"SubMission"
Teil 9
by Beryll & Vagabond
Thunder
striking
from darkened sky
drumbeat
of approaching storm
flashing lights
of coming fight
*****
Müde und abgehetzt kam das Team endlich am 'Matrix' an.
Sie hatten wer weiß nicht wieviele Umwege durch die Stadt genommen, um
Verfolger aus der Arc abzuhängen, und Angst und Paranoia ließen sie
beinahe durchdrehen. Bray war sich sicher, daß man ihnen dicht auf den
Fersen war, es lag Magie in der Luft, und das nicht zu knapp. Shakira und Pink
sagten zwar nichts, doch ihr angespannter Gesichtsausdruck verriet deutlich,
daß auch sie dem erheblichen Druck der Situation nicht mehr lange standhalten
würden.
Doch am schlimmsten war Orli. Es schien, daß der Schütze des Teams
jeden Moment komplett die Kontrolle verlieren würde. Sein Gesicht war totenbleich
und kalter Schweiß brach ihm aus den Poren. Mit seiner rechten Hand hielt
eine wuchtige Knarre umklammert, während er sich mit der linken immer wieder
zwanghaft durch die Haare strich. Es war im Moment eindeutig nicht von Vorteil
das Orli derjenige von ihnen war der die Waffen besaß.
Düster starrte der Scharfschütze den immer noch bewußtlosen
Körper des blonden Jungen an, den sie in der Arc als Geisel genommen hatten.
Orlando's Kiefer knirschten, als würde er mit seinen Zähnen Steine
zermahlen und seine Augen waren mit einer Wut erfüllt, die ihn selbst für
seine Freunde bedrohlich wirken ließ.
In Orli's Kopf wirbelten die Gedanken. Lebte Heath noch? Und wenn ja, wie ging
es ihm jetzt? Wenn sie ihm weh taten... Orli fühlte Tränen in seinen
Augen brennen. <Natürlich werden sie ihm weh tun, schließlich
hat er alle Informationen über unsere Mission, und er wird sie ihnen nicht
freiwillig geben.>
Wieder und wieder drängte sich kalt und gnadenlos die Erinnerung an den
Streit mit Heath in Orli's Gedanken. Was hatte er nochmal zu Heath gesagt? Das
er ihn nie wiedersehen wollte? - Nun, es schien ganz so, als würde sein
Wunsch in Erfüllung gehen. Ein tiefer gepeinigter Schluchzer entrang sich
seiner Kehle als er die Hintertür zum Matrix aufstieß und den anderen
voran den dunklen Gang entlang ging. Wie sollte er nur ohne Heath leben? Der
Elf *war* sein Leben, alles was ihm wichtig war, er liebte ihn doch!
Pink hatte solange stillgehalten, bis sie sicher war, daß sie ihr Ziel
erreicht hatten. Aber nachdem sie durch die Hintertür des Matrix gegangen
war, blieb sie stehen, anstatt weiter dem jungen Mann in Lack und Leder zu folgen,
und blockierte den schmalen Gang. Bevor sie auch nur einen weiteren Schritt
machte, mußte sie wissen, ob sie nicht in eine weitere Falle lief.
Die Orkfrau und der andere Mann im Ledermantel, den sie für einen Schamanen
hielt, blieben stehen und in den Augen des Mannes erkannte sie, daß er
nur darauf gewartet hatte, daß sie anfing Fragen zu stellen. "Also
gut." begann sie. "Für wen arbeitet ihr und wieso habt ihr mich
da rausgeholt?"
Die Orkfrau der setzte zu einer Antwort an, aber eine Handbewegung von dem Schamanen
unterbrach sie. "Wir arbeiten für Leute, die dich gern in Sicherheit
wissen wollen." sagte er. "Unser Auftraggeber wird dir alles erklären."
Es war so verführerisch, sich einfach auf diese Antwort zu verlassen, aber
Viggo hatte ihr immer wieder eingetrichtert, niemandem zu glauben. Sie spürte,
wie der andere Mann hinter ihr immer nervöser wurde, aber sie ignorierte
ihn.
