"SubMission"
Teil 5
by Beryll & Vagabond

 

Es war seltsam ruhig im Matrix. Das Dröhnen, daß den Rhythmus, die statische Musik, sonst in jede Ecke und den verborgensten dunklen Winkel trug, war verebbt. Es war später Nachmittag und draußen fiel wie immer ein ständiger schmutziger Regen. Er hatte die Fähigkeit das Herz zu ermüden.
Trinity war spät aufgestanden und hatte dann die Aufräumarbeiten im Matrix überwacht. Jetzt war es langsam an der Zeit, nach ihrem 'Gast' zu sehen. Sue hatte den verletzten Mann ihrer Obhut überlassen und damit war es für Trinity klar, daß der Mann offensichtlich nicht von Wichtigkeit war. Wäre es anders gewesen, hätte 'Mylady' ihn mitgenommen. - Doch für irgendwas schien er noch gebraucht zu werden, auch das war klar, ansonsten wäre er schon gestern Nacht Futter für die Fische im Hafen geworden.
Trinity gestattete sich einen tiefen Seufzer. Sie hatte wichtigere Dinge zu tun, als Krankenschwester zu spielen. Aber man beißt besser nicht die Hand, die einen füttert... Etwas mißmutig öffnete sie die Tür zu einem ihrer Gästeräume, die etwas separat von ihren eigenen Zimmern lagen.
Ihr selbst gehörte das ganze obere Stockwerk und es war ausgebaut zu einem wahrlich atemberaubenden Hightechparadies. Jeder der auch nur ein wenig von Computern verstand hätte sich beim Anblick von Trinity's Schätzen vor Begeisterung in die Hose gemacht, aber es kam nur äußerst selten vor, daß die Herrin des Hauses jemandem dort Zutritt erlaubte.
Aber auch die Gästezimmer konnten sich sehen lassen. Designermöbel, die sich den Bewegungen und der Lage des Benutzers anpaßten und so höchste Bequemlichkeit versprachen, Teppiche und Vorhänge aus edlen Stoffen und natürlich die neueste Ausstattung an technischem Komfort, wie man ihn sich besser nicht wünschen konnte. Trinity's 'Matrix' war mehr, als nur der heißeste Club in der Stadt. Er war ein Treffpunkt für ein paar der Leute, die erheblichen Einfluß hatten auf die Geschicke der Stadt - und der Welt im allgemeinen.
Trinity straffte ihren Rücken und nahm die Sonnenbrille ab. Es war dunkel in dem Raum, den sie soeben leise betreten hatte. Ihr Blick tastete aufmerksam die Silhouette des Mannes ab, der unbeweglich auf dem breiten Bett des großräumigen Schlafzimmers lag. Wenn der Mann tot war, würde Sue mit Sicherheit nicht erfreut sein. <Andererseits hätte ich dann meine Ruhe.> wisperte eine kleine boshafte Stimme in Trin's Kopf. Sie verkniff sich ein Grinsen und durchquerte langsam den Raum.
Prüfend fuhr ihre kühle Hand zum Hals des Mannes, um nach einem Puls zu fühlen und ein etwas unrhythmisches aber doch starkes Pochen versicherte ihr, daß der Mann offenbar auf dem Wege der Besserung war. Er schien nur tief zu schlafen, aber Trinity's Berührung hatte ihn nun aufgeschreckt. Seine Augenlider begannen zu flattern und er stöhnte leise, als er versuchte seinen Körper zu bewegen.

Es war als würde er aus viel zu kaltem, viel zu tiefem Wasser auftauchen. Der Weg an die Oberfläche schien endlos und er hatte das Gefühl ersticken zu müssen. Als würden unsichtbare Hände ihn immer wieder weiter nach unten ziehen. Er versuchte sich zu wehren und plötzlich traf er auf etwas festes und wachte auf, versuchte sich aufzusetzen und gleichzeitig zu fliehen, als sein Kopf in unglaublichen Schmerzen explodierte und er stöhnend wieder zurückfiel, den Kopf mit den Händen umklammernd.

Erbarmungswürdig, wie der Mann so da lag, fand Trinity. Er hatte eine ganze Menge durchgemacht, nachdem zu urteilen was 'ihre Vier' so erzählt hatten. Sie musterte ihn genauer... langes dunkles Haar das sich hier und da zu leichten Locken formte, ein schlanker, sehniger Körper... seine Haut war dunkel im Gegensatz zu ihrer und seine Augen schienen ein tiefes Blau zu haben - nach allem was sie von ihnen erhaschen konnte, bevor er sie mit einem schmerzvollen Stöhnen wieder schloß. Er war nicht unattraktiv, im Gegenteil... aber nicht ihr Typ.
Er war schwach. Offensichtlich jemand, der nicht gewöhnt war sich zur Wehr zu setzen und das hatte ihn nun fast das Leben gekostet. Trotzdem erwachte so etwas wie Mitleid in ihr, als sie sah, daß er offenbar große Schmerzen hatte. Sie ging ins Bad und holte eine kleine Ampulle mit einer klaren Flüssigkeit. Sie riß ein durchsichtiges Plastikpäckchen auf, entnahm daraus einen frischen Injektor und füllte die Medizin ein. Sorgsam ergriff sie einen der überraschend muskulösen Arme des Mannes und injizierte das Mittel, das innerhalb weniger Sekunden wirken würde.

