandeln.
- Haldir -
Wie kann er das Verlangen leugnen, das doch so klar in ihm brennt? *Ich* bin in seinen Augen! *Ich* bin es, der in seinem Herzen wohnt. Bin seine Sehnsucht, all sein Begehr... ist es nicht so?
Ist es nicht so, Aragorn?
Wie kannst du es wagen, dich von mir zu wenden? Meine Liebe zu verschmähen?
Empört, doch beinahe widerwillig greife ich nach ihm,
und gnadenlos legt die Wut in mir meine Liebe in Ketten.
Zu lange habe ich auf ihn gewartet, zu lange hat *er* mich warten lassen.
Du kommst spät, mein Freund. Doch noch ist es nicht zu spät.
Ein Wort von dir genügt. Eine zärtliche Geste...
Fest ziehe ich ihn zu mir heran, grabe meine Finger in sein Haar. Ich koste seine Lippen, schmecke seine Ablehnung, doch Liebe überwindet alle Hindernisse.
„Nichts hat sich geändert, Aragorn.„ flüstere ich, während meine Hände versuchen ihm zu zeigen, was meine Worte nicht können. Das dies hier nie enden kann. Nicht für mich.
- Aragorn -
Ich spüre seine Lippen, die sich so weich und doch besitzergreifend
auf die meinen pressen, und mir nicht die geringste Gelegenheit lassen, zu
antworten. Ich fühle seine samtige Haut an meinen kratzenden Wangen.
Seine Hände, die überall zu sein scheinen und meinen Körper
unbarmherzig reizen, ihn vor Verlangen zittern lassen, wie ein stummes Flehen
um mehr. Er hat nicht vergessen, wie er mich um den Verstand bringen kann.
Alles hat sich geändert, Haldir. Alles.
"Nein!"
Endlich kehrt der Verstand in meinen Kopf zurück und bringt klare Gedanken mit sich. Ich schaffe es schließlich, ihn von mir zu stoßen. Ich sehe ihn taumeln, doch nicht fallen.
Wütend gehe ich einige Schritte auf ihn zu. Meine Hand hält abermals den Schwertgriff fest umschlossen, und ich spüre, wie sich die Klinge bereits aus der Scheide löst. Das metallisch kratzende Geräusch lässt mich mitten in der Bewegung innehalten. Ich wechsle einen erschrockenen Blick mit dem Elben vor mir und senke dann den Blick, der auf das gezogene Schwert fällt.
Ich vermag den Ausdruck in Haldir’s Augen nicht zu deuten. Zu lange waren wir getrennt. Die Zeit hat das Band des Verständnisses für immer durchtrennt.
"Hast du keinen Respekt, Haldir, vor dem was ich eben gesagt habe? Vor dem was uns hergebracht hat? Vor mir?"
Ich will mich erneut von ihm abwenden, um zu gehen, doch halte ich mitten in der Bewegung inne. Meine Stimme ist kaum zu hören, so still und ruhig. Zu ruhig. Ich hoffe für ihn, dass er bemerkt, welche Gefahr von mir ausgeht. Und diesmal will ich keine Zweifel offen lassen:
"Und wag es nie wieder, Haldir, nie mehr wieder, mich gegen meinen Willen zu berühren. Ich schwöre bei den Valar, das nächste mal wird sich mein Schwert gegen dich richten."
- Haldir -
Er stößt mich von sich, und ich taumle zurück;
eine Puppe der man die Fäden durchtrennt hat.
Anklagend zeigt die Spitze seines Schwertes nun auf mich...
‚Bin ich jetzt dein Feind, Aragorn? Bin ich es, den du fürchten mußt?’
Demütige mich nicht so, Geliebter. Stets fühlte ich nichts als Respekt vor dir. Und sehr wohl weiß ich, was dich hierher führt. Ich kann das Dunkel in deinem Herzen spüren... Warum erlaubst du mir nicht deinen Kummer zu lindern, und sei es nur für eine Nacht? Es würde den Schmerz in uns beiden heilen.
Ich hebe mein Kinn und begegne trotzig deinem Blick. Halte
ihn gnadenlos, während meine Hand nach deinem Schwert greift, um seine
Spitze an meine Kehle zu führen.
