"SubMission"
Teil 2
by Beryll & Vagabond
Intimacy, laughter and promised joy
- but it’s not a happy house where we live.
Meaningful embraces, kisses and passion
- but it’s not love that we give
*****
Eine Stadt wie diese besitzt viele Hurenhäuser, doch
wohl kaum eines verdient den Ausdruck "exotisch" so sehr wie das
"Horny Pony".
Nur hier finden sich wirklich alle Rassen, alle Absonderlichkeiten und ganz
bestimmt für 'jeden Geschmack’ etwas. Vor allem letzteres.
Die Vampire lieben diesen Ort, und das ist von Vorteil. Denn was die Uralten
lieben, das darf weiter existieren. - Es gibt nicht vieles in der Stadt, was
so alt ist, wie das "Horny Pony"...
*****
Bray ließ den Kopf zurückfallen und starrte zu
den Wasserflecken an der Decke hinauf. Wie sehr er diesen Ort haßte!
Dieses alte, stinkende Haus, das getränkt war mit dem Schmerz und dem
Leid seiner Bewohner.
*Wolf* heulte in seinem Kopf, und nicht vor Begeisterung so wie er selbst
es noch vor wenigen Augenblicken getan hatte. Bray's Totem-Geist haßte
es sich zu unterwerfen, haßte es, wenn Bray auch noch Spaß daran
hatte, und ganz besonders haßte es den Mann der jetzt erschöpft
zwischen Bray's Schenkeln lag und nach Atem rang.
Die letzten Wellen des Orgasmus, zu dem Ewan ihn gezwungen hatte, liefen aus
und Bray fühlte sich wieder einmal von sich selbst angewidert. Wieso
gelang es gerade Ewan immer wieder ihn mitzureißen? Er schob den anderen
Mann grob von sich herunter, setzte sich auf und schwang die Füße
vom Bett. Einen Moment lang verkrampften sich sein Hände in die rosige
Samtdecke, die zerwühlt unter seinem Kunden lag.
War das geil gewesen! Ewan keuchte schwer und preßte
seine Stirn gegen die verschwitzte Haut seines kleinen Loverboys. Er liebte
es ihn zu vernaschen. Bray war einfach anders als die übrigen Nutten
hier. Er hatte etwas *besonderes*. Etwas das Ewan zwar eine hübsche Stange
Geld mehr kostete, aber das jeden Besuch bei Bray zum unvergeßlichen
Ereignis machte.
Ewan – selbst ein Magier - hatte es sofort gespürt als er Udo's
kleinem Liebesnest einen ersten Besuch abgestattet hatte - Bray's Aura war
nicht so starr wie die der anderen, nicht so geschwächt. Sie pulsierte
und leuchtete wie ein Feuer in der Dunkelheit. Kein Zweifel, Bray war magisch
begabt. Und die unkontrollierbare Art und Weise wie die Magie in ihm fluktuierte
war für Ewan ein sicheres Zeichen das es sich dabei um schamanistische
Magie handelte. Bray folgte ganz offenbar dem Pfad eines Totems.
Ewan grinste, er wußte welches Tier es war. Er hatte es gesehen - oder
vielmehr es ihn. Als Bray sich in wilder Ekstase unter ihm wand hatte sein
Totemgeist mit ihm geknurrt. "Wolf", der einsame Wanderer. Seine
gelben zornigen Augen hatten Ewan zu durchschauen versucht, aber die Barriere,
die der Hermetiker um seinen Geist gewunden hatte, nicht zu durchdringen vermocht.
Das Totemtier raste vor Wut. *Wolf* folgte nur dem Führer seines Rudels,
und das war Ewan mit Sicherheit nicht.
Des Magier’s Lippen waren während des vorangegangenen heißen
Liebesspiel über Bray's Kehle gewandert und hatten besitzergreifend Gebiet
markiert. Kein Zweifel, daß der dunkelhaarige Junge unter ihm es genossen
hatte. Leise jaulend hatte er sich ihm hingegeben, unterwürfig Ewan's
Vormachtstellung akzeptierend. Und schämte sich jetzt ganz offensichtlich
dafür.
Rauh stieß er den Magier von sich und setzte sich auf. Bray versuchte
sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr sein Stolz verletzt war, als er aufstand
und begann seine Sachen einzusammeln, die in dem kleinen Zimmer verstreut
lagen. Doch Ewan's wissende Augen sahen hinter die kühle Maske. Noch
herrlich ermattet lehnte sich er in die Kissen zurück und betrachtete
genußvoll den nackten sündigen Körper von Bray.
Bray war versucht, sich so schnell wie möglich anzuziehen
und zu verschwinden, aber *Wolf* ließ es nicht zu. Er würde nicht
auch noch Feigheit zeigen... Nachdem er sich ganz in Ruhe seine zerrissene
Jeans angezogen hatte, wandte er sich wieder dem Bett zu, auf dem Ewan thronte,
als hätte er gerade eine herausragende Leistung vollbracht.
Bray spürte ungezügelten Haß in sich aufsteigen. Wie gern
hätte er dem Arschloch einfach die Kehle herausgerissen. Aber er mußte
sich zusammenreißen, mußte ruhig bleiben. Und ganz sicher nicht,
weil er Angst vor Ewan gehabt hätte. Nur weil er seine Tarnung nicht
gefährden durfte. 'Nur deswegen, nur um das Rudel zu schützen',
hielt er auch Wolf noch einmal vor und der zog sich knurrend ein wenig zurück.
"Bist du jetzt fertig?" fragte er und legte soviel Verachtung in
seine Stimme wie er konnte. "Oder soll ich dir vielleicht noch einen
blasen?" Er kannte Ewan inzwischen gut genug um zu wissen, daß
der andere mindestens eine halbe Stunde brauchte um wieder fit zu werden.
Und daß ihn das maßlos ärgerte.
<Dieses kleine Miststück.> Was dachte der Junge
eigentlich, wer er war? Andere würden sich um einen Fick mit ihm reißen
und Bray bekam auch noch Geld dafür! Also was sollte jetzt das Gekläffe?
Es war immer dasselbe mit dem Jungen...
Mit leicht säuerlichem Blick betrachtete Ewan sein Gegenüber und
beschloß den sarkastisch gemeinten Kommentar zur Strafe als ernsthafte
Option in Erwägung zu ziehen. Die Kissen waren so herrlich weich und
das Bett unter ihm gab wunderbar nach... Ja, er hatte nichts dagegen sich
zum Abschluß noch einmal so richtig bedienen zu lassen. Schließlich
hatte er ja die Stunde zuvor ganze Arbeit geleistet, oder nicht?
Der blonde Magier grinste anzüglich und spreizte einladend seine Beine.
Liebevoll strich er über seinen noch völlig ermatteten Schwanz und
winkte Bray einladend zu sich heran. "Gerne mein Süßer."
antwortete er auf Bray's Frage hin. "Ich weiß doch wie sehr du
meinen Schwanz liebst. Ich bin mir sicher mit ein bißchen Zuwendung
deinerseits steht mein kleiner Freund hier schon bald wieder zu unser beider
Verfügung."
Ewan gefiel sich in seiner Rolle. Manchmal war es einfach wunderbar ein Arschloch
zu sein. Er wünschte er hätte darauf geachtet ein Zimmer mit Spiegel
zu bestellen. Der Magier liebte es, sich dabei zu sehen. Nun ja, das nächste
Mal.