Er spürte, wie jemand nach ihm griff und versuchte instinktiv sich zu wehren, aber sein Körper wollte ihm nicht gehorchen. Und dann ließen die Schmerzen in seinem Kopf plötzlich nach, als würden sie einfach verblassen. 'Drogen', warnte ihn eine innere Stimme sofort, aber er konnte nur Dankbarkeit empfinden. Langsam klärten sich seine Gedanken soweit, daß er wieder denken konnte. Und sofort schrillten alle Alarmglocken in ihm. Wo war er? Was war passiert? Er hatte das bestimmte Gefühl, daß etwas furchtbares passiert war, an das er sich nicht mehr erinnern konnte... wollte.
Langsam öffnete er die Augen und stellte fest, daß er sich in einem abgedunkelten Zimmer befand. In einem größeren, luxuriöseren Bett, als er je besessen hatte. Und daß eine Frau, die aussah als sei sie direkt aus einer Domina-Werbung geklettert, neben ihm auf der Bettkante saß und ihn mit einem gewissen klinischen Interesse musterte.

Trinity beobachtete, wie der Mann offenbar versuchte seiner Lage Herr zu werden. Er mußte verwirrt sein, vielleicht verängstigt. An wieviel von gestern Abend konnte er sich noch erinnern? Schon allein, um nicht zuviel Gefühl in diese Angelegenheit zu bringen, beschloß Trinity den Mann und alles was mit ihm zusammenhing als 'reine Geschäftssache' zu behandeln. "Ich bin Trinity" erklärte sie auf seinen fragenden Blick hin, "und Sie sind Gast in meinem Haus, dem 'Matrix'. Sie wurden schwer verletzt, sind aber auf dem Wege der Besserung. Sie sollten noch etwas schlafen und sich ausruhen."

"Was ist passiert?" Es war die Frage, die am lautesten nach Beantwortung verlangte, aber ganz sicher nicht die einzige. Matrix... hatte er den Namen nicht irgendwann schon mal gehört...? Von Pink... irgendein Club, der ihr gut gefiel...?

"Ich hoffe, daß Sie mir das sagen können." Trinity überlegte, wieviel vom Interesse ihrer Auftraggeber an dieser 'Pink' sie gegenüber dem Fremden preisgeben durfte. Nach einem kurzen Zögern fuhr sie fort. "Es scheint, als wären Sie in einen ziemlich üblen Streit mit ein paar Vampiren geraten. Sie haben Glück, daß wir sie noch rechtzeitig gefunden haben."

Vampire...? Die Erinnerung schlug wie eine Woge über ihm zusammen. Jemand klopfte an der Wohnungstür... ein seltsam drückendes Gefühl im Kopf... er hatte die Tür geöffnet, nur Schatten wahrgenommen... sie hereingebeten... Viggo schloß fest die Augen. Er hatte sie hereingebeten. Wie hatte er so unglaublich dumm sein können?! Er hätte merken müssen, daß sie ihn beeinflußten. Ein harter Schlag hatte ihn gegen einen Tisch befördert.
Dann war Pink aufgetaucht, hatte angefangen sich mit den Eindringlingen zu prügeln... Dinge waren zu Bruch gegangen. Er hatte versucht, sich weiter zurückzuziehen zu seinem Arbeitszimmer, aber sein Kopf hatte sich wie taub angefühlt. Gehirnerschütterung - ergänzte sein medizinisches Wissen jetzt. Sie hatten Pink mitgenommen. Da war er ganz sicher. Und dann? Er war sich nicht sicher. Seine Erinnerungen waren nur schattenhaft. Es waren zwei zurückgeblieben. Um mit ihm zu spielen. Aber er konnte sich nicht genau erinnern, was sie getan hatten. Schock - die Erinnerung würde langsam zurückkehren. Aber Viggo was sich gar nicht so sicher, ob er das überhaupt wollte...
Er drückte die Handballen gegen seine geschlossenen Augen und versuchte die Bilder zu verjagen, die dahinter aufsteigen wollten. 'Konzentrier dich', befahl er sich selbst. Wie bist du hier her gekommen? "Wer hat mich gefunden?" fragte er, ohne die Augen zu öffnen.