Ich kann mein Blut fühlen, wie es samtig von meiner Hand die Klinge herabrinnt,
doch ich fühle den brennenden Schmerz kaum. Nichts kann mich so verwunden
wie deine Worte eben.
„Wenn es wirklich das ist, was du willst, dann tu es, Aragorn. Ich werde mich nicht wehren. Nimm mein unsterbliches Leben, wenn es dir gefällt, Mensch. Denn es gehört dir ja schon längst.„
- Aragorn -
Seine Worte berühren etwas in mir. Tief in meiner Brust. Etwas, das ich damals als ich Lothlorien verließ und Haldir den Rücken kehrte, dort versteckte; und von dem ich geglaubt hatte, daß es wie eine empfindliche Pflanze ohne Licht längst verwelkt wäre. Aber es war noch da. Ich hatte mich getäuscht. Die Pflanze lebte noch und ein dünner Sonnenstrahl genügte, um sie ihre Blätter und Blüten sofort wieder in voller Schönheit entfalten zu lassen.
Ich starre auf das dunkelrote Rinnsal, das sich seinen Weg beständig über die ebenmäßige Haut nach unten sucht und schließlich zu Boden tropft. Ich bin wie hypnotisiert vom Anblick der Klinge meines Schwertes, die gegen seinen Hals drückt, und die Haut dort durchtrennt hat. Die Waffe, die niemals gegen ihn zu erheben ich geschworen, und die er selbst an seine Kehle geführt hat. Er selbst...
Ich sehe seine Hand, die noch immer die Klinge fest umschießt, als würde er jeden Augenblick selbst den tödlichen Schnitt durchführen wollen. Der Gedanke daran lässt mein Blut schneller durch meine Adern fließen und mein Pulsschlag beschleunigt sich. Ich spüre wie sich die kleine Pflanze im Todeskampf gegen die neuerliche Dunkelheit wehrt, die sie in ihr Versteck zurückdrängen will.
Freiwillig würde er mir sein Leben überlassen... freiwillig... aus freien Stücken...
Nichts als diese Worte hämmern durch meinen Geist. Ein letztes Mal kann ich meinen Willen aufbringen und die Kraft meiner Muskeln wieder finden. Ich entziehe ihm mein Schwert und lasse es achtlos auf den Boden fallen, ehe ich ihn zu mir heran ziehe und ihn in meine Arme schließe, wohl wissend, dass es falsch ist und dass ich es nicht tun will, doch mein Körper betrügt mich und bezwingt meinen Willen standhaft zu bleiben.
Ich halte ihn fest, so fest, daß er mir nicht mehr entkommen kann. Mein Mund sucht den seinen und meine Zunge erobert ihn stürmisch. Bereitwillig öffnet er sich, um mich willkommen zu heißen und es ist, als wäre ich niemals fort gewesen. Ich dränge meinen Körper gegen seinen und fühle die Erregung, die ihn umgibt.
- Haldir -
‚Gewonnen’, denke ich glücklich und triumphierend, als ich seine Lippen auf mir spüre. Als seine Zunge meinen Mund erneut zu seinem Besitz erklärt. Seine Hände, die meinen Körper streicheln, dunkelste Begierden wecken... Mit einem Seufzen beuge ich mich ihm entgegen, biete seinem Mund meine Kehle dar, wie zuvor seinem Schwert, und fühle mich endlich wieder lebendig.
Ungeduldig ziehe ich an seiner Tunika, fühle den rauen
Stoff in meinen Fingern, und vergehe fast vor Sehnsucht danach, seine Haut
endlich wieder auf meiner zu spüren.
Jahrelang habe ich geduldig auf ihn gewartet, doch jetzt wird jede Sekunde
zur Ewigkeit.
Ich stöhne leise auf, als seine Zunge meinen Hals entlangfährt, und finde endlich den Weg unter seine Kleidung. Begierig streichle ich über seinen sehnigen Oberkörper, die harten Muskeln, das feste Fleisch. Sanft umkreisen meine Finger eine anschwellende Brustwarze, während ich meine andere Hand zu seinem Schritt gleiten lasse, und höre mit Befriedigung wie mein Geliebter tief und erregt Atem holt.