"Mach's dir doch selber!" Die Worte waren aus Bray's Mund ehe er sie aufhalten konnte. Und er war sich nicht mal so ganz sicher, ob es *Wolf* gewesen war oder doch er selbst. Und eigentlich tat es ihm auch nicht wirklich leid. Dieser eingebildete Hurenbock! Glaubte er tatsächlich, Bray würde sich jetzt vor ihn knien und auf seinem schlaffen Schwanz kauen, bis der wieder unter die Lebenden zurückkehrte? Fuck! Irgendwo hatte auch Bray's Geduld ihre Grenzen!
‚Wahh?’ Ewan fiel der Mund auf. Das war doch...! "Hör mal Du kleines Stück Shit, ich hab 'ne schöne Stange Geld für dich gezahlt und dafür will ich auch was geboten bekommen! Und jetzt sieh zu das du deinen Hintern hier rüber bewegst, verstanden?"
Einen Moment lang meldete sich wieder Bray's Vernunft zu Wort und fast hätte er gehorcht, aber dann hob er stolz den Kopf und funkelte Ewan an. "Du hast für einen Fick gezahlt, den hast du gekriegt. Jetzt verpiß dich!" Zum Teufel mit der Vorsicht, dieses eine Mal würde er nicht klein bei geben.
Das war zuviel! Mußte er sich jetzt auch schon von
Huren beleidigen lassen? "Okay Mann", zischte er, "jetzt bin
ich richtig sauer. Wollen wir doch mal sehen was das 'Management' dazu sagt,
hm? Ich bin sicher, Mr. Kier wird nicht gerade begeistert sein das hier jemand
seinen Job nicht richtig erledigt. Genieß diesen Augenblick des Triumphs
mein Junge, denn eines verspreche ich dir - er wird gleich vorbei sein. Ich
hab' gesagt ich will deinen Mund ficken und das werde ich verdammt noch mal
auch tun, verlaß dich drauf!"
Und damit begann Ewan wütend sich seinerseits in Klamotten zu werfen
und stolzierte dann mit hochrotem Kopf zur Tür hinaus, offensichtlich
auf der Suche nach Udo.
Bray starrte ihm nach und spürte wie sich das vertraute kalte Gefühl der Angst in seinen Magen senkte. Er wußte was jetzt passieren würde. Wußte es nur zu genau. Und dennoch, sein verfluchter Stolz hielt ihn fest, hielt ihn davon ab Ewan zurückzuhalten und sich zu entschuldigen. Wenigstens würde er es nicht freiwillig tun. Er blieb im Zimmer stehen, die Hände zu Fäusten geballt, und wartete auf das Unausweichliche.
Ewan war wütend den langen Korridor zu Udo's Zimmer
entlanggestürmt, immer noch innerlich brodelnd. Er hatte sich fest vorgenommen
eine Szene zu machen, daß in diesem Haus die Wände wackelten, aber
einmal vor Udo's Zimmer angelangt war er sich da nicht mehr so sicher. Denn
gab es zwischen ihm und Bray nicht immer Zwischenfälle dieser Art? Das
war es doch, was er so an dem Jungen mochte, oder? Daß er nicht einer
dieser willenlosen, zugedröhnten Idioten war die sonst noch für
Udo arbeiteten.
Er hatte ein paar von ihnen ausprobiert, nicht schlecht wirklich, Udo's Boys
waren delikat, aber diese abgestumpften Seelen vermochten es schon lange nicht
mehr ihn zu reizen. Bray dagegen... Ewan mußte lächeln. War es
nicht gerade diese Heftigkeit und Impulsivität die ihn jedes Mal so unermeßlich
erregte?
Ewan's Zorn verrauchte und schlug langsam in Amüsement um. Er holte tief
Luft und strich sich mit beiden Händen durch's Haar, langsam wieder Kontrolle
erringend. Durch die Türen der umliegenden Zimmer drangen gedämpfte
Geräusche, manche fordernd, manche ergeben, aber alle desselben Ursprungs.
Ein Haus voller Sünde. Hier wurde es niemals Tag.
Er starrte den Korridor hinunter und wurde sich zum ersten Mal bewußt
wie heruntergekommen der Laden eigentlich war. Sicher, die Wände waren
mit dezenter Seidentapete bezogen und der Fußboden mit rotem Teppich
bedeckt. Aber die Tapeten hatten Wasserflecken und blätterten bereits
an einigen Stellen ab und der Teppich hatte auch schon bessere Zeiten gesehen
- im letzten Jahrhundert.
Unschlüssig wandte sich der Magier wieder um und ging langsam zurück
in Richtung Zimmer. <Was soll's.>, dachte er sich. <Der Junge ist
auch nur ein Mensch. Ist bestimmt kein leichtes Leben hier... Ich sollte nicht
immer so fies zu ihm sein...>
Natürlich gab es keinen Grund sich zu entschuldigen. Er hatte für
etwas bezahlt was Bray ihm verweigert hatte, Ewan hatte allen Grund wütend
zu sein! Aber er beschloß gnädig, es noch mal im ruhigen zu versuchen.
Er hatte schließlich Klasse! Bray stand immer noch an derselben Stelle
wie vorhin, die Hände zu Fäusten geballt. Ewan kaute nervös
an seiner Unterlippe... <Was nun?> ... Die Frage wurde ihm abgenommen
als sich hinter ihm plötzlich zwei Gestalten energisch ins Zimmer drängten.
"Gibt es hier irgendein Problem?" fragte die seidige
Stimme, die dem Besitzer des "Horny Pony" gehörte. Bray warf
einen kurzen vernichtenden Blick zu Ewan. 'Feigling', fauchte *Wolf* in seinem
Kopf dem Magier zu. 'Hast nicht mal den Mut deine Kämpfe allein auszufechten!'
Dann sah er zu Boden. Es hatte ja doch keinen Sinn. Wenn es nur um ihn selbst
gegangen wäre, hätte er diese Sache bis zum Schluß durchgezogen,
aber er mußte auch an die anderen denken. Sie waren ein Team, sein Rudel,
und außerdem seine besten Freunde. Er würde sie nicht verraten.
Auch wenn er dafür sich selbst verraten mußte.
Ewan fuhr erschrocken herum. <Da haben wir den Salat.>
dachte er. Er hätte doch wissen müssen das die Sinne des Vampirs
ihn spürten, als er vor Udo's Zimmer stand. Mist, warum hatte er daran
nicht gedacht? Natürlich nahm der 'Herr des Hauses' jetzt an, das irgendwas
nicht in Ordnung war und hatte beschlossen selbst nach dem rechten zu sehen.
Bray's Blick sagte alles. Diese verfahrene Situation war wohl nicht mehr zu
retten.
Die Präsenz der zweiten Gestalt machte Ewan noch zusätzlich nervös.
Die Frau trug schwarzes Leder und ihre dunklen Haare fielen dick auf ihre
Schultern. Ihr Gesichtsausdruck verriet keine Emotionen, aber ihre ganze Haltung
drückte Agressivität aus. Aeryn war ein Werwolf, daß hatte
Ewan in ihrer Aura gespürt schon als er sie das erste Mal gesehen hatte.
Bray würde Ärger bekommen, soviel war klar.
Ewan lächelte Udo unsicher zu. "Problem?...Äh, nein wieso?...
Kein Problem. Ich hatte nur...ich wollte...wir...." Genau. Wie galant
er die Situation doch gerettet hatte! <Idiot!>, dachte sich Ewan und
seufzte hilflos.
"Hat der Kleine wieder Ärger gemacht?" fragte
Udo mitfühlend mit dieser seidig öligen Stimme die sich ins Ohr
schlich, und noch Stunden später dort zu verweilen schien. Mit einem
plötzlichen Schritt war er neben Bray, packten den Jungen am Kinn und
zog seinen Kopf hoch.