Da war sie. Die Frage, die nicht so leicht zu beantworten war, ohne zu verraten, daß sie nach dieser Pink gesucht hatten. Aber was sollte es schon ändern, wenn er es wußte? Offensichtlich hatte er keine allzuwichtigen Informationen mehr für sie und wenn er irgendwie ausrastete, würde sie schon in der Lage sein ihn zu handhaben. Außerdem war das Haus voll von Leuten, die zu ihrer Unterstützung kommen würden - und um ihn daran zu hindern, das Matrix zu verlassen, falls er das versuchen sollte. Also antwortete sie wahrheitsgemäß. "Eines meiner Teams hat Sie gefunden."

Eines ihrer Teams...? Viggo öffnete überrascht die Augen. "In meiner Wohnung? Und was haben sie da gemacht?" Plötzlich meldete sich sein Mißtrauen zu Wort. Er kannte diese Frau nicht und er hatte nur ihr Wort, daß er sich in diesem Nachtclub befand. Genauso gut konnte er in irgendeinem Raum der Arcologie sein und die Frau für die Fürstin arbeiten. Aber was wollten sie von ihm, wenn sie Pink hatten? Was wollten sie überhaupt noch, wo jetzt sowieso alles zu spät war? Wenn Pink verloren war, was alles verloren.
Aber er durfte trotzdem nicht so einfach aufgeben. Vielleicht gab es noch irgendeine Möglichkeit, die er nur im Moment nicht sehen konnte. Er hatte noch nie aufgegeben, egal was passiert war. Er würde es auch jetzt nicht tun. Er musterte die Frau - Trinity - erneut, und versuchte irgendetwas aus ihrem ausdruckslosen Gesicht herauszulesen. "Was wollen Sie von mir, daß Sie ein "Team" zu mir schicken?"

Beinahe hätte Trin amüsiert gelächelt. Der Mann war einfach zu vorhersehbar. "Von Ihnen? Gar nichts. - Wir waren auf der Suche nach jemandem, der 'Pink' heißt. Eine junge Frau, soviel wir wissen. Soweit uns bekannt ist, befindet sie sich in großer Gefahr, deshalb haben wir ein Team geschickt, daß sie... in Sicherheit bringen sollte. Wie es scheint, kamen wir jedoch zu spät. Sie stehen dieser Pink nahe?" Trinity interessierte sich nicht wirklich dafür, aber es konnte nicht schlecht sein, ein bißchen mehr über den Mann in Erfahrung zu bringen.

Ob er ihr nahestand? Beinahe hätte Viggo aufgelacht. Das konnte man so sagen. Er hatte sich um sie gekümmert, seit er sie vor vierzehn Jahren aus einem Labor geholt hatte. Und vorher hatte er sein Leben damit verbracht, nach ihr zu suchen. Auf sie hatte sich seine ganze Hoffnung gerichtet. Und diese Trinity wußte anscheinend auch über Pink Bescheid. Sie und ihre Auftraggeber. "Sie interessieren sich für Pink's Sicherheit?" fragte er, Trinity's eigene Frage völlig ignorierend. "Und wer noch? Für wen arbeiten Sie und Ihr Team, wenn man fragen darf...?"

Trinity schaute ihn eisig an. Wenn hier einer Fragen stellte, dann doch wohl sie. Aber in seiner Situation hätte sie sich wohl sicherlich nicht anders verhalten. Doch Trin merkte, wie die ganze Sache immer mehr begann sie zu langweilen. Sich schon halb vom Bett erhebend, bemerkte sie "Ich bin nicht befugt, Ihnen das zu sagen. Aber ich bin sicher meine Auftraggeber werden all ihre Fragen beantworten, sobald es Ihnen besser geht. Sie sollten jetzt noch etwas schlafen. Ich sehe später wieder nach Ihnen." Und damit war für sie die Sache erledigt.

Viggo war nicht überrascht. Er hatte nicht wirklich erwartet eine brauchbare Antwort zu erhalten. Tatsächlich wunderte es ihn jetzt, daß er nicht in einer finsteren Kerkerzelle aufgewacht war. Er war sich nicht sicher, was dieses Spiel sollte, aber er war nicht gewillt es mitzuspielen. "Entweder Ihre Auftraggeber haben Pink und Sie halten mich fest, weil Sie mich brauchen um sie zur Kooperation zu zwingen." sagte er nachdenklich. "Oder sie haben Pink nicht und dann wollen sie Informationen von mir. Es würde mich schon interessieren auf welcher Seite Sie stehen, aber das werden Sie mir wohl auch nicht sagen, oder?"