"Das reicht mir nicht." sagte sie. "Woher weiß ich, daß
ihr nicht auch für Vampire arbeitet?" Das Gesicht der Orkfrau verzog
sich angewidert und der Schamane gab ein verächtliches Schnauben von sich.
"Bestimmt nicht." knurrte er und Pink stellte fest, daß sie
ihm glaubte. "Für wen dann? Ich muß das wissen."
Verdammt, was sollte er darauf nur antworten. Bray fuhr sich
mit der Hand durch die Haare. Er hatte gewußt, daß sie irgendwann
fragen würde, aber er hatte irgendwie gehofft, daß es Sue sein würde,
die sich diesen Fragen stellen mußte. Schließlich wußte er
selbst nicht viel. "Wir arbeiten für eine Untergrund-Organisation,
die gegen die Vampire arbeitet. Wir wissen von der Prophezeiung und wollen dir
helfen." sagte er.
Und viel mehr wußte er selber nicht. Der Mann der sie alle vor zwei Jahren
rekrutiert hatte, ihr aller Mentor, hatte mehr gewußt, aber seit er vor
einem Jahr von einer Solo-Mission nicht zurückgekommen war, hatten sie
nur noch über Trinity mit den oberen Rängen der Organisation kommuniziert.
Bis Sue aufgetaucht war. Bray hoffte sehr, daß sie nun wieder mehr erfahren
würden.
Vor allem, da ihre Zeit im "Horny Pony" nun wohl endgültig zu
Ende war. Endlich Schluß mit dieser Scheiße. Endlich wieder ein
eigenes Leben. Zeit mit Ewan verbringen. Udo das Licht ausblasen. Was für
wundervolle Gedanken.
Dann fiel sein Blick auf Orli und er mußte an Heath. Er wollte sich gar
nicht ausmalen, was die Sicherheits-Leute der Arc mit ihm machen würden.
Und sie hatten so gut wie keine Chance, ihn dort herauszuholen. Orli sah ihn
an und Bray spürte, wie sich sein herz schmerzhaft zusammenzog. In Orli's
Augen brannte nackter Wahnsinn. Der Schütze würde es auf jeden Fall
versuchen. Auch wenn er dabei draufging...
"Und woher wißt ihr überhaupt von mir?" unterbrach Pink
seine Gedanken. Bray zwang seine Aufmerksamkeit zu ihr zurück. "Ich
weiß nicht, woher die Informationen kamen. Wir sollten dich eigentlich
schon vor einer Woche einsammeln, aber die Vampys aus der Arc sind uns kurz
zurvorgekommen. Wir haben nur noch deinen Lehrer gefunden..."
"Viggo?!" Pink reagiert, ohne nachzudenken. Sie packte
den Schamanen bei den Händen. "Lebt er noch?" Der Schamane nickte
und unendliche Erleichterung flutete durch Pink. "Ich hab ihn halbwegs
zusammengeflickt." fuhr der Schamane fort. "Er ist auch hier im Matrix."
"Ich muß ihn sehen!" Plötzlich war das das wichtigste auf
der Welt. Viggo würde wissen, was zu tun war. Viggo würde wissen,
ob sie diesen Leuten trauen konnten. Und sie mußte mit eigenen Augen sehen,
daß es ihm gutging.
"Wir müssen erst zu unserem Auftraggeber..." Pink schüttelte
den Kopf. "Ich rede mit niemandem und gehe nirgendwohin, ehe ich Viggo
nicht gesehen habe." erklärte sie und verschränkte die Arme.
Sie sah zu, wie die drei anderen hilflose Blick austauschten. Endlich gab der
Schamane ein leises Knurren von sich. "Na schön, bringen wir es hinter
uns. Ich denke, ich weiß, wo er ist."