"Na Bray?" seine Stimme wurde ganz sanft, "Haben wir wieder
unsere schwierigen fünf Minuten? Brauchen wir wieder mal eine weitere
Lektion?"
Wieder loderte Zorn in Bray auf, aber diesmal trat er das Feuer sofort aus
und ließ nur Angst nach draußen. "Verzeiht, Herr." murmelte
er und versuchte verzweifelt Udo anzusehen ohne seine wahren Emotionen in
seinen Augen zu zeigen.
Er spürte wie die scharfen Sinne des Vampirs nach ihm tasteten und zeigte
ihm nur seine ganze Schwäche, das Gefühl des Elends, das ihn oft
genug überkam um echt zu wirken. Sekundenlang starrte Udo ihn an, dann
war er offenbar befriedigt mit dem was er gesehen hatte und ließ ihn
los. "Was hat er denn angestellt?" wandte sich Udo an Ewan und gab
Bray einen winzigen Moment erleichtert durchzuatmen. Nun standen ihm nur noch
Erniedrigung und Schmerzen bevor, aber wenigstens waren seine Freunde sicher.
"Ähem, angestellt?" Ewan wand sich etwas unbehaglich. Die Nähe des Vampirs verursachte ihm Kopfschmerzen. "Nein, wirklich... es ist alles in Ordnung Mr. Kier. Ich bin... zufrieden... wie immer." Ewan sah, das Udo ihm kein Wort glaubte. Der Vampir hatte sein übliches schmieriges Lächeln aufgesetzt und nickte, aber seine Augen blickten kalt und durchdringend. <Er durchschaut mich.> wußte Ewan. Die Sinne des Vampirs erkannten die Wahrheit.
Udo Kier betrachtete den Menschen vor sich. Insgeheim lachte
er. Der kleine Magier versuchte sich vor ihm abzuschirmen, versuchte ihn zu
belügen - wie rührend. Er fand es immer wieder amüsant wie
seine Boys es schafften, Kunden um den Finger zu wickeln.
Und sein Sorgenkind Bray.... Ts ts ts... er hatte nur Ärger mit dem Jungen.
Natürlich war Udo sofort klar gewesen, daß der Junge mal wieder
nicht gespurt hatte. Er konnte das unerfüllte sexuelle Verlangen des
blonden Kunden noch immer riechen, seine gerade erst verrauchte Wut und immer
noch lodernde Hitze.
Es war der Wolf in Bray, wußte Kier, der ihn so aufmüpfig sein
ließ. Soweit er das sehen konnte, steckte der Kleine noch in den Kinderschuhen
was Magie anging, konnte nur ein paar nette Spielereien. Seine Kundschaft
fand es exotisch und die Nachfrage nach dem niedlichen dunkelhaarigen Jungen
war groß. Aber sein Wolfstotem trieb ihn doch immer wieder zu Unverschämtheiten
und die konnte Udo beim besten Willen nicht durchgehen lassen. Immer wieder
hatte er sich den Jungen vorgenommen, aber Bray besaß einen unglaublichen
Dickschädel. Es würde noch einige Zeit dauern bis er ihn endgültig
gebrochen hatte.
"Komm Bray, du hast unseren Gast noch nicht angemessen verabschiedet.",
sagte er sanft zu dem Jungen. Er sah zu wie ein unmerklicher Schauer durch
Bray's Körper lief, aber dann kniete er vor Ewan nieder, den Kopf gesenkt.
"Kann ich noch etwas für Sie tun, Herr?" fragte Bray in die
erwartungsvolle Stille des Zimmers hinein.
Es war gar nicht so schwierig sich zu unterwerfen. Viel schwieriger
war es, *Wolf* unter Kontrolle zu halten. Und das auch noch so, daß
niemand im Raum bemerkte, wie zornig sein Totem wirklich war. Wenn er es jetzt
von der Leine ließ... dann würde der Ausdruck 'heißer Zorn’
eine ganz neue Bedeutung bekommen...
Er stellte sich vor wie Udo, Ewan und auch Aeryn in einem Feuerball schreiend
vergingen. Malte sich in allen Details Ewan's überraschten Gesichtsausdruck
aus und plötzlich mußte er ein Grinsen unterdrücken.
Und er stellte zu seiner eigenen Verwunderung fest, daß er Ewan eigentlich
so nicht sterben sehen wollte. Er war ein Arschloch, ja, daran bestand kein
Zweifel. Aber er war auch einer der wenigen Kunden, die sich überhaupt
dafür interessierten ob es Bray auch Spaß machte. Nicht einer von
denen, die ihr Vergnügen darin fanden andere zu quälen. Er wollte
einfach nur ficken und wer konnte das einem so verklemmten Lebewesen wie einem
Hermetiker schon allen Ernstes vorwerfen?
Ewan schluckte schwer, die Temperatur im Raum schien mit
jeder Minute weiter zu steigen. Oh Gott, jetzt kniete der Junge auch noch
vor ihm, dieser unglaubliche Mund zum greifen nah... Es wäre ein Leichtes
gewesen jetzt das einzufordern was der andere ihm vorhin verweigerte hatte.
Und es wäre Ewan's gutes Recht, nicht wahr? Warum tat er es also nicht?
Ewan fühlte den Blick des Vampirs auf sich brennen. Udo genoß dieses
kleine Schauspiel ganz offensichtlich. Der weibliche Werwolf an seiner Seite
stand einfach nur da, ein bedrohlicher Schatten im Hintergrund. Ewan's Blick
fiel zurück auf Bray, der seinen Kopf immer noch gesenkt hielt. Der Magier
spürte wie sein Glied heftig und prall gegen seine geschlossene und eindeutig
zu enge Hose preßte. Es war nicht zu übersehen.
Sein Kopf fühlte sich zentnerschwer an, ihm schwindelte. Er räusperte
sich und schaffte es irgendwie Worte aus seiner Kehle zu quetschen. "Danke
Bray, aber ich glaube für heute ist es genug. Ich bin... sehr zufrieden....
bis nächste Woche dann." Seine Hand glitt zitternd einmal über
Bray's weiche Wange, streichelte sanft und verharrte einen Augenblick, dann
riß er sie beinahe gewaltsam zurück. Er nickte Udo noch einmal
zu und wandte sich in Richtung Tür. <Raus hier... und schnell!>
Bray sah ihm überrascht nach. Mit allem hätte er
jetzt gerechnet aber damit bestimmt nicht. Hatte Mister ‚Ich-bin-ein-eiskaltes-Arschloch'
vielleicht so etwas wie ein Gewissen? Es machte natürlich keinen wirklichen
Unterschied. Was er nicht für ihn getan hatte, würde er jetzt an
Udo wiedergutmachen müssen. Aber das hatte Ewan schließlich nicht
wissen können. Bray machte sich eine geistige Notiz daran zu denken,
wenn der Magier das nächste Mal zu ihm kam.
Dann stand er mit einem innerlichen Seufzen auf und ging zum Herrn des Hauses
hinüber, schob seine Haare zur Seite und bot ihm seinen Hals dar, so
wie es ihm beigebracht worden war.
Kier beobachtete mit unbeweglichem Gesicht und eingefrorenem
Lächeln wie der blonde Kunde das Zimmer verließ und schaute dann
wohlgefällig zu wie Bray zu ihm herüber kam und sich darbot. Wenigstens
etwas das der Junge gelernt hatte. Natürlich würde ihn das nicht
vor einer Bestrafung retten. Dafür hatte der Vampir selbst viel zu viel
Spaß an solchen 'Exempeln'. Sein kleines Hündchen Aeryn und er
würden sich noch ausreichend mit dem Jungen befassen aber es konnte sicher
nichts schaden vorher noch einen kleinen erfrischenden Happen zu sich zu nehmen.
Mmm... das Blut von diesem hier war wie ein frischer junger Wein. Es fehlte
ihm noch die Schwere und Reife, dennoch benebelte er die Sinne und durchfloß
die Adern wie ein verjüngender Quell. Udo zog Bray mit hartem Griff zu
sich heran und seine spitzen Fänge durchdrangen die zarte Haut des Jungen.
Der rasende Puls unter seinen Lippen machte ihn so unendlich geil. Gierig
trank er Schluck um Schluck des hervorsprudelnden Saftes, gerade genug um
Bray ein wenig benommen zu machen. Dann ließ er ihn vorsichtig auf das
Bett gleiten.
Bray fühlte die vertraute Panik in sich aufsteigen, die immer über ihn kam, wenn Udo von ihm getrunken hatte. Dieses Gefühl seinen Körper nicht mehr kontrollieren zu können, ausgeliefert zu sein. Er sah zu wie Udo die Tür schloß und sich mit diesem widerlich zärtlichen Lächeln zu ihm umdrehte. Nun war es also wieder soweit...
*****
Creeping shadows
hide the light
a city
forever awake
through the night
hides from the sun
only bloodied fangs
flashing white
*****
Zum wiederholten Male fragte sich Bray, warum die Treppe
ins Dachgeschoß kein Geländer hatte. Handelte es sich um eine besondere,
wohl überlegte Schikane von Udo, damit seine Jungs und Mädels das
letzte Stück in ihr Zimmer noch einmal als besondere Qual empfanden?
Oder war es einfach aus Baufälligkeit weggebröckelt?
Nachdem er vier Stufen der schmalen Stiege überwunden hatte, mußte
er innehalten um nicht wieder hinunterzufallen. Alles schien sich um ihn zu
drehen. 'Blutverlust' sagte er sich mit einem gewissen klinischen Interesse.
Sein Herr und Meister hatte sich wieder einmal hinreißen lassen und
mehr getrunken, als Bray eigentlich verkraften konnte. Wenn das wenigstens
alles gewesen wäre...
Er schüttelte sich bei dem Gedanken an die vergangenen zwei Stunden und
sackte sofort stöhnend auf die Knie, als seine gebrochenen Rippen sich
schmerzhaft bemerkbar machten. Ihm tat alles weh. Er war übersät
mit Kratzern, Bißspuren, blauen Flecken und Schnitten. Udo hatte ganze
Arbeit geleistet. So schnell würde Bray diese Lektion nicht vergessen.
Der Herr des "Horny Pony" wußte genau, daß er bei Bray
nicht darauf achten mußte, keine Spuren zu hinterlassen. Die äußerlichen
Wunden konnte Bray heilen. Auch seine Rippen hätte er problemlos flicken
können, aber das durfte er nicht. Damit hätte er offenbart, daß
er mehr als nur ein paar Tricks beherrschte. Bray verzog das Gesicht zu einer
selbstironischen Grimasse. Was für ein böser Scherz. Das er die
Schmerzen der gebrochenen Rippen würde erdulden müssen, obwohl er
genau wußte, daß er nur einen Zauberspruch von Heilung entfernt
war. Mühsam zog er sich wieder auf die Füße. Er mußte
es irgendwie nach oben schaffen.
Shakira döste. Dahingehaucht in einem viel zu kleinen Sessel schnarchte die Orkfrau leise vor sich hin bis ein schmerzvolles Aufstöhnen sie aus ihren süßen Träumen riß. Shakira war augenblicklich hellwach. Mit weitaufgerissenen Augen starrte sie auf den verletzten Jungen, der sich gerade mühsam ins Bett schleppte. Der dunkelhaarige Schamane war einer ihrer engsten Freunde. Gehörte zu "ihrer Familie", wenn man so wollte. Wie viel hatten sie schon zusammen durchgestanden... - und es sah ganz danach aus, daß noch einiges folgen würde. Die Situation analysierend, war ein lautstarkes "Scheiße... " erst mal alles, was Shakira auf die Schnelle herausbrachte.
Bray ließ sich völlig erschlagen auf sein schmales
Bett fallen und rang um Atem. Er spürte eine Welle der Sorge aus Shakira's
Richtung über sich zusammenschlagen und seltsamerweise machte es das
sofort einfacher. Er sah seine Freundin mit einem schiefen Lächeln an.
Sie war mit sehr großem Abstand die hübscheste Orkfrau die Bray
je gesehen hatte. Klein, beinahe zierlich für ihre Rasse. Ihre Hauer
ragten kaum über ihre Unterlippen und strahlten in weichem Elfenbein.
Ihre leuchtenden grünen Augen strahlten immer Wärme und Freundlichkeit
aus, es sei denn jemand bedrohte einen ihrer Freunde. Eine wilde blonde Mähne
umgab ihren Kopf wie ein außer Kontrolle geratener Heiligenschein, aus
dem ihre spitzen Ohren nur gelegentlich hervorragten.
"Geht gleich wieder." brachte er atemlos hervor.
"Machst du Witze, Mann?" stieß Shakira hervor und hastete an die Seite ihres Freundes. "Du siehst aus wie... wie Shit, Bray. Ehrlich, da gibt's nichts zu beschönigen." Mit rauher Zärtlichkeit fuhren ihre Finger durch das Haar des Schamanen. "Was haste denn diesmal nur angestellt, daß Udo dermaßen ausgerastet ist?" fragte sie und fügte mit haßerfüllter Stimme hinzu "Ich schwör dir diesmal kill ich den Vampy, Bray. Das war jetzt genau einmal zuviel! Dieses Schwein..." und damit war sie schon halb auf dem Weg zur Tür.
"Kira, nein." Bray war zu erschöpft aufzustehen, aber er hoffte, daß Shakira ihm wenigstens zuhören würde. "Glaubst du nicht, ich hätte ihm auch selbst seinen kleinen bleichen Arsch toasten können? Wozu laß ich mich von ihm fertig machen? Damit du dann das Vergnügen hast ihn umzubringen?" Er ließ den Kopf gegen die Wand fallen. "Uff... Gott... fühle ich mich Scheiße..."
Die Orkfrau stemmte die Hände in die Hüften und
ließ den Kopf hängen. Oh wie sie diesen ganzen Dreck hier haßte!
Sie alle hätten schon längst mit Udo, diesem kleinen Wichser, abrechnen
sollen, anstatt sich immer wieder von ihm vögeln zu lassen. Irgendwann
war es doch schließlich mal genug, oder? Wenn nur dieser verdammte Auftrag
nicht wäre. Der Grund warum sie hier festsaßen und wie die Lämmer
warteten das man sie zur Schlachtbank führte. "Verdammt, Bray! Ich
hab diese Scheiße hier so satt!" funkelte sie ihren Freund an.
Langsam ging sie zu dem kleinen schäbigen Waschbecken mit dem großen
Sprung in der Mitte und nahm einen etwas schmuddeligen, aber angenehm naßkalten
Lappen heraus. "Hier..." Shakira preßte das Tuch vorsichtig
auf den nächstbesten größeren blauen Fleck. "Hast du
schlimme Scherzen?"
Bray unterdrückte den Wunsch mit den Schultern zu zucken
gerade noch rechtzeitig. "Man könnte sagen, mir tut wirklich alles
weh. Ist schon erstaunlich wie gründlich dieser Blutsauger ist. Wenigstens
war Aeryn dabei." Er dachte an die Werwölfin und spürte wieder
einmal *Wolf* in seinem Herzen voller Schmerz heulen. "Sie kann auch
nichts gegen Udo machen, aber wenigstens schlägt sie nicht so hart zu."