Trinity konnte sehen, daß der Mann in tiefer Sorge war. Diese Pink mußte ihm viel bedeuten. Aber sie überließ es besser Sue, die Fragen des Mannes zu beantworten. Was auch immer man mit dem Mann vorhatte, es ging sie nichts an und Trinity wußte, daß man sich besser aus solchen Angelegenheiten heraus hielt. Es war sehr viel gesünder so. Trin warf dem dunkelhaarigen Mann noch einen nachdenklichen Blick zu, setzte dann ihre Sonnenbrille wieder auf und wandte sich zum gehen. "Schlafen Sie." war alles was sie zum Abschluß zu ihm sagte. Es klang beinahe wie ein Befehl. Warum fühlte sie sich auf einmal so unwohl in seiner Umgebung?

Viggo spürte so etwas wie bitteres Amüsement in sich aufsteigen. "Ich sollte wohl davon ausgehen, daß ich mich in diesem Zimmer frei bewegen darf, aber Sie mir anraten, es 'zu meiner eigenen Sicherheit' nicht zu verlassen?" fragt er leise, während sie zur Tür ging. Nun, dachte er, wenigstens hatte er eine Kerkermeisterin mit einem hübschen Hintern. Man sollte immer versuchen, noch etwas Positives an einer Situation zu finden.

Trinity stockte in ihrer Bewegung. Die Andeutung eines Lächelns stahl sich auf ihr Gesicht, als sie sich zu ihm umdrehte. Irgendwie süß, wie er versuchte seine Angst zu überspielen. Und sein Galgenhumor gefiel ihr. "Das wäre anzuraten." bemerkte sie und lächelte ein wenig breiter, dann riß sie sich zusammen, drehte sich hastig um und ging etwas schnelleren Schrittes zur Tür und verließ den Raum.
Sie machte die Tür hinter sich zu und achtete sorgfältig darauf, daß sie auch hinter ihr einrastete. Wenn der Mann da drin nicht fähig war sechsstellige Computercodes mit den bloßen Fingern zu knacken, würde er dieses Zimmer nicht allein verlassen. Sie blieb vor der Tür stehen und atmete einmal tief durch. Gerade als sie in Richtung ihrer eigenen Zimmer gehen wollte, hielt eine ihr wohlbekannte Stimme sie zurück. "Hi, Trin." Sie drehte sich betont langsam um und sah den Elfen an, der nur wenige Schritte entfernt lässig an der Wand lehnte, die Arme vor der Brust verschränkt.
Er war wie immer perfekt gekleidet. Schwarze Hose, enganliegendes dunkelgrünes Seidenhemd, goldene Manschettenknöpfe, ein schwerer Siegelring, die langen blonden Haare waren glatt zurückgekämmt und fielen ihm bis auf die Schultern. Er strahlte grenzenlose Selbstsicherheit aus. Trinity hatte keine Ahnung, wie er in ihre kleine Zuflucht gekommen war, ohne daß sie es bemerkt hatte und wie jedes Mal ärgerte sie sich darüber. "Sean." sagte sie, ihre Stimme nur mit Mühe ruhig haltend. "Was führt dich denn zu mir?"

Sean grinste und stieß sich mit einer geschmeidigen Bewegung von der Wand ab. "Dasselbe wie immer... ich wollte dich sehen...", seine Augen versuchten ihren Blick zu fangen und die Eisigkeit darin zum schmelzen zu bringen. "Außerdem meinte Mutter es wäre angebracht, daß jemand darauf aufpaßt das dein neuer Gast sich auch gut benimmt." Und mit unschuldigem Gesichtsausdruck fragte er beinahe beiläufig "Oh, wo wir schon beim Thema sind... - lebt er eigentlich noch?"

Trinity war hin und her gerissen, zwischen dem vertrauten Wunsch ihn zu ohrfeigen für seine verfluchte Selbstverliebtheit, und dem Wunsch ihn bei seinen spitzen Elfenohren zu packen und jeden klaren Gedanken aus seinem Kopf zu küssen. Sie tat beides nicht und verschränkte statt dessen ihrerseits die Arme. "Es geht ihm den Umständen entsprechend." beantwortete sie seine Frage. "Und ich wüßte nicht, wozu ich einen Leibwächter brauche..."

Sean lachte leicht. Das war seine Trinity! Er wußte, daß die Herrin des Matrix es haßte, wenn jemand sie behandelte, als wäre sie ein zu beschützendes schwaches Ding, unfähig sich selbst zu helfen. Aber Sean hatte seine Anweisungen. Er lächelte breiter und überquerte die räumliche Distanz zwischen ihnen mit wenigen Schritten. "Ob es dir nun gefällt oder nicht, Liebes, aber ich habe nun mal die Aufgabe dich zu beschützen. Und es wird mir sogar ein großes Vergnügen sein auf deinen wundervollen Körper aufzupassen!" erwiderte er lachend. "Natürlich muß ich dazu in deiner Nähe bleiben... ganz nah..." neckte er, die Stimme bereits mit dem tiefen Ton der Verführung unterlegt. Besitzergreifend legten sich seine Hände um ihre schmale Taille.