*****
Vor Viggo's Zimmer ging derweil ein ungewöhnlich nervös
aussehender Vampir unruhig auf und ab. - Sean überlegte jetzt schon seit
ungefähr einer halben Stunde ob er zu Viggo hinein gehen sollte, oder vielleicht
doch besser nicht. Trinity hatte ihm zwar versichert das es Viggo gut ging und
er sich anscheinend auch seelisch von den 'Ereignissen' der letzten Tage erholte,
aber das hieß ja noch lange nicht das Viggo ihm auch verziehen hatte.
Und dann war da noch... Sean wand sich unwohl bei dem Gedanken daran, das Viggo
Trinity womöglich erzählt hatte was genau sich eigentlich neulich
Nacht abgespielt hatte. Auch das war ein Grund warum er unbedingt mit Viggo
sprechen wollte.
Und noch einen anderen Grund gab es, auch wenn Sean das natürlich niemals
zugegen hätte. Er sehnte sich nach der Nähe des anderen, wollte sich
selbst davon überzeugen das es ihm gut ging, wollte ihm nahe sein, ihn
berühren... Mit einem Seufzer wischte Sean diese irritierenden Gedanken
zur Seite und wandte sich energisch erneut in Richtung Zimmertür. Sein
Gesicht wurde so rätselhaft wie immer, als er sich mit geübter Leichtigkeit
zu beherrschter Ruhe und Gelassenheit zwang. Er war schließlich nicht
nur ein Vampir, sondern auch ein Elf! Da war ein wenig Würde schon angebracht.
Vor allem nach den Geschehnissen der letzten Tage...
Sean hatte gerade die ersten Zahlen am Codeschloß der Tür eingegeben,
als er plötzlich alarmiert innehielt. Jemand kam die Treppe herauf, nein
- mehrere, und es war niemand den er kannte. Seine Vampirsinne vibrierten als
sie sich zu den näherkommenden Gestalten vortasteten, und schnellten instinktiv
zurück als sie auf den Schamanen trafen. Der Vampir in ihm knurrte und
wappnete sich für einen Angriff. Magie durfte man niemals unterschätzen...
Bray war müde, Bray war alles andere als glücklich,
Bray war nervös. Trotzdem hätte er den Vampir früher bemerken
müssen. Er hätte spüren, müssen, daß sich ein Untoter
im Gang vor ihnen befand. Aber er hatte wirklich nicht damit gerechnet, in Trinity's
Privat-Bereich auf einen Blutsauger zu treffen. Er im letzten Moment bemerkte
er den schlanken Elfen, der fast mit den Schatten eines Türrahmens verschmolz
und blieb stehen, eine Warnung auf den Lippen.
Aber sie blieb ihm im Hals stecken, als er der Blick des Vampirs seinen fand
und ihn festhielt. Zu stark. Viel zu mächtig, um sich dagegen zu wehren.
Wie festgefrohren mußte er stehen bleiben und zusehen, wie der Blutsauger
aus dem Schatten hervortrat. Was machte dieses Monster hier?
"Was wollt ihr hier?" Sean ließ seine Frage fordernd in den Gedanken der anderen nachhallen. Mit einer einzigen fließenden Bewegung hatte er den Abstand zu der Gruppe überwunden und stand jetzt vor Bray, bereit den Schamanen zuerst zu töten, sollte es erforderlich sein. Die anderen waren nichtig, keine Gefahr. "Seid ihr wegen ihm gekommen?" verlangte er zu wissen, einen lauernden Ausdruck in den funkelnden Augen.
Pink brauchte keine Sekunde um festzustellen, um was es sich
bei dem Elfen handelte. Ein Vampir. Also doch. Einen Moment brodelte unglaublicher
Zorn in ihr hoch, gegen diejenigen, die sie in diese Falle gelockt hatten, aber
dann zeigte ein kurzer Blick auf die anderen ihr, daß die genauso überrascht
waren wie sie selbst.