Er nahm Shakira den Lappen ab und wischte sich die Blutspuren vom Hals und
aus dem Gesicht. "Wenn dieses Scheusal wenigstens richtig essen könnte..."
bemerkte er sarkastisch.
Halbherzig lachte Shakira mit. Sie gab Bray geräuschvoll
einen Schmatz auf die Wange und seufzte. "Was glaubst Du, wie lange müssen
wir noch hier bleiben?" fragte sie zögerlich. "Die verarschen
uns doch, meinst du nich? Ich meine, was haben wir denn bis jetzt schon groß
herausgefunden über die Vampies? Außer vielleicht ihre Schwanzgröße..."
Shakira lachte geräuschvoll und ausführlich über ihren Witz.
Ihren Kopf neben dem von Bray an die Wand lehnend und den gleichen undefinierbaren
Punkt an der verdreckten Wand gegenüber anstarrend, überlegte sie
weiter. "Ob Orli und Heath die Daten gekriegt haben? Oh Mann, wenn das
geklappt hat! Vielleicht können wir Udo dann schon heute Abend den Hals
umdrehen! Das wär' so Sahne..." Die Orkfrau lächelte glücklich.
Offenbar malte sie sich gerade in allen schmerzhaften Einzelheiten aus, wie
sie den Vampir endgültig ins Reich der Toten befördern würde.
Bray nickte müde. "Entschuldige mich mal." murmelte er. "Ich will nur eben das Gröbste zusammenflicken." Er schloß die Augen, ließ seine Wahrnehmung in die Astralebene gleiten und begutachtete seinen eigenen Körper. Seine Aura war ein wahres Patchwork aus verschiedenen Beschädigungen. Er borgte sich ein klein wenig Energie von *Wolf* und machte sich daran, die Schäden auszubessern. Nur die Rippen ließ er wie sie waren. Das würde er so durchstehen müssen.
Shakira beobachtete Bray aufmerksam, als dieser begann sich
mit Hilfe seiner Magie zu heilen. Es war faszinierend zu sehen wie die blauen
Flecken langsam verschwanden, als würde jemand sie einfach wegwischen.
Bray knurrte leise und kehlig und manchmal winselte er. Shakira kannte das
und war nicht beunruhigt. Sie wußte das der Schamane mit seinem Totem
kommunizierte.
*Wolf* - als Freund der beste den man sich nur wünschen konnte und als
Feind mit Sicherheit ein gefährlicher Gegner. Shakira hatte Bray vielleicht
zwei oder dreimal wirklich heftige Magie wirken sehen und es war äußerst
beeindruckend gewesen. Der Junge hatte es echt drauf, gar keine Frage!
Mit einem erleichterten Seufzen setzte sich Bray etwas aufrechter hin und schenkte Shakira ein echtes Lächeln. Seine Rippen taten immer noch weh, aber das würde er schon überleben. "Jetzt geht's mir besser." erklärte er. "Und wenn mir dieser beschissene Magier irgendwann mal außerhalb dieses Bordells begegnet, reiße ich ihm die Kehle raus..."
"Magier?", fragte Shakira verwirrt und begann ein paar von Bray's Zöpfen aufzudröseln und ordentlich neu zu flechten. "Keine Ahnung was Du meinst, Mann. Was is'n eigentlich genau passiert, Bray?"
Bray drehte sich so, daß sein Rücken an Shakira's
Knien lehnte, und sie besser an seine Haare kam. "Dieser ‚Ewan’.
Dieser dreckige kleine Hermetiker, der glaubt er wäre der wiederauferstandene
Merlin." Bray hätte am liebsten ausgespuckt. "Gott, ich hasse
es, wenn er mich fickt." 'Und trotzdem hat er dich nicht gezwungen ihm
einen zu blasen, sondern er ist gegangen' sagte eine sanfte Stimme in seinem
Kopf. Bray entschied sich ihr nicht zuzuhören. Er mußte seinen
Zorn einfach loswerden.
"Er findet es immer besonders toll, daß ich ihm gehorchen muß.
Weil ich Schamane bin und er Hermetiker. Und heute is' mir einfach der Kragen
geplatzt und ich hab irgendwas dummes gesagt. Und da ist er gleich zu Udo
gerannt, um sich zu beschweren."
"Was dummes, hm?" Kira konnte nicht verhindern das ihr ein leises Lachen entkam. Sie wußte wie heftig Bray reagieren konnte, wenn er wütend war. Sicher hatte er diesem Magier gehörig die Meinung gestoßen. Und nach allem was sie sonst noch so über diesen 'Ewan' gehört hatte, der nun schon seit einem halben Jahr regelmäßig kam um Bray zu ficken, war es ein Wunder, daß der Hermetiker jetzt nicht als angekokelter Fleck an der Wand klebte. Shakira schüttelte nur den Kopf. "Und der liebe Onkel Udo hat sich natürlich gleich besorgt der Sache angenommen, was?" Einen Zopf zusammenbindend und mit dem nächsten beginnend, hakte sie vorsichtig nach. "Glaubst du, daß dieser Ewan noch mal wieder kommt?"
Bray verzog das Gesicht. "Worauf du dich verlassen kannst." knurrte er. "Hat sich mit "bis nächste Woche" verabschiedet. Und er will bestimmt sehen, ob seine Beschwerde auch was gebracht hat." Sein Gesicht verzog sich zu einem wölfischen Zähnefletschen. "Irgendwann beiß ich ihm den Schwanz ab, mal sehen ob er dann auch noch lacht."
Shakira gab ihm einen leichten freundschaftlichen Klaps auf den Hinterkopf und lachte. "Oller Verrückter." grinste sie, erleichtert das Bray die Sache nicht zu sehr zu schaffen machte. Nun ja, über diesen Punkt waren sie alle mehr oder weniger hinaus. "Solltest jetzt vielleicht ein wenig schlafen." drängte sie mütterlich. "Warte mal, ich hab' irgendwo noch Verbandszeug, wir können das mit deinen Rippen doch nicht so lassen..." und schon war sie aufgesprungen um in einem der verbeulten Metallschränke zu wühlen.
Sie wurde unterbrochen, als die Tür zu ihrer kleinen
Kammer geöffnet wurde und die beiden weiteren Bewohner hereinkamen. Oder
eher hereinstolperten. Heath stützte Orli, der nicht ganz so zerschlagen
aussah wie Bray noch vor wenigen Minuten, dafür aber um so erschöpfter.
"Hey Leute." begrüßte Heath Shakira und Bray. Orli gab
nur ein müdes Seufzen von sich und ließ sich auf sein Bett fallen.
Shakira und Bray sahen sich an. Die beiden Neuankömmlinge schauten nicht
gerade enthusiastisch, oder? Die Orkfrau kratzte an einem ihrer Hauer, der
immer zu jucken anfing, wenn sie nervös war. "Hallo...UndwasisthabtihrdieDaten?"
stieß sie ungeduldig hervor, beunruhigt von einem zum anderen guckend.
Seltsamerweise begann Orli plötzlich zu lachen als wäre er komplett
durchgeknallt. "Die Daten..." giggelte er. "Ja, was ist eigentlich
mit den Daten?" Orli griff sich ein Kissen und stülpte es sich in
einer Art Dach auf das Gesicht. "Heath würdest du vielleicht...?"
hörte man seine gedämpfte Stimme darunter brummeln. Shakira fiel
einfach nur der Mund auf und sie blickte hilfesuchend zu Bray der an seiner
linken Schläfe eine eindeutige Drehbewegung mit seinem Zeigefinger machte.