Trinity runzelte die Stirn ablehnend und preßte gleichzeitig ihren Körper näher an Sean's. Er sah einfach zu gut aus, fühlte sich zu gut an, um sich die Gelegenheit entgehen zu lassen. Und er wußte es genau. Bastard. "Ich dachte, du sollst auf ihn aufpassen, nicht auf mich..." sagte sie spöttisch. "Solltest du da nicht ihm deine ganze Aufmerksamkeit widmen?" Sie ließ einen Finger langsam die Kante seines Ohres entlangfahren. Sie wußte genau, wo seine empfindlichsten Punkte zu finden waren.

Er ließ seinen Kopf ein wenig zur Seite sinken und seufzte leise. Hmm... das fühlte sich gut an. Beinahe schnurrte er vor Wohlbehagen. "Ich soll aufpassen das er *dir* nichts tut, Darling, und ich denke es wird deshalb das beste sein, wenn du sowenig wie möglich in seine Nähe kommst. Laß doch deine Leute nach ihm sehen, Trin. Wir könnten derweil 'andere Dinge' besprechen." Und er lehnte sich vor, um den strengen Zug ihres Mundes mit sanften Küssen zu erweichen.

Sie wich seinem Kuß geschickt aus. "Wie geht es jetzt eigentlich weiter?" fragte sie und löste sich aus seiner Umarmung. "Hat deine Mutter irgend etwas dazu gesagt? Man kann ja nicht gerade sagen, daß alles nach Plan verlaufen ist."

Sean gab ein etwas frustriert klingendes Geräusch von sich und ließ sich wieder gegen die Wand fallen. Einen kurzen Moment lang schaute er Trin nur mit seinen unergründlichen Augen an, um dann in einem beinahe gelangweilten Tonfall zu antworten. "Mutter war selbstverständlich äußerst 'betrübt' über die ganze Angelegenheit. Immerhin ist der Feind jetzt im Vorteil. Mutter denkt jedoch das man vielleicht noch das eine oder andere retten könnte. Mit ein paar gewagten und äußerst gefährlichen Manövern - die selbstverständlich von unseren 'Ressourcen' ausgeführt werden würden - könnte man diese Pink vielleicht 'befreien', bla bla... und so weiter - Noch mehr langweilige Details oder können wir jetzt vielleicht endlich zu den interessanteren Sachen übergehen? Ich wüßte da was..." und er versuchte erneut sie in seine Arme zu ziehen.

Wiederum wich Trinity ihm aus und ging statt dessen den Flur hinunter. "Sean, ich bin seit fast 24 Stunden auf den Beinen... Nicht alle Leute haben soviel Freizeit wie du. Ich brauch erstmal 'ne Pause." Sie lächelte ihn über die Schulter an. "Du kannst ja mal meine Sicherheitsvorkehrungen überprüfen. Dafür bist du schließlich hier. Wir sehen uns dann, wenn ich ausgeschlafen habe."

Sean starrte ihr etwas verdutzt nach. Sollte sein Charme diesmal etwa versagt haben? <Unmöglich.> entschied er. Ob sie vielleicht wirklich müde war? Ach lächerlich! Da mußte was anderes dahinter stecken... Beinahe knurrte er vor lauter Frustration, als er beschloß letztendlich das zu tun wozu er hergeschickt worden war und nach diesem verletzten Typen zu sehen. Sean lächelte grimmig. Mann, er war jetzt wirklich sauer...

*****

Im Lagerhaus der "Skulls" war es erstaunlich ruhig, wenn man bedachte, daß sich die Sonne schon wieder dem Horizont näherte, und die Gang normalerweise um diese Zeit aufstand. Die einzigen Geräusche waren das gleichmäßige Hämmern von Hammer auf Metall von ganz unten, wo Tank an einer seiner Skulpturen arbeitete.
Nikita, die Anführerin der "Skulls", kletterte eine letzte Leiter hinauf und sah sich in einem der wenigen tatsächlichen Räume in der Lagerhalle um. Früher war es eine Art Büro gewesen, aber Ewan hatte es in seine private Höhle verwandelt. Nikita fragte sich immer wieder, wie ein Mensch soviel Kram ansammeln konnte. Sie selbst besaß ein paar Klamotten, Waffen und ihr Motorrad. Aber der Magier der "Skulls" liebte Gerümpel und die anderen hatten sich angewöhnt, ihn damit zu versorgen. Irgend jemand brachte ihm immer irgend etwas mit, das er vielleicht gebrauchen konnte.
Sie sah zu dem großen Bett hinüber und mußte lächeln. Ewan lag komplett angezogen auf dem Bauch, den Kopf unter einem Kissen vergraben. Anscheinend war es doch eine nette Nacht gewesen, wenn er so erschöpft war. Aber der Junge hatte auch wirklich lecker ausgesehen. Ewan hatte eben einen guten Geschmack. Nikita setzte sich neben ihm auf's Bett und zwickte ihn in den dargebotenen Hintern.