Shakira ließ den bewußtlosen Junge, den sie die ganze Zeit getragen
hatte langsam zu Boden gleiten und nahm eine leicht geduckte Kampfhaltung ein
und die Waffe des anderen jungen Mannes zeigte längst auf den Vampir. Nur
der Schamane stand wie versteinert und Pink wurde klar, daß der Vampir
ihn paralysiert hielt.
Ein mächtiges Exemplar. In ihr meldete sich Viggo's Stimme zu Wort, die
ihr erklärte, was in solchen Fällen zu tun war. Ablenken, harmlos
wirken und darauf warten, daß die Wachsamkeit des Vampirs nachließ.
"Ich will Viggo sehen." sagte sie und zog damit die Aufmerksamkeit
des Blutsaugers auf sich. Und seinen Blick. Aus den Augenwinkeln bekam sie mit,
wie sich Bray's Hände wieder bewegten. "Sofort!" bekräftigte
sie ihre Aussage noch einmal und machte noch einen Schritt auf den Vampir zu.
Ein amüsiertes Lächeln spielte um Sean's Lippen. Wie kam die Kleine dazu, ihm Forderungen zu stellen? - Doch sie kannte Viggo offenbar und das war... interessant... Den Blick immer noch auf das Mädchen gerichtet, schoß Sean's Hand vor und legte sich um Bray's Kehle. Er zog den Schamanen nahe zu sich heran und zischte halb zu ihm, halb zu Pink "Was wollt ihr von Viggo?"
"Was zum Teufel geht hier vor?!" wurde die Szene
plötzlich von Trinity's eisiger Stimme unterbrochen. "Bray, Orli,
was macht ihr hier oben? Ihr solltet euch doch sofort bei mir melden, wenn ihr
wieder hier seid! Und Sean, laß Bray los!"
Einen Moment rührte sich keiner, dann lösten sich Sean's kalte Finger
von Bray's Kehle. Aber Trinity wurde im selben Moment klar, daß sie einen
Fehler gemacht hatte, als Bray sich zu ihr umdrehte. In seinen Augen loderte
es. "Du kennst diesen Vampir?!" fauchte er.
Trinity suchte nach einer Antwort, die die Situation retten würde, aber
in dem Moment bewegten sich mehrere Leute gleichzeitig. Das Elfenmädchen,
das Pink sein mußte in Richtung der Tür, hinter der Viggo eingesperrt
war, Sean Sekundenbruchteile später hinter ihr her und dann Orli's Finger
am Abzug. Der Schuß halte viel zu laut in dem engen Flur. Sean blickte
beinahe überrascht auf das Einschußloch in seiner Brust. Natürlich
würde ihn das nicht wirklich aufhalten, aber es ließ den Kids die
Zeit, sich zu halbwegs orientieren. "Raus hier!" rief Bray, packte
Pink am Arm und rannte mit ihr an Trinity vorbei.
Orli schaute mit großen Augen auf den Vampir, dessen grüne Augen ihn jetzt äußerst bösartig anfunkelten. Doch noch bevor sein Gehirn auch nur den Gedanken an seine Finger weitergeben konnte, sich ein zweites Mal um den Abzug zu krümmen, war der Vampir auch schon bei ihm. Seine Bewegung war ein schwindelerregendes Huschen das seine Gestalt zu einem verschwommenen Schemen verzerrte. Schmerz explodierte in Orli, als der Vampir ihm die Waffe aus der Hand schlug und ihn nur einen Sekundenbruchteil später mit einem harten Schlag ins Gesicht k.o. schlug.
Shakira unterdessen hatte einfach instinktiv gehandelt. Als Bray mit Pink an ihr vorbeisprintete, griff sie sich den blonden Jungen, den sie nun schon wie beinahe selbstverständlich mit sich herumtrug und hechtete hinter der Elfin hinterher. Schließlich war Pink die Erlöserin und mußte um jeden Preis beschützt werden! Und Orli konnte normalerweise auf sich selbst aufpassen. Sie hörte den Schuß und begann zu rennen, in der Hoffnung, das Orli den Vampy lange genug aufhalten würden.