Ich beuge meinen Kopf zu seinem Hals hinab und presse behutsam einen zarten Kuß auf die sonnengebräunte Haut, bevor ich fordernd daran zu saugen beginne. Aragorn stöhnt und windet sich leicht, und ich lächle befriedigt, als ich meine Lippen von ihm löse. Liebevoll streiche ich über den dunkelroten Fleck, der nun auf seinem Hals prangt, und ziehe meinen Geliebten erneut in einen stürmischen Kuß.
‚Wir gehören einander, Aragorn. Nichts wird daran etwas ändern.’
- Aragorn -
Alles wird sich ändern, Haldir, alles', schießt es mir erneut durch den Kopf, als ich seinen siegessicheren Blick sehe, mit dem er mich fast verschlingt vor Leidenschaft, denn ich kenne seine Gedanken genau. So gut kenne ich dich, geliebter Elb. Und doch... es ist mir einerlei. Jetzt in diesem Augenblick zählt nichts, was mir sonst wichtig ist. Es gibt nichts, das wichtiger wäre als das hier. Vergessen ist Arwen, vergessen die Gefährten, vergessen ist auch der Ring...
Haldirs kurze Berührung zwischen meinen Beinen hat ausgereicht, meine Erregung wachsen zu lassen. Ich spüre, wie sich der Stoff meiner Hose quälend eng um meine Hüften spannt und noch während ich Haldirs Kuss leidenschaftlich erwidere, tasten meine Hände nach meiner Hose, öffnen diese ungeduldig und befreien mich von dem grausamen Gefängnis. Schon spüre ich, wie sich mein harter Schaft gegen Haldirs Körper presst und der Geliebte unter der Berührung aufstöhnt und sich fester an mich drückt, doch ich schiebe ihn bestimmt etwas fort von mir, während ich den Kuss unterbreche.
Ich ignoriere das protestierende Keuchen, das Haldir entwischt, und halte ihn auf Abstand, doch trotz der Eile, die geboten ist, erlaube ich mir, meinen Blick noch einmal genüsslich über den schlanken Elbenkörper gleiten zu lassen, der unter meinem Blick vor Verlangen zittert.
Wenig zärtlich befreie ich ihn von seinen Kleidern und umfasse seine Hüften. Doch ich überlege es mir anders und halte inne, trete erneut zurück und betrachte das elfenbeinfarbene Kunstwerk vor mir abermals. So wunderschön. Begehrenswert und edel. Wer könnte ihn anders als voller Verlangen betrachten?
Stunden, Tage, Jahre könnte ich damit zubringen, die
unvergängliche Schönheit des unsterblichen Körpers vor mir
zu betrachten, doch ermahne ich mich selbst zur Eile.
Schweigend und schwer atmend vor Leidenschaft drehe ich Haldir um, bis er
mir den Rücken zukehrt. Ich lasse meine Hand langsam über seine
Wirbelsäule nach unten streichen, während ich mit der anderen um
seinen Körper und nach seinem Geschlecht fasse. Ich umschließe
es fest mit einer Hand und beginne es kraftvoll zu massieren. Beinahe im selben
Augenblick höre ich den keuchenden Atem des Geliebten, der seinen Körper
mir entgegendrängt und statt nackter Haut nur kühles Leder und harten
Stoff spürt.
‚Nichts hat sich geändert... wie wahr....'
Noch immer liebt er die Art wie ich ihn anfasse. Fest, hart, männlich.
- Haldir -
Wie wunderbar die Berührung meines Geliebten ist. Die
Selbstverständlichkeit mit der er meinen Körper für sich beansprucht,
macht mich atemlos vor Lust und Begehren, und ich weiß, daß ich
niemals genug von ihm haben werde. Ich brauche seine hungrigen Hände
auf mir, seinen gierigen Mund, seinen rauen muskulösen Körper, der
sich gegen meinen presst.
Keuchend dränge ich mich ihm entgegen, will ihn spüren, Haut an
Haut, und wimmere fast vor Frustration, daß er mir dies verwehrt.
Ich will mich umdrehen, will ihn wieder in meine Arme schließen, ihm meinerseits die Sinne rauben, doch er hält mich an meinem Platz. Meine Männlichkeit eingesperrt in das quälende Gefängnis seiner Hand, aus dem ich mich nicht befreien kann, zu überwältigend ist die Lust die er mir schenkt, und zu lange habe ich darauf warten müssen.
Doch ich kann mich fester gegen ihn pressen, kann mir sein
eigenes Begehren zu nutze machen, um ihn so zu zwingen, das zu tun, was ich
will.
Wie von selbst legen sich meine Arme um seinen Hals, und sehnsüchtig
drehe ich meinen Kopf zu ihm herum. Ist es wirklich erst wenige Minuten her,
seit seine Lippen die meinen berührten? Es scheint mir eine Ewigkeit.
„Liebe mich...„ flüstere ich gegen seinen halbgeöffneten Mund, und schäme mich, weil es so verzweifelt und flehend klingt.
- Aragorn -
Ich höre sein Flehen, das so wenig von der überlegenen Art hat, wie sie der Hauptmann der elbischen Wache Loriens sonst zur Schau trägt... so verzweifelt und bittend, sich mir völlig unterwerfend. Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht. Was könnte ich jetzt nicht alles von ihm verlangen und er würde es tun. Er würde es sofort und ohne zu zögern tun. Ich weiß es genau und genieße das überlegene Gefühl in vollen Zügen.
Ich mache mir erst gar nicht die Mühe, mich völlig zu entkleiden, sondern zwinge Haldir mit sicherem Druck meiner Hand in die Knie. Noch immer massiere ich ihn mit festen Bewegungen, bis ich die erste Feuchtigkeit auf meinen Fingern spüren kann. Sofort lasse ich ihn los, um nicht vorzeitig zu beenden, was so viel versprechend begonnen hat.
Ich fasse seinen Nacken mit festem Griff und hindere ihn daran den Kopf zu drehen. Ihn lieben? Ich habe keine Zeit für zeitraubende Gefühle... es geht kaum um Liebe in diesem Augenblick. Verlangen und Lust ist es, die mich treiben. Und sein Körper ist es, der mir geben kann, wonach ich mich sehne. Er weiß, daß unsere gemeinsame Zeit vorbei ist. Er muss es wissen.
Meine feuchte Hand gleitet zischen seine Beine und liebkost ihn spielerisch und neckend, doch halte ich mich nicht unnötig lange damit auf, kostbare Zeit zu verlieren. Meine Finger tasten sich weiter vor und umspielen seine Öffnung, ehe sie sich zielstrebig ihren Weg suchen. Mit einem zufriedenen Lächeln nehme ich die Veränderung wahr, die durch den Körper des Elben geht... sein Atem wird schneller und ein Stöhnen kommt über seine Lippen, während sich jeder Muskel in ihm in freudiger Erwartung anspannt.
"Das gefällt dir, nicht wahr, Haldir o Lorien... sag es mir. Sag mir, wie sehr es dir gefällt. Sonst wäre ich versucht zu glauben, daß dem nicht so ist und ich könnte sofort damit aufhören und meinen Weg fortsetzen."
Während meine Hand damit fortfährt ihn genüsslich zu quälen und ich den stolzen Elben genau dort habe, wo ich ihn haben will, schreit mein eigener Körper nach Erlösung und einem Ende des Wartens.
- Haldir -
Auf Händen und Knien vor ihm jetzt, er dicht hinter mir, und dennoch so unendlich weit entfernt. Keinerlei Zärtlichkeit, nur hastiges Drängen. Doch die Lust... Die Lust ist es, die Tränen in meine Augen treibt, die mir ein Wimmern abringt, als er seine Hand auf meinen Nacken legt, und mein Haupt zwingt, sich zu beugen.
Seine Finger bahnen sich einen Weg in meinen willigen Körper, und mir wird beinahe schlecht vor lauter Verlangen. Ich versuche mich ihm entgegenzustemmen, doch er hält mich an meinem Platz. Nichts kann ich tun, außer warten. Warten, daß er mir gibt, was ich brauche.