Ewan zuckte zusammen und gab ein durch das Kissen gedämpftes "Humpfh?" von sich. Ein langgezogenes Gähnen folgte und dann zogen er mit noch etwas trägen Armen das Kissen von seinem Gesicht. Ewan's Augen waren noch etwas vom Schlaf verquollen und er blinzelte durch halbgeöffnete Lider. "Nikita?", krächzte er, und fuhr sich mit beiden Händen durch das zerzauste Blondhaar. Das Runzeln seiner Stirn verriet, daß er irgend etwas zu überlegen schien. "Wie spät ist es ?", fragte er nach einer kleinen Weile.

Nikita warf einen kurzen Blick auf die Uhrzeit, die ihre Cyberware am unteren Rand ihres Gesichtsfeldes einblendete. "Kurz vor sechs." Sie grinste auf den verschlafenen Magier hinab. "Muß ja eine heiße Nacht gewesen sein, mit deinem kleinen Loverboy...?"

Ewan grinste Nikita schief an und warf ihr eines der kleinen Kissen an den Kopf. "Bist du gekommen, weil du gehofft hattest noch einen Blick auf ihn werfen zu können?" neckte er. "Tut mir ja leid dich enttäuschen zu müssen, aber er ist leider schon wieder weg." ergänzte er ein bißchen wehmütig.

"Na so toll kann er ja nicht gewesen sein." meinte Nikita spöttisch. "Oder du läßt echt nach. Oder wieso war es so leise hier oben? Hast du mir nicht vor ein paar Wochen erzählt, daß du den Kleinen immer zum Winseln bringst...?"

Ups... tja, was sollte er darauf nur sagen? Es war sicher besser die anderen glauben zu lassen, daß Bray nichts weiter als ein nettes Spielzeug für ihn war. Dann würden sie weniger Fragen stellen. Aber dann sollte er sich jetzt mal eine glaubwürdige Ausrede einfallen lassen, warum gestern Nacht nicht die Wände gewackelt hatten, oder Nikita würde sofort mißtrauisch werden. Mist, das er beim Sex auch immer so laut sein mußte... Die anderen hatten ihn schon früher damit aufgezogen und er hatte stets gönnerhaft gelächelt, aber jetzt ärgerte es ihn zum ersten Mal wirklich.
"Ähem... tja... - Sex zwischen Magiern?" plapperte er das erste was ihm einfiel, bereits mit Genugtuung registrierend das Nikita bei dem Wort 'Magier' geistig abschaltete. - Die Gang war wirklich dankbar, daß sie auf seine übersinnlichen Fähigkeiten zurückgreifen konnten, aber auf sein Fachgesimpel waren sie weniger scharf. Kurz und gut - sie verstanden nicht mal das kleinste bißchen von dem, was er versucht hatte ihnen zu erklären.
"Mann war das geil..." fuhr Ewan breit grinsend fort "und glaub mir - im 'Astralraum' war sein Winseln noch mehrere Meilen weit zu hören!" Ewan konnte förmlich sehen wie die Rädchen in Nikita's Kopf arbeiteten und sie erwog, ob sie ihm den Quatsch abkaufen sollte oder nicht.

"Sex unter Magiern... soso..." Nikita hatte Ewan eigentlich aufziehen wollen, aber auf seine Fachsimpelei konnte sie gut verzichten. "Na, solange es dir Spaß gemacht hat..." Sie rieb sich die Nase. "Was kostet das eigentlich im "Horny Pony" so? Der Junge war echt niedlich, vielleicht probier ich den auch mal."

Für einen Moment war Ewan einfach sprachlos. Zum Glück bemerkte er noch rechtzeitig, daß er vor Entsetzen den Mund in stummen Protest aufgeklappt hatte und jetzt wohl ziemlich verwirrt und dümmlich aussehen mußte. Er tat, als müßte er nur gähnen und machte den Mund wieder zu.
"Äh, kosten... au das kann teuer werden, ich meine, er ist ein Magier und so, naja eigentlich Schamane, aber nur ein bißchen begabt, weißt du, und deshalb ist da ein ziemlicher Aufschlag drauf..." Ewan wußte, daß er stammelte. Es war ihm egal. Oh Himmel! Wenn Nikita jetzt wirklich auf die Idee kam Bray zu bestellen! Ewan fühlte, wie ein dicker Kloß sich in seinem Hals festsetzte und ihn zwang, mit beinahe pubertärer Stimme zu sprechen.
"Nikita, wirklich, ich glaube der Junge ist nichts für dich. Er sieht gut aus, ja, zugegeben, aber diese ganze Magie und so - du hast doch gar nicht wirklich was von ihm, wenn du nicht magisch begabt bist! Seine ganzen Spezialitäten und so... ich meine, was ich wirklich damit sagen will ist..."

Nikita zog eine Augenbraue hoch und starrte den Magier an. Das konnte doch wohl nicht sein. Konnte es wirklich sein, daß Mr. Coolness etwas für diesen Jungen empfand? Sie war kein Experte was das Einschätzen von Emotionen bei anderen anging, aber das hier war selbst für sie offensichtlich. Ewan zitterte ja geradezu bei dem Gedanken, irgend jemand könnte sein kleines Boytoy anrühren. Du meine Güte. Nikita schüttelte den Kopf.
"Na na... Ewan... nun beruhige dich wieder." sagte sie. "War ja nur so ein Gedanke. Ich will ihn dir bestimmt nicht wegnehmen." Sie boxte ihn freundschaftlich gegen die Schulter. "Wir sind doch Kumpels. Und wenn der Kleine für dich irgendwie wichtig ist, versteh ich das. Ich meine..." Sie grinste. "Niedlich genug ist er ja..."

Ewan konnte es nicht verhindern das er vor Erleichterung seufzte. Er fühlte sich ganz schwindlig im Kopf. Das Gespräch eben hatte ihm eines wieder erschreckend klar gemacht - wenn er Bray nicht zu sich bestellte, würde es ein anderer tun. Schon der bloße Gedanke daran machte ihn krank. Bray gehörte jetzt zu ihm! Und nur zu ihm... Ewan blickte unsicher zu der Anführerin der Skulls. "Nikita?" wisperte er leise, "Ich brauche Geld..." und der blonde Magier senkte verschämt seinen Kopf und vergrub das Gesicht in den Händen.

Was war das nun wieder? An diesem Abend schaffte Ewan es irgendwie, Nikita andauernd zu verwirren. "Was hat das denn jetzt damit zu tun?" fragte sie.

"Einfach alles." kam die noch verwirrendere Antwort. Nachdem sie eine Weile schweigend dagesessen hatten und Nikita schließlich mit einem Räuspern andeutete, daß sie nicht gewillt war, das als einzige Erklärung gelten zu lassen, gab sich Ewan einen Ruck und gab kleinlaut zu: "Bray...der Junge von gestern Nacht.. er heißt Bray, weißt du... also er... wir... naja - ich will 'mit ihm zusammen sein', verstehst du? Ich meine, so oft es eben geht. Und nicht in dieser ollen plüschigen Fickbude 'Horny Pony', sondern hier, bei mir. Und dafür brauch' ich Geld. Er ist teuer, wie ich dir schon gesagt habe...ach shit." Ewan schniefte und sah Nikita mit großen Augen an. "Ich will nicht das ihn ein anderer vögelt." erklärte er mit Nachdruck, "Ich ertrag das nicht."

"Du bist verknallt." stellte Nikita nicht wirklich überrascht fest. "Na da hast du dir ja genau den Richtigen ausgesucht." Sie sah, daß Ewan die Tränen in die Augen stiegen und zog ihn mütterlich an sich. "Ach Ewan, is' ja gut... ich weiß ja wie das ist, wenn man sich verliebt." Sie streichelte beruhigend über seinen Kopf. "Aber das ist bei Nutten eben so, daß sie sich von jedem ficken lassen der zahlt. Damit mußt du dich abfinden. Oder ist er auch in dich verliebt?"

Ewan kämpfte dagegen an, in Nikita's starken Armen einfach loszuheulen. Er wollte nicht, daß die Frau ihn von einer so schwächlichen Seite sah. Er hatte das bisher kaum zugelassen und er hielt es auch immer für angebracht seine Gefühle zu unterdrücken. Gefühle machten verwundbar, und er hatte auch Verantwortung für die Gang zu tragen. Ewan war sich nicht sicher, ob Nikita es gutheißen würde, daß er sich so verletzlich machte durch seine Beziehung zu Bray. Sie selbst schien ja immer so kontrolliert! Aber aus Nikita's Miene sprach wahres Mitgefühl und Ewan fühlte, daß sie ihn verstand.
"Ich glaube, er liebt mich auch.", antwortete er leise, "Ich hoffe es. Zumindest hat er mir gestern das Leben gerettet. Man rettet doch nicht das Leben von jemandem, der einen nur für's ficken bezahlt, richtig?" Es war eine Frage die er sich auch selbst schon gestellt hatte. Heute morgen, auf dem Heimweg vom 'Matrix'. Ewan hing an Nikita's Lippen als hinge seine ganze Welt davon ab und diesmal schämte er sich gar nicht für seine Gefühle. Er wollte nur ein bißchen Trost, wollte das sie ihm sagte, das alles gut werden würde.