Die Gedanken in Bray's Kopf überschlugen sich geradezu.
Ein Vampir im Matrix. Das konnte nur bedeuten, daß sie die ganze Zeit
betrogen worden waren. Ihm schwindelte bei dem Gedanken, was sie alles ertragen
hatten und das für... ja, für wen eigentlich? Alles woran er geglaubt
hatte, löste sich um ihn herum auf. Aber darüber konnte er jetzt nicht
nachdenken.
Eine Sache war noch wirklich und das war Pink's Hand in seiner. Er mußte
sie hier rausbringen. Wenn sie wirklich die prophezeite Erlöserin war -
und selbst dessen konnte er sich nicht mehr sicher sein - durfte sie auf keinen
Fall wieder irgendwelchen Vampiren in die Hände fallen.
Sie bogen wieder in den Flur der zur Hintertür des Matrix führte.
Hinter sich spüre Bray die Präsenz des Vampirs, der ihn folgte. Er
wußte instinktiv, daß es eine knappe Sache werden würde, wenn
er sich mit diesem Vampir auf einen Kampf einließ, so erschöpft wie
er eh schon war. Verdammt.
Dann prallte er mit einer Person zusammen, die plötzlich durch die Tür
aus Richtung der Tanzfläche kam und es anscheinend auch sehr eilig hatte.
Beinahe hätte er den jungen Mann einfach zur Seite gestoßen, aber
er erkannte ihn gerade noch. Ewan. Der hatte ihm jetzt gerade noch gefehlt.
Der Magier hielt ihn am Arm fest und Shakira kam schildernd hinter ihm zum stehen.
"Bray, ist alles okay mit dir?" In Ewan's Augen brannte tiefe Sorge
und Bray wurde sich Ewan's Emotionen so plötzlich bewußt, als hätte
ihn jemand damit geschlagen. Ewan mußte gespürt haben, daß
etwas nicht in Ordnung war. "Da ist ein Vampir hinter uns her!" brachte
er atemlos hervor. "Wir müssen hier raus! Sofort!" Er wollte
Ewan in Richtung Tür ziehen, aber der schüttelte den Kopf. "Hau
ab, ich halte ihn auf!" Der hatte doch einen Dachschaden! Bray wollte aufbegehren,
aber nun zerrte Pink ihn zur Tür.
Ewan wandte sich der Treppe zu, die sie gerade heruntergekommen waren und begann
zu zaubern. "Nein, Ewan... komm mit!" Er versuchte, sich von Pink
loszureißen, aber die stellte sich als stärker heraus als er vermutet
hatte. Shakira war schon an der Tür und hielt sie auf. Dann tauchte der
Vampir auf der Treppe auf. Bray bekam noch mit, wie Ewan's Zauber zu zerfasern
begann, dann traf ihn ein harter Schlag in den Nacken und es wurde dunkel um
ihn.
*****
Shakira schaute bedrückt zu, wie Bray mit einem gequälten
Stöhnen langsam wieder aus der Bewußtlosigkeit erwachte. Es hatte
ihr das Herz gebrochen ihn einfach so mitzuzerren und ihn k.o. zu schlagen,
damit er sich nicht auf einen aussichtslosen Kampf einließ. - Naja, eigentlich
hatte die Elfe ihn niedergeschlagen, aber Kira mußte zugeben das es die
einzige Möglichkeit gewesen war, Bray daran zu hindern etwas dummes zu
tun. Dann waren sie so schnell es nur ging aus dem Matrix abgehauen.
Kira schluckte, als sie an Orli dachte. Erst Heath und jetzt auch noch Orlando.
Es war einfach schrecklich. Und was sollte sie nur Bray sagen, wenn er jetzt
aufwachte? <Ich hoffe nur das die Elfe das alles wert ist.> dachte sich
die Orkfrau. <Ich könnt's nicht ertragen wenn all' das umsonst war.>
Und Shakira war Pink einen verstohlenen Seitenblick zu.