Und oh so grausam seine Worte, so demütigend. Alles soll ich bekennen, alles, während er nichts gibt. Doch ich bin hilflos, die Worte fließen über meine Lippen, bevor ich auch nur versuchen könnte, mich dagegen zu wehren. Sie ersticken mich, und auch wenn meine Kehle plötzlich seltsam eng geworden ist, würge ich sie hinaus. Nur damit er bei mir bleibt. Alles, damit er mich liebt. Alles...
Ich bin bereit für ihn, auch wenn es mein Körper noch nicht ist. Zu hastig ist mein Geliebter, zu wenig kümmert es ihn. Nimmt er mich so, wird es schmerzen, und doch höre ich mich schon darum betteln.
„Ja... bitte, Aragorn... bitte...„ Erneut versuche
ich mich zu erheben, erneut irgendetwas hier zu verändern, doch ich habe
keine Macht. Über keinen von uns beiden.
„Ich brauche dich so sehr... so sehr, Aragorn...„ flüstere
ich, und will mich ihm ganz schenken. Will ihm sagen, wie groß meine
Liebe ist. Doch bevor ich es kann, drückt er meinen Oberkörper vorwärts,
gegen den Waldboden, mich ganz vor ihm entblößend, und ein kantiger
Stein presst schmerzvoll in meine Wange.
Mit einem zufriedenen Stöhnen stößt mein Liebster sein Geschlecht hart in meinen Körper, und obwohl er mich ausfüllt, wächst die Leere in mir.
- Aragorn -
Ich umfasse die Hüften Haldirs mit festem Griff und dringe wieder und wieder in seinen Körper ein. Mit jedem Stoss härter und tiefer, bis ich auch seiner Kehle ein Stöhnen entlocken kann, als ich seinen empfindlichsten Punkt treffe.
Sein Keuchen und Stöhnen vermischt sich mit meinem und wird zu einem Echo meiner eigenen Lust. Und doch könnte es unterschiedlicher nicht sein. Ich höre ganz deutlich ein neues Geräusch, das beinahe vom Erdboden verschluckt wird, als meine Hüften unbarmherzig gegen den Körper des Elben schlagen. Ein ersticktes Wimmern dringt an mein Ohr, ausgelöst durch quälende Lust und körperlichen Schmerz.
Doch kümmere ich mich nicht darum. Weshalb sollte ich auch? Er war es, der es so gewollt hat. Er war es doch, der laut darum gebettelt hat. Er war es, der mich nicht gehen lassen wollte.
Je lauter sein Keuchen wird und je mehr er sich windet, um dem offensichtlichen Schmerz zu entgehen, den ich ihm zufüge, desto mehr steigert sich mein Verlangen, diesen Körper ganz zu unterwerfen und desto unkontrollierter werden meine Stöße, die ihn weiter dehnen. Weiter als er bereit dazu war. Meine Finger graben sich tief in das weiche Fleisch an seiner Hüfte und hindern ihn an jeglicher Bewegung. Ich fasse ihn nicht an, um ihm Genuss zu verschaffen oder sein gepeinigtes Aufstöhnen in ein lustvolles Seufzen zurück zu verwandeln.
‚Du hast es so gewollt, Haldir... nicht wahr. Warum hättest du es sonst laut aussprechen sollen...?’
Und in dem Augenblick, da ich dies denke, spüre ich erneut eine Veränderung durch den elbischen Körper gehen. Etwas passiert mit ihm. Keine Worte, keine bestimmte Geste des stolzen Elben und doch weiß ich, daß ich die unbeugsame Widerstandskraft in ihm gebrochen habe. Willenlos kauert er auf Händen und Knien vor mir und ist mir wehrlos ausgeliefert. Würde ich jetzt meinen Dolch ziehen, ihm an die Kehle setzen und mit einem einzigen, tiefen Schnitt alles beenden, nichts könnte der lorische Krieger dagegen tun...
‚Nichts würdest du dagegen tun, Haldir. Gar nichts. Du würdest es mit dir geschehen lassen, weil es mein Wille ist.’
Das Bewusstsein diese Macht über den einstigen Geliebten zu besitzen, beraubt mich meiner Sinne und während mein zuckendes Glied, umschlossen von Haldirs enger Hitze, die ersehnte Erlösung erwartet, löst sich ein animalischer Schrei von meinen Lippen.
- Haldir -
Heiß ergießt er sich in mir... mein Geliebter... verzehrend... und all mein Stolz und meine Würde verbrennt. Sein glühender Atem ein stetiger Strom in meinem Nacken, doch die Tränen auf meinen Wangen wollen einfach nicht versiegen – warum tust du mir das an, Geliebter? Warum quälst du mich nur so?
Ich dachte, ich könnte es ertragen... Begierig habe ich mich dir angeboten, zu tun was dir gefällt. Doch deine Lust fügt mir Schmerzen zu. Mit offensichtlicher Wonne bezwingst du meinen Körper, als wolltest du mich strafen, für meine Liebe.
Dennoch lasse ich es geschehen. Denn wenigstens in diesem Moment gehörst du ganz mir. Mein Körper ist es, der dich vor Begehren aufstöhnen lässt, der dir Lust abringt, und dir Erlösung verschafft. Mein Blut, das an dir klebt, als sich dein Körper von meinem löst, das warm und langsam an meinen Schenkeln herabrinnt und sich mit deinem Samen vermischt...
Es ist wie ein heimlicher Schwur, ein Versprechen... Ich gehöre dir, Aragorn. Liebe mich, oder zerstöre mich, doch bitte...bitte... verlass mich nicht...
- Aragorn -
Noch immer ist mein Körper gefangen in der lustvollen Erregung, doch jetzt, nachdem ich meine Lust befriedigt habe, klingt sie langsam ab. Ich fühle die klebrige Wärme, die unsere Körper verbindet, so wie mein Glied, das noch immer tief in dir ist, uns verbindet. Noch... Ohne Zögern ziehe mich zurück aus dir, meinem einstigen Geliebten.
Mir entgeht nicht dein flehender Blick. Oh Haldir, was denkst du nur? Wie sehr würdest du dich selbst erniedrigen, um mich zurück zu gewinnen? Wie weit würdest du noch gehen? Ich weiß, daß ich dir Schmerzen zugefügt habe, doch du hast sie ertragen, um mich befriedigt zu sehen. Ich weiß, daß du dir mehr erhoffst und es doch nicht zu sagen wagst, aus Angst mich selbst für diesen kurzen Moment zu verlieren.
Und obwohl dich das Wissen quält, wie gering deine Hoffnung ist, schweigst du. Ich weiß, wie sehr dein Körper nach Erlösung schreit, nach ein wenig Zärtlichkeit, die ich dir nicht geben werde, doch du wartest geduldig.
"Wie tief kann man sinken, Haldir?"
Ich blicke abschätzig auf dich hinab, während ich meine Kleidung in Ordnung bringe. Das Blut an meinen Hosen und an meinen Händen kümmert mich nicht. Ich sehe nicht mehr den stolzen Elben vor mir, der du einst warst und wofür ich dich geliebt habe. Ich sehe nur ein Stück Fleisch, zusammengekauert am Boden liegen, flehend und bittend, wenn nicht mit Worten, so doch mit Blicken, und ich kann, nein, ich will dich so nicht lieben.
"Steh auf, Haldir, eines Hauptmannes unwürdig ist diese Situation."
Noch ehe du etwas tun oder sagen kannst, wende ich mich ab von dir. Ich lasse dich zurück, um meinen Weg fortzusetzen. Verflogen ist der Zauber, und du kannst nichts tun, um es rückgängig zu machen. Gar nichts.
Noch einmal wende ich mich um und sehe zu dir zurück,
wie du mir fassungslos und mit Tränen in den Augen nachsiehst. Für
einen kurzen Moment streifen meine Gedanken zurück zu dem Moment, als
dein Leben in meiner Hand lag. Vielleicht wäre es besser gewesen es zu
beenden...
Ohne etwas zu sagen, gehe ich fort von dir. Welche Worte hätten dich
auch zu verändern, trösten oder überzeugen vermocht? Keine.
Also gehe ich einfach weiter, als wäre ich dir nie begegnet hier.
* * *
- Haldir -
Ob sie den wahren Grund kennt, die Lady des Goldenen Waldes? Sicherlich. Den Grund warum ich mit einem Herzen voller verzweifelter Hoffnung in diesen letzten Kampf ziehe...
Galadriel’s Blick ruht auf mir, und in ihren Augen
funkeln Tränen. Weint sie um mich?
Ihre Besorgnis rührt mich, und tiefe Ehrfurcht und Loyalität gegenüber
meiner Herrin, lassen mich einen Moment innehalten und mein Haupt vor ihr
beugen, bevor ich mein Heim verlasse ohne mich noch einmal umzudrehen.
Meine Brüder, meine Freunde... sie alle bedeuten mir etwas, doch meine Liebe zu *ihm* zieht mich davon, ruft mich an seine Seite. Mit ihm zu siegen oder zu...
* * *
Sterben.
Kälte, die meinen Körper in Besitz nimmt. Dunkelheit, die die Farben
hinwegwischt. Verzweiflung, die das Herz einfriert und erstarren lässt...
‚Aragorn?’
Ich kann nicht sterben, jetzt noch nicht... muss mich erst in deinen Armen wissen, muss wissen, das du mir verzeihst, welchen Fehler auch immer ich begangen habe. Ich kann nicht gehen, bevor ich es nicht aus deinem Munde gehört habe. Bis ich nicht gehört habe, wie du sagst...
* * *
„Ich liebe dich.„ Sanft verziehen sich Aragorn’s Lippen zu einem Lächeln, während er mich in seinen Armen hält und leise wiegt. Mir zärtlich das Haar aus dem Gesicht streicht, und meine Wangen liebkost.
Kann es wahr sein? Ist er wirklich zu mir gekommen?
Mein Blick streift die vielen toten Elben, die weiß und beinahe durchscheinend, einen seltsamen grausigen Kontrast bilden zu Blut und Schmutz des Schlachtfeldes ringsum. Und noch immer kennt die Zahl der Orks und Urukhai kein Ende. Zahlreich ist der Feind, und von gewaltiger Kraft.
Und doch hat mein Geliebter sich einen Weg gebahnt, durch die Horden des Schreckens, ganz allein, um an meiner Seite zu sein... um mir zu sagen, daß er mich liebt... Die Erkenntnis erfüllt mich mit einem Gefühl des Glücks, wie ich es noch nie gekannt habe.
Er liebt mich... - Es ist alles was noch zählt. Und es ist genug. Aragorn... mein Leben... mit letzter Kraft klammere ich mich daran, und fühle die Kälte in mir schwinden. Die Valar sind gütig...
„Ara..gorn...?„
Mit weitaufgerissenen Augen starre ich in das geliebte Gesicht über mir,
und kralle eine Hand in Aragorn’s Arm, als mich erneut Schmerz durchflutet,
heiß und brennend.
Ich höre seine Worte wie von weit her, als die Welt vor meinen Augen
verschwimmt und Dunkelheit sich über meine Sinne legt. Grausam sind seine
Worte, erbarmungslos, begleitet von einem Seufzen...
„Warum nur Haldir? Immer willst du mehr, als ich dir geben kann. Warum konntest du nicht sterben und wissen, das ich dich liebe?„
Zärtlich hält mich sein Arm, während die andere Hand das Messer in meiner Seite noch tiefer bohrt.
„Ich kann mich nicht zu dir bekennen, Haldir. Mein Schicksal liegt woanders. Ich hoffte so sehr, du würdest das verstehen...„
Ein Kuß auf meiner Stirn... flüchtig... wie zum Abschied...
‚Wie viele hast du so schon in den Tod geschickt, die es wagten dich zu lieben?’
Kraftlos sinke ich in seinem Griff zusammen, mein Atem nur mehr ein leises Rasseln, als meine Seele Mittelerde für immer verlässt. *Ihn* verlässt...
„Schlafe nun... ruhe in Frieden, Haldir o Lorien.„
Und das werde ich.
Solange, bis die Welt sich wieder ändert.
~ Ende ~
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