Kira nickte. <Genau... Orli war offensichtlich endgültig durchgedreht...>
Heath warf Orli einen besorgten Blick zu. Auf der Fahrt zurück zum Bordell hatten sie sich sorgfältig voneinander ferngehalten. Wenn Udo herausfand was sie jetzt verband, würde er es nur gegen sie verwenden. Noch ein kleines Geheimnis. Er würde mit Orli reden, wenn sie allein waren. Aber jetzt... "Ja, ich hab die Daten gekriegt. Alles okay." Er stellte fest, daß er plötzlich wie ein Idiot grinste. Und nicht wegen den Daten, sondern weil plötzlich wirklich alles viel hoffnungsvoller wirkte. "Wir müssen sie nur noch abliefern."
"Sahne!" seufzte Shakira glücklich. "Jetzt
haben wir die Scheiße hoffentlich bald hinter uns. Wann treffen wir
unseren Kontakt?" fragte sie zu Bray hin gewandt.
"Klärt Trinity. Wir sollen ihr einfach Bescheid geben wenn wir die
Daten haben."
Kira nickte, zufrieden mit Bray's Antwort. "Cool. Dann machen wir das
gleich morgen, Jungs. - So, und jetzt hab' ich noch eine Verabredung."
Sie verdrehte die Augen in Mißbilligung. "Mein 22.00 Uhr Termin.
Ich hoffe ihr kommt solange ohne mich klar?" fügte sie mit neckischem
Zwinkern hinzu. Pflichtbewußt äußerten die anderen das Gegenteil
und Shakira griff sich ein Kissen und warf es nach dem Erstbesten. Es war
Heath, dessen merkwürdiges Grinsen daraufhin noch breiter wurde. "Bis
nachher Kira."
Heath ließ sich auf einen Sessel gegenüber dem
Bett fallen. Orli lugte unter seinem Kissen hervor, grinste Heath breit an
und machte eine fragende Augenbewegung in Richtung Bray.
Heath wollte gerade etwas zurückgestikulieren, als auch Bray aufstand.
"Entschuldigt mich Leute, ich brauch frische Luft." sagte er. "Wenn
jemand nach mir sucht, ich bin auf dem Dach." Er sah von einem zum anderen.
"Und macht nichts unanständiges solange ich weg bin." fügte
er hinzu und zwinkerte Heath zu.
'Hätte ich mit gleich denken können, daß er uns durchschaut'
dachte der und sah zu wie der Schamane die Tür hinter sich schloß.
Dann wandte er sich wieder Orli zu. "Wie fühlst du dich?" fragte
er, immer noch ein wenig besorgt. "Wieder besser?"
Sofort wurde Orli ruhiger. Heath's Besorgnis hatte immer diesen Effekt auf ihn. "Ja." flüsterte er. "Du hast es besser gemacht." Und Orli ließ sich vom Bett gleiten und kroch langsam zu Heath hinüber. Seine Bewegungen waren geschmeidig wie die einer Raubkatze, alle Müdigkeit schien von ihm abgefallen zu sein. Seine Augen funkelten dunkel und verheißungsvoll. Orli streckte sich. Auf seinen Knien, die Hände sacht auf Heath's Oberschenkel gelegt, reckte er seine Lippen zu denen des anderen empor - einen langen sanften Kuß einfordernd.
Einen Moment lang war Heath schwindlig, so schnell verließ das Blut sein Gehirn, um sich dorthin zu begeben wo es jetzt dringender gebraucht wurde. Gott, wie lange kannten sie sich jetzt schon? Seit zwei Jahren? Wieso hatte er nie in Orli gesehen was er jetzt sah? Eine Kreatur so traumhaft schön und begehrenswert, daß seine Hände ganz von selbst sein Gesicht umfaßten, er sich vorbeugte, ihn küssen wollte, dann doch zuerst aus dem Sessel glitt bis er Orli gegenüber kniete und dann... Ganz langsam näherten sich ihre Lippen einander, jeden Millimeter genießend. Wieder ließ Heath sich in Orlis braune Augen fallen, tauchte in ihnen unter. Als sich ihre Lippen endlich berührten, lief es wie ein Schock durch seinen ganzen Körper. Ließ alles in ihm erzittern.
<So vollkommen.> war alles was Orli denken konnte. Heath war wie ein Engel, so hell und leuchtend... blonde Locken, die ein unschuldiges Gesicht umspielten. Er hatte schon immer gefunden, daß sein Freund wunderschön war, aber jetzt nahmen Orli's Augen begierig jedes Detail von Heath auf, um es sich einzuprägen für die Ewigkeit. Zärtlich spielte Orli's Zunge im Mund des anderen und die entstehende erregende Wärme glitt wohlig über Orli's ganzen Körper. Wie sehr er den anderen spüren, ihm nah sein wollte! Das Gefühl von Harry abwaschen, und von jedem anderen der ihn je zuvor berührt hatte. Es war so wunderbar wie sie beide so voreinander knieten, das erste Mal in ihrem Leben in einer Position, in der man zu gleichen Teilen gab und nahm.
Ewige Sekunden gab sich Heath einfach nur von ganzer Seele
dem Kuß hin. Dann begannen seine Finger durch Orli’s Haar zu streichen,
weiter nach unten über den schlanken Nacken, die wohlgeformten Schultern,
glitten unter das weite Hemd und Orli’s Rücken hinab, wieder herauf,
strichen zärtlich über die Schlüsselbeine und den starken Brustkorb,
wo er die Spuren von Harry's Bissen spürte. Federleicht wisperten Heath’s
Finger über die wunden Stellen, nahmen Schmerz und ließen nur kribbelnde
Erregung zurück.
Ohne ihren Kuß auch nur einmal zu unterbrechen, begann Heath die Knöpfe
an Orli’s Hemd zu öffnen. Ein wenig ungeduldig zog er das Hemd
aus dessen Hose und dann von seinen Armen. Er wollte Orli’s Haut spüren.
Ganz und gar. Sich im Körper des anderen verlieren. Sein ganzer Körper
schien in Flammen zu stehen, so sehr begehrte er den anderen.
Für einen Moment lang fühlte sich Orli hilflos
und gefangen. Gefangen in der Routine, die wie selbstverständlich die
Kontrolle über seinen Körper ergriff. Es war, als würde ein
Programm für ihn übernehmen. Sex auf Abruf, einfach abgespult. Orli
begann leicht zu zittern - das durfte nicht passieren! Nicht mit Heath. Er
wollte ihn nicht einfach ficken - er wollte ihn *lieben*. Und Orli stellte
zu seinem eigenen Erstaunen plötzlich fest, das er nicht mehr sicher
wußte wie das überhaupt ging. Wie konnte es anders sein, als es
mit Harry gewesen war? Würde es ab einem gewissen Punkt nicht einfach
nur noch zu demselben gleichförmigen Akt werden?
Unsicherheit breitete sich immer weiter in Orli aus und er tat, was das einfachste
war, das was er immer tat - er setzte sein verführerischstes Lächeln
auf und begann mit "Programm A"... klick...vorsichtig Heath's Hände
von seinem Körper lösend, begann Orli den anderen behutsam auszuziehen...klick...
sanfte Küsse auf fester glatter Haut... klick... "Du riechst so
gut weißt du das?"... klick... Orli's Finger an Heath's Hose...
klick...
"Orli... NEIN!" Heath packte Orli’s Hände und hielt sie fest. Einen Moment hatte er sich einfach nur den Liebkosungen des anderen hingeben wollen, aber bei dem Satz 'du riechst so gut' läuteten in seinem Kopf die Alarmglocken. Zu oft hatte er diesen Satz in diesem Tonfall von Orli gehört. Ihn zu oft selber gesagt. Er hob Orli’s Hände an seine Lippen und küßte sie, versuchte verzweifelt die Tränen zurückzuhalten, die ihm in die Augen stiegen. "Nicht so." flüsterte er. "Bitte nicht so..."
Orli's Blick schien an den silberglänzenden Knöpfen von Heath's verwaschener Jeans festzufrieren. Er konnte dem anderen einfach nicht in die Augen schauen. <Was habe ich nur gemacht?> dachte er verzweifelt, <Oh Gott...> Ihm wurde schlecht, als er begriff was eben passiert war. Er hatte soeben beinahe alles zerstört was sich gerade zwischen ihm und Heath aufzubauen begann. Heiße Tränen liefen seine Wangen herab und tropften stumm auf den alten zerschlissenen Teppich unter ihnen. Orli saß einfach nur da und sah ihnen zu, wie sie in dem abgetretenen Stoff versanken.
Heath fühlte sich ganz wirr von all den Gefühlen,
die ihn zu zerreißen drohten. Erregung, die seinen ganzen Körper
vibrieren ließ, endlose alles hinweg schwemmende Liebe zu Orli, eine
tiefe Trauer, die sein Herz zu erdrücken drohte. Er konnte nicht ertragen
Orli weinen zu sehen, aber er wußte auch nicht was er tun sollte. Noch
nie in seinem Leben hatte er sich so hilflos gefühlt. Und da waren gleich
zwei bösartige Stimmen in seinem Kopf, die um die Vorherrschaft kämpften.
Die eine sagte ihm 'nimm ihn, er will es so, hol dir einfach was du brauchst'.
Die andere sagte 'blas ihm einen, macht die Beine breit, dann geht es ihm
gleich besser, buisness as usual'.
Heath spürte wie auch ihm Tränen über die Wangen liefen. Er
hatte einfach nicht mehr die Kraft dagegen anzukämpfen. Lehnte einfach
seinen Stirn gegen Orli's. Hielt Orli's Fingerspitzen weiter an seinen Lippen
und sog einen seiner Finger sanft in seinen Mund. Er brauchte irgendetwas
von Orli. Und wenn er schon sonst nichts haben konnte, wollte er wenigstens
soviel von ihm schmecken.
Es war als würde er in ein tiefes Loch fallen, weiter
und immer weiter. Orli wußte das er dabei war sich zu verlieren. Doch
hatte er das nicht schon längst? Er wußte doch gar nicht mehr wer
er eigentlich war, zuviel von den falschen Dingen hatten es ihn vergessen
lassen. Wie sollte er Heath etwas von sich geben, wenn er sich nicht mal selbst
kannte? Orli war sich sicher das er Heath jetzt verloren hatte. Er hatte es
wieder mal verpatzt. Das einzige was wirklich etwas wert gewesen war und er
hatte es verpatzt.
<Nein!> schrie die Stimme in Orli laut und verzweifelt. <Das darf
nicht sein. Bitte nicht.> Und eine Idee schlich sich verführerisch
in Orli's Gedanken. Er wußte, daß er im Bad, in einer seiner geheimen
Schubladen, noch etwas Stoff übrig hatte. Etwas von "Udo's speziellen
Mittelchen". Manchmal konnten sie einen wirklich so angenehm vergessen
lassen, alle Probleme einfach wegwischen... Orli vermied es das Zeug zu nehmen
so gut er konnte, obwohl Udo sehr freizügig damit umging. Dem Mistkerl
war es natürlich nur recht wenn seine Boys 'relaxt' an die Arbeit gingen.
Und manchmal schien es Orli wirklich der einzige Weg einen Tag in dieser Hölle
durchzustehen. Und jetzt? Sollte er...?
Er hatte es schon fast entschieden, als er plötzlich spürte wie
Heath sanft seine Fingerkuppen küßte und dann einen Finger nach
dem anderen in den Mund gleiten lies. Es war wie ein Anker der ihn festhielt.
Ihn vor größeren Dummheiten bewahrte. Plötzlich gab es nur
noch Instinkt. Es war Instinkt sich in dem Gefühl zu verlieren. Instinkt,
die Augen zu schließen und nur noch stoßweise zu atmen. Instinkt,
leise Heath's Namen zu flüstern und die Finger weiter und tiefer in diese
feuchte Höhle von Heath's Mund zu stoßen. Instinkt, den Kopf in
den Nacken fallen zu lassen und den Namen des anderen zu flüstern.
Es fühlte sich so seltsam an, so fremd und unkontrolliert, und plötzlich
wußte Orli, daß es genau deshalb richtig war. Instinktiv erkannte
Orli das er Heath brauchte, das er ihn liebte.
Lange Augenblicke verharrten sie beide einfach so aneinander
gelehnt, aber dann hörte Heath, wie Orli tief durchatmete und seinen
Namen flüsterte. Plötzlich begannen Orli’s Finger Heath's
Mund zu erkunden und Heath sog gierig an jedem einzelnen. Er wollte Orli.
Wollte ihn so sehr. Es war ihm völlig egal wie, er wollte ihm einfach
nur nahe sein. Als Orli seinen Kopf zurückfallen ließ, begann Heath
sich an Orli’s Hand entlang zu arbeiten. Bedeckte jeden Zentimeter mit
Küssen, drückte Orli’s Handflächen gegen seine eigenen
Wangen.
Er wagte nicht die Augen zu öffnen, aus Angst wieder anzufangen zu denken.
'Laß es im Dunklen sein' dachte er. 'Als wäre es das erste Mal.
Als wären wir beide zu schüchtern uns in die Augen zu sehen', und
irgendwie befreite ihn das. Er beugte sich vor bis er Orli riechen konnte,
bis seine Nasenspitze kühle samtige Haut berührte, sog Orli's herrlichen
Duft in sich auf. Schmiegte sich dann an den Brustkorb des anderen wie eine
liebesbedürftige Katze. Ein leises Wimmern entkam seiner Kehle. "Ich
liebe dich." flüsterte er beinahe tonlos gegen Orli's Haut.
Noch immer hielt Orli seine Augen geschlossen, vorsichtig atmend, noch vorsichtiger über die Haut des anderen streichelnd. - Und dann war Heath ihm so nah wie noch niemand zuvor es je gewesen war. Nicht durch seinen Körper, nicht durch schale und hohle Verbindlichkeit, einfach nur indem er ihm sagte 'Ich liebe dich.' Das war der Moment in dem Orli seine Arme um den anderen schloß, indem er ihn festhielt und nie mehr loslassen wollte. "Ich liebe dich" flüsterten seine Lippen und es wurde der Grundstein seines neugefundenen Ich’s.
Je mehr Heath spürte wie Orli sich entspannte, desto mehr löste sich der Knoten auf, der sein Herz so schmerzhaft gefesselt hatte. Mit einem atemlosen Seufzer überließ er sich Orli's Umarmung. Schmiegte sich an ihn, als wollte er ganz und gar mit Orli verschmelzen, eins mit ihm werden. Sein ganzer Körper zitterte immer noch vor Erregung. Nervös flatterten seine Hände über Orli's Körper, als hätten sie es noch nie zuvor getan. Als hätte er keine Ahnung was nötig war, einen anderen zu erregen. "Orli... bitte... ich... ich...", seine Stimme zitterte mit dem Wunsch den er nicht aussprechen konnte. Zu groß war seine Angst zu zerstören, was zwischen ihnen war.