Pink beendete ihre Untersuchung des blonden Jungen, der immer
noch bewußtlos war. Langsam hatte sie angefangen sich Sorgen zu machen,
aber Herzschlag und Atmung waren regelmäßig. Anscheinend hatte er
nur eine reichliche Dosis Betäubungsmittel erwischt.
Sie spürte den Blick der Orkin und sah zu ihr hinüber. Sie saß
immer noch neben dem Schamanen und Pink bemerkte, daß ihr eine Träne
über die Wange lief. Plötzlich fühlte sie sich schuldig dafür,
was diese Leute anscheinend alles für sie geopfert hatten, aber sie wußte
auch nicht recht, was sie sagen sollte. Darauf hatte Viggo sie nicht vorbereitet.
"Tut mir echt leid, das mit eurem Freund." sagte sie dann doch etwas
unsicher.
Ja..." sagte Kira, bemühte sich den Schluchzer hinunterzuschlucken der ihre Kehle eng werden ließ und wischte statt dessen die Träne aus ihrem Gesicht. "Aber wenn es stimmt, was alle behaupten, dann ist auch dieses Opfer gerechtfertigt. - Wenn du die Erlöserin bist..." Kira sah der Elfe in die Augen und fragte beinahe ängstlich "Bist du es? Bitte, sag' mir das ich meine Freunde nicht umsonst verloren habe!"
Zum ersten Mal in ihrem Leben, stellte ihr jemand diese Frage.
Zum ersten Mal, sah jemand außer Viggo in ihr etwas wirklich wichtiges
und Pink spürte Unsicherheit in sich aufsteigen. War sie es wirklich? Und
wenn ja, war sie wert?
"Viggo sagt, ich bin es." antwortete sie. "Und ich werde wirklich
alles tun, was ich kann..." sie verstummte und sah auf den Schamanen hinunter,
der langsam und verwirrt die Augen aufschlug. "Was ist passiert?"
fragte er leise und beide Mädchen hörten die Angst vor der Antwort
in seiner Stimme.
Bray hörte zu, was Shakira ihm sagte, aber irgendwie kam
die Bedeutung ihrer Worte nicht wirklich bei ihm an. Sein Kopf fühlte sich
an wie in Watte gepackt und er brauchte eine ganze Weile, bis ihm klar wurde,
daß es daran liegen mußte, daß Ewan wohl bewußtlos war.
Ewan. Oh Gott, in was war der Magier da nur reingestolpert. Und es war alles
nur Bray's Schuld. Wenn er sich nur von Ewan ferngehalten hätte, wäre
das nicht passiert. Und nun war der Magier dort, wo er eigentlich sein sollte.
Wenn sich Pink nicht eingemischt hätte.
Er sah zu der Elfe hinüber, aber er brachte er nicht fertig, wirklich wütend
auf sie zu sein. Seine Gedanken drifteten immer weiter ab. Erst als Shakira
ihm die Frage das dritte Mal stellte und ihn dabei schüttelte, bekam er
sie mit. "Was machen wir jetzt?" Gute Frage. Aber warum stellte sie
ihm die? Wie sollte er eine Antwort darauf wissen? Er sah sie an und versuchte
ihr sein Gefühl der Hilflosigkeit zu vermitteln, aber sie reagierte nicht
darauf.
"Wir müssen irgendwohin wo wir nachdenken können." antwortete
er endlich. "Neue Pläne machen können." "Wir müssen
Viggo befreien. Und eure Freunde!" mischte sich Pink ein. Bray sah zu ihr
hinüber. Wußte sie denn nicht, daß sie absolut keine Chance
hatten? Niemand würde ihnen helfen... Es sei denn. Seine Gedanken wanderten
zu der Gang, zu der Ewan gehörte. Dort konnten sie vielleicht Unterschlupf
finden. Und vielleicht sogar Hilfe. "Ich denke, ich, weiß, wo wir
erstmal hin können." sagte Bray langsam und richtete sich auf.
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