Wenn das überhaupt noch möglich war, war Nikita jetzt noch verwirrter. "Moment mal... er hat dir das Leben gerettet? Ewan, kann ich diese Geschichte bitte von Anfang an hören. So langsam verliere ich den Faden." Sie sah den Magier fragend an und ihr wurde bewußt, daß er sie geradezu verzweifelt anstarrte. "Und nein, ich kann mich nicht erinnern, schon mal gehört zu haben, daß irgendeine Nutte einem Kunden das Leben gerettet hat." fügte sie hinzu. "Was läuft da eigentlich zwischen euch ab?"

Ewan löste sich abrupt von ihr und zog die Decke fester um sich. Seine rechte Hand fuhr erneut hektisch durch seine Haare. Er hatte schon viel zuviel gesagt. Das war nicht gut. Bray würde sauer sein. Ewan kannte Nikita. Sie würde nicht lockerlassen bis sie über die ganze Geschichte Bescheid wußte und dann... ja, was dann? Der Magier hatte das dumpfe Gefühl das die Dinge dann komplett außer Kontrolle geraten würden, wenn die Frau beschloß selbst nach dem rechten zu sehen.
"Tut mir leid. Ich hätte dir das nicht erzählen sollen." sagte er plötzlich mit ziemlich kühler Stimme. Das beste war, Nikita einfach abzuschrecken, dann würde sie ihn schon in Ruhe lassen. "Eigentlich geht es dich ja auch nichts an.", fügte er hinzu. "Was ich neben meinen Gangaktivitäten mache, ist schließlich meine Sache. Was ich im Moment wirklich gebrauchen könnte, wären ein paar Kröten zusätzlich, aber so wie ich das sehe, wirst du mir die nicht geben, oder? Tja, dann muß ich wohl meine anderen 'Freunde' anpumpen."
Er machte Anstalten aus dem Bett aufzustehen. Er konnte Nikita nicht ansehen. Er schämte sich so. Sie belügen zu müssen war schrecklich, und sie hatte es auch nicht verdient, daß er so fies zu ihr war. Sie wollte ihm nur helfen, das war klar. Aber er durfte sie da nicht mit hineinziehen. Seine Beziehung zu Bray stand eh auf so wackeligen Beinen. Aber wer Ewan kannte, wußte, daß er manchmal ein Arschloch sein konnte. Nikita würde schon darüber hinwegsehen können. Zumindest hoffte er das.

Die Anführerin der "Skulls" musterte ihren Magier mit hochgezogenen Augenbrauen. Da hatte sie ja in ein echtes Wespennest gestochen. Was auch immer zwischen Ewan und dieser kleinen Nutte lief, sie waren mehr als nur in einander verliebt, ansonsten hätte Ewan niemals einen solchen Aufstand gemacht. Ihre Neugierde war mehr als nur geweckt, aber Nikita beschloß, Ewan jetzt nicht zu verhören. Er würde doch nichts ausspucken und nur immer verstockter werden. Sie kannte genug Magier um zu wissen, wie sehr es sie aufregte, wenn man versuchte Geheimnisse aus ihnen herauszubekommen. Statt dessen beschloß sie, Ewan in der nächsten Zeit einfach besonders gut im Auge zu behalten. - Für den Fall, das er sich in irgendwelche Schwierigkeiten brachte. "Tja, ich kann dir ein paar Credits borgen." sagte sie. "Wenn dir das irgendwie weiterhilft...?"

Ewan stand mit dem Rücken zu ihr und schloß die Augen in Erleichterung und Scham, als er Nikita's Angebot hörte. Manchmal dachte Ewan, das er solche Freunde eigentlich gar nicht verdient hatte. Er holte einmal tief Luft und drehte sich dann langsam zu ihr um. "'kita... entschuldige, ich bin so ein Arsch, ich... ich kann dir wirklich nicht mehr sagen, ich wünschte ich könnte. Wie auch immer... - Danke für das Geld. Du bekommst Deine Credits natürlich zurück. Es kann aber vielleicht ein wenig dauern." Er ließ ein wenig hilflos die Schultern hängen. Seine Hand griff nach ihrer und er lächelte matt. "Danke."

Nikita zuckte die Schultern. "Hey Mann, kein Problem. Dazu hat man doch Freunde. Hmm..." Sie kramte in einer ihrer Taschen, holte ein zusammengerolltes Bündel Geldscheine hervor und drückte ihm die Hälfte davon in die Hand. "Da. Gib's mir wieder, wenn du's entbehren kannst." Sie klopfte ihm auf die Schulter. "Und grüß deinen Süßen mal von mir." Sie warf wieder einen Blick auf die Uhrzeit. "Ich hab noch ein Date zu erwischen. Wir sehen uns dann später."

Noch lange nachdem Nikita den Raum verlassen hatte, stand Ewan einfach nur so da, die rechte Hand mit den raschelnden Geldscheinen zur Faust geballt. Sein Blick hing wie festgefroren an einem bunten Comic Heft. "Spiderman"...

 

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TEIL 6

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