So hatte Orli Heath noch nie gesehen. - Die Wangen tiefrot,
die Augen glänzend wie im Fieber und erfüllt mit Erregung und Sehnsucht.
Heath wollte ihn, war es nicht so? <Nein>, sagte er sich, <nicht
denken, nicht fragen. Nur handeln. Finde es einfach heraus.>
Sachte begannen Orli's Hände erneut über Heath's Körper zu
wandern, doch diesmal zögerlich und beinahe unsicher. Er ließ alle
seine Erfahrungen beiseite, darüber was andere gut fanden und was nicht,
und versuchte statt dessen sich ganz darauf zu konzentrieren was Heath gefiel.
Orli streichelte sanft einen der rosigen, bereits harten Nippel, und ein schwacher
Seufzer kam aus Heath's Kehle. Daraufhin schloß Orli seinen Mund über
diesem kleinem Punkt der Lust und begann daran zu saugen, sanft zuerst, dann
fester, und aus dem Seufzer wurde ein Wimmern. Heath stammelte Worte, versuchte
ihm irgendetwas zu sagen... "Sag mir was du willst, Liebster." flüsterte
Orli. "Hab keine Angst. Heute Nacht will ich alles für dich sein,
und in jeder Nacht die dieser folgt."
Wie gern hätte Heath Orli's Frage beantwortet, die es irgendwie geschafft hatte sich durch den Nebel alles verschlingender Lust zu bohren, die ihn wie eine schwere Decke einhüllte. Aber er bekam nur ein unzusammenhängendes Stammeln heraus. Sein ganzer Körper brannte vor Erregung. Er brauchte Orli. Brauchte ihn jetzt! Er zog den anderen einfach noch fester an sich und ließ sich langsam zu Boden sinken, Orli über sich ziehend. Mit aller Macht wünschend, daß der andere verstehen würde.
Es war so unglaublich der Mittelpunkt von Heath's Lust zu sein, seine Welt, sein Universum. Orli war das Einzige was noch für ihn zu existieren schien. Er zog ihn mit sich, umhüllte ihn, bis alles in schwerer süßer Ekstase verschwand. Instinkt... Keine Fragen mehr, keine Unsicherheit, nur noch Bedürfnis. Eins sein mit Heath. Orli's Finger schoben sich wieder in den Mund seines blonden Gegenübers um benetzt zu werden und wie von selbst wanderten sie zu dem Punkt des Körpers, der sich Orli schon begehrlich entgegenstreckte...
‚Jaaaa.... oh Gott...’, als Heath spürte, wie Orli's Finger in ihn eindrangen, hätte er schreien können. Noch nie zuvor in seinem Leben war er so dankbar für etwas gewesen. Er öffnete seine Beine weiter, um Orli mehr Spielraum zu geben. Es fühlte sich so wunderbar an von jemandem in Besitz genommen zu werden, den er wirklich wollte. Mit allen seinen Sinnen konzentrierte er sich auf das Gefühl von Orli erkundet zu werden. Er wollte es für immer aufbewahren, um etwas zu haben an dem er sich später festklammern konnte, wenn... nein daran wollte er jetzt nicht denken. Mit einem Stöhnen hob er seine Hüften für Orli, bettelte um mehr.
In ihm sein, mit ihm sein... nichts anderes zählte mehr.
Jede Sekunde die verstrich war zu lang. Orli's Glied hämmerte wild und
fordernd. Es gab keinen Aufschub mehr. Und keiner von beiden brauchte ihn.
Heath war bereit für Orli.
Vorsichtig drang er in Heath ein, bereits von den Armen des anderen fester
herangezogen, von den Hüften des Blonden tiefer gedrängt, bis es
kein Halten mehr gab. Keiner von beiden hätte mehr sagen können
wer hier nahm und wer genommen wurde. Immer höher und höher schlugen
die Wellen der Lust bis sie schließlich über ihnen zusammenbrachen.
'Bin ich jetzt tot?' Heath lag einfach nur da und wartete darauf, daß irgendetwas schreckliches passierte, aber Orli lag immer noch über ihm, schwer um Atem ringend, das Gesicht gegen Heath’s Hals gepreßt, immer noch in ihm - und Heath ertappte sich bei dem Wunsch es möge ewig so bleiben. Er fühlte sich bleischwer, als wären seine Glieder mit warmer Zufriedenheit ausgegossen worden. Seine Arme, die sich im Moment des Orgasmus fest um Orli geschlungen hatten, hielten den anderen immer noch fest. 'Ich lasse ihn einfach nie wieder weg', dachte Heath zufrieden und vergrub seine Nase in Orli's Haar. 'Na ja', korrigierte er sich sofort, 'vielleicht für eine Dusche' - Orli roch immer noch ein wenig nach Ork.
Orli schnaufte immer noch und sein Puls raste hektisch, sich nur sehr langsam wieder beruhigend. Unter ihm - verschwitzt und unglaublich süß anzuschauen - lag Heath und blickte mit strahlenden Augen zu ihm empor. Orli's Nase gab der von Heath einen leichten Stubser. "Ich liebe dich." flüsterte er, und jedes Wort mit einem Kuß besiegelnd, bedeckte er Heath's Gesicht und Hals mit dieser Zauberformel. "Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich."
Heath sah ihn an und das Lächeln auf seinem Gesicht wurde immer breiter. Orli mußte das unglaublichste Lebewesen auf dieser Welt sein, wenn er sich so schnell von dem Gefühlschaos erholte, in dem sie noch vor wenigen Minuten gesteckt hatten. Heath selbst fühlte sicher immer noch wie von einem Truck überrollt. Er fuhr mit einer Hand durch Orli’s dunkle Locken, dann über sein Gesicht und schnipste ihn dann spielerisch gegen die Nasenspitze. "Ich liebe dich auch." antwortete er.
Genau so war es doch vor ein paar Stunden schon mal gewesen, dachte Orli schwermütig. Und dann wäre beinahe alles total schief gelaufen. Es lag nicht an Heath, wußte Orli, es lag an ihm. Es war nicht leicht mit ihm zu leben. Er war zu wankelmütig, zu unsicher in sich selbst. Doch wenn ihm jemand Halt geben konnte, dann dieser süße blonde Elf hier, der sich gerade vertrauensvoll an ihn kuschelte. Orli schmiegte sich noch fester gegen Heath, strich die widerspenstigen Locken aus dessen Gesicht und zupfte neckisch die niedlichen Spitzen seiner Ohren, gab jeder einen zarten Kuß. "Ich wünschte ich könnte immer so einschlafen - mit dir in meinen Armen." Und Orli lächelte voller Glück und Zufriedenheit.
Heath räusperte sich und grinste Orli breit an. So langsam meldete sich sein üblicher Humor zurück. "Äh... Orli... würdest du sehr viel dagegen haben, wenn wir nicht ausgerechnet auf dem Fußboden schlafen?" fragte er ganz untertänig.
Orli blinzelte und schaute verdutzt. Er hatte ganz vergessen wo sie sich befanden, er fühlte sich als läge er in einem Himmelbett. Und Heath saß jetzt ganz offenbar der Schalk im Nacken. <Na warte.>, dachte sich Orli, und den anderen mit einer Kitzelattacke aus seiner Umarmung lösend, stand er auf und schaute auf das Bett das verheißungsvoll mit weichen Kissen lockte. "Wer zuerst im Bett ist darf *oben* liegen." verkündete er zwinkernd und hechtete sich mit einem eleganten Sprung zwischen die Kissen.
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