"SubMission"
Teil 1
by Beryll & Vagabond
A town that seems frozen in night,
- and where birds are always asleep.
A town at a bay full of tears,
- the town where we live and survive.
Heath versuchte sich auf den Monitor vor ihm zu konzentrieren, doch die Geräusche
die aus dem Raum nebenan kamen machten das zu einer schwierigen Aufgabe. Er
wußte, daß Orli sehr gut in der Lage war auf sich selbst aufzupassen,
aber er machte sich dennoch Sorgen. Besonders die erstickenden Geräusche
waren nicht sonderlich beruhigend. Es klang verrückt in seinen eigenen
Ohren aber in diesem Moment wäre er lieber bei Orli dort drinnen gewesen,
um ihm mit ihrem Kunden zu helfen.
Nervös zog er an seinem spitzen Elfenohr. Verdammt, verdammt, verdammt...
wieso hatte dieser beschissene Ork keinen anständigen Matrixanschluß?
Wenn Heath sich einfach hätte einstöpseln können, wäre er
schon drei Mal fertig gewesen. Statt dessen mußte er sich mit dem altmodischen
Keyboard herumschlagen.
Er zog die nackten Füße vom eisigen Metallboden hoch. Wieso mußte
es in dieser verfickten Arcologie immer so kalt sein? Mit einem zynischen Lächeln
dachte er daran, was für ein seltsames Bild er abgeben mußte, splitternackt
vor dem Rechner im viel zu großen Schreibtisch-Sessel ihres Kunden zusammengekauert,
nur mit seiner kleinen Lesebrille bekleidet.
Von nebenan war ein tiefes, gutturales Knurren zu hören. ‚Harry’...
- Offenbar amüsierte sich ihr Kunde blendend. Wenigstens einer der hier
seinen Spaß hatte.
Endlich hatte sein Codebreaker das Paßwort geknackt und er war im Netz
der Arcologie. Nun mußte er nur noch den richtigen Path finden...
Auf dem Boden tanzten Schatten. Er sah sie aus dem Augenwinkel.
Sie schienen zu lachen. Orli hatte entschieden, daß er dieses Zimmer haßte.
- Zu dunkel, zu stickig, zu ‚metallisch’. Aus versteckten Boxen
hämmerte der kopfschmerzerzeugende Sound irgendeiner Heavy Metal Band.
Wie lange dauerte das denn noch, dieses verdammte Paßwort zu knacken?
So langsam ging ihm echt die Luft aus... Keine Ahnung wie lange er jetzt schon
an diesem Ork zu Gange war, und der dunkelhaarige Hüne sah aus, als würde
er jeden Moment explodieren. Und dann würde ihm sicher wieder einfallen,
daß da noch ein gewisser Blondschopf war, den er ebenfalls ficken konnte.
Im Moment schien Harry Sinclair jedoch zu beschäftigt, um sich noch irgendwelche
Gedanken zu machen. Der Ork packte Orli’s dunkle Locken fester und schob
seinen Schwanz noch etwas weiter in den Mund des Jungen.
Scheiße. Das waren genau *die* zwei Zentimeter zuviel. Orli kämpfte
mühselig gegen den Drang, das große Teil wieder herauszuwürgen
und konzentrierte sich ganz auf's atmen. <Ein...aus...okay...nur noch eine
Minute länger, dann würde Heath sicher soweit sein...ganz sicher...20...30...na
komm schon verdammt!!!>
Harry machte Geräusche, die einem Eber Ehre gemacht hätten. Ja, das
klang definitiv danach, daß diese 'kleine Party' sich dem Ende zuneigte.
<Verdammt Heath, nun mach' schon. Mach schon...bitte...> ...salziger Geschmack
auf der Zunge...
Harry brüllte seinen Orgasmus heraus wie ein wütender Bär, sackte
dann erschöpft in sich zusammen und ließ endlich Orli’s misshandelten
Haarschopf los.
Es war zuviel auf einmal und zu schnell. Klebrige Tropfen, die sich in einem
schier endlosen Schwall zu ergießen schienen. Orli schluckte. Er schluckte
immer, denn dafür bezahlte man ihn ja.
Dann war es vorbei. Das schmerzhafte Ziehen an seinen Haaren hatte endlich ein
Ende. Im Zimmer nebenan war es totenstill. War das gut oder schlecht? Neben
ihm röchelte sein Kunde, aber er sah ganz danach aus, als ob er sich bald
wieder erholen würde. So war es auch die beiden Runden zuvor gewesen.
Einen schier endlosen Moment geschah gar nichts. Orli lag einfach nur da und
versuchte wieder zu Atem zu kommen, seinen Herzschlag zur Ruhe zu zwingen. Er
starrte zu den beiden kleinen grellen Scheinwerfern hinauf, die direkt über
dem Bett angebracht waren und es in gleißendes Licht tauchten, während
der Rest des Raumes in undurchdringliche Schatten gehüllt blieb.
Dann rollte sich Harry auf die Seite und zog Orli an sich, um ihn zu küssen.
Der Junge ließ es widerstandslos geschehen, obwohl die groben Hauer des
Orks an seinen Lippen rissen und dessen abgebrochene Zähne schmerzhaft
auf Orli’s Zunge nagten. Anscheinend war das Glück zur Abwechslung
mal auf ihrer Seite. - Heath' Abwesenheit war von Harry unbemerkt geblieben.
Orli schwankte zwischen Erleichterung und Unbehagen. Einerseits war er natürlich
froh, daß der Ork Heath's Verschwinden scheinbar noch nicht zur Kenntnis
genommen hatte, anderseits sah es ganz so aus, als würde diese Session
gerade in die nächste Runde gehen. Orli unterdrückte ein Seufzen und
nahm statt dessen den Schwanz seines Kunden wieder in seine eifrigen Hände.
Harry grunzte bereitwillig, während seine rauhe Zunge wild in Orli's Mund
zu arbeiten begann.
Der Kerl war einfach unersättlich. Typisch für einen Ghul. Zuviel
Kraft, zuviel Energie und kein sinnvolles Ziel dafür. Seine groben Hände
wanderten zielstrebig über Orlis Körper, zwickten erste seine Nippel,
schlossen sich dann kurz um Orlis Schwanz, der dieser Behandlung eher unenthusiastisch
gegenüber stand, und dann zu seinem Hintern. Offenbar reichten drei Blow-Jobs
erstmal. Nun wollte Harry den Hauptgang genießen.
Ghule waren einfach unerträglich. Sie vermißten die Eleganz und Raffinesse
ihrer Herren, waren aber mit der gleichen unersättlichen Gier verflucht.
Eine Gier, die kaum zu befriedigen war. Zumindest nicht von vielen. Doch Orli
hatte sich daran gewöhnt. Oder besser - er war 'daran gewöhnt worden'.
Udo hatte sich einst voller Liebe zum Detail dieser schwierigen Aufgabe angenommen.
Bereitwillig spreizte Orli seine Beine, als die harten Hände von Harry
dazwischen glitten. Er hob seine Hüften dem sengenden Blick des Ghuls entgegen
und nahm das Eindringen von vier Fingern gleichzeitig mit lediglich einem leichten
Grunzen hin.
Harry's Gesichtsausdruck war beinahe komisch. Eine Mischung aus unkontrollierbarer
Begierde und etwas, das beinahe als Zärtlichkeit durchgehen konnte. "Du
bist so ein süßer Junge." stöhnte er. "So süß..."
Sein Schwanz war schon wieder steinhart. "Sag mir, daß du es willst,
hübscher Junge! Sag mir, daß du Harry brauchst."
Von all den Dingen die Orli wollte oder brauchte - Harry war mit Sicherheit
nicht darunter. Aber nachdem er sich erst einmal an das hektische Stoßen
der schwieligen Finger des Orks angepaßt hatte, war es beinahe erträglich.
'Sag mir, daß du es willst....' Orli keuchte, er kannte seinen Text. "Bitte
Harry, ich will dich - jetzt!" Er warf seinen Kopf zurück und stöhnte
lauter. "Gib mir was ich brauche... Deinen Schwanz in mir, jetzt!".
Er spürte förmlich, wie sich Harry's Grinsen auf seiner Haut einbrannte.
Der Ork ließ sich nicht zweimal bitten. Er rollte Orli auf den Rücken,
zog seine Beine auseinander und Sekunden später ersetzte er seine Finger
durch seinen harten Schwanz. Die Finger hatten Orli zwar schon gedehnt, aber
Harrys Schwanz war doch noch eine andere Größenordnung. Die Anatomie
eines Orks waren eben nicht dazu geschaffen mit der eines eher zierlichen Jungen
zu harmonieren. Orli biß die Zähne zusammen und versuchte gleichzeitig
um Atem zu ringen.
Harry starrte auf ihn herunter und genoß ganz offensichtlich das Schauspiel.
Er ließ Orli nur einen kurzen Moment, sich an ihn zu gewöhnen. Dann
fing er an seinen Schwanz in kleinen Kreisen zu bewegen, um Orli noch mehr zu
weiten. Und dann stieß er tief in ihn hinein.
"Oh ja, Baby. Das ist es." stöhnte er. "Dein Arsch ist so
heiß!" Er warf den Kopf in den Nacken, brüllte laut und fing
dann an im Rhythmus zu der Musik in Orli zu stoßen.
Shit... das tat weh. Aber auch das gehörte zum 'Spiel', und Harry liebte
es offenbar. Orli wollte schreien, aber er wußte das man es als Ausdruck
des Schmerzes erkennen würde und er durfte Heath nicht beunruhigen oder
ihn gar von seinem Auftrag abhalten. Zuviel hing davon ab.
Also preßte er statt dessen seine Zähne mit aller Kraft in seine
Unterlippe. Blut ergoß sich wie ein warmer Regen, benetzte weiche fein
geschwungene Lippen und floß in einem Rinnsal seinen Hals hinunter. Harry
brüllte in geiler Raserei. Er genoß das unerwartete Geschenk mit
unverhohlener Gier und leckte das Blut mit seiner rauhen Zunge von Orli's olivfarbenem
Hals.
Dann gab er plötzlich ein irgendwie quiekendes, überraschtes Geräusch
von sich. Orli war einen Moment verwirrt, doch dann bemerkte er Heath, der hinter
Harry aufgetaucht war. Der blonde Elf warf Orli einen besorgten Blick über
Harrys Schulter zu. Dann biß er Harry hart in den Nacken und der winselte
vor Begeisterung.
Der massige Ork verharrte still, sein Schwanz tief in Orli gegraben, die Augen
weit aufgerissen. Jetzt war er es, der sich in seiner Unterlippe verbiß
und Orli fragte sich, was Heath noch mit Harry machte, das er aus seiner Position
nicht sehen konnte. Interpretierte er das hündische Hecheln und Kreisen
von Harry's Hüften richtig, dann war sein Freund und Mitstreiter Heath
gerade dabei die Tiefen von Harry's Arsch zu erkunden. An der Art wie Harry
wimmerte und der Position von sanften und vertrauten Händen an den breiten
Hüften des Ghul's, war sich Orli ziemlich sicher welches Körperteil
von Heath gerade ausführliche Erkundigungen an Harry vornahm.
Orli seufzte – wenn er daran dachte wie Heath's samtig weiche Zunge gewisse
Regionen eifrig benetzte... unbewußt zog er Harry fester zu sich.
Plötzlich ging alles sehr schnell. Einen Moment hing Harry noch zwischen
ihnen, angespannt wie eine Bogensehne, und kam dann mit einem langen Stöhnen.
Er brach über Orli zusammen wie ein toter Bulle.
Harry schien eine halbe Tonne zu wiegen und rührte sich nicht. Orli versuchte
ihn von sich herunterzuschieben, aber er war ziemlich effektiv festgepinnt.
Heath beugte sich über die beiden und begutachtete Harry. "Ich glaube
er ist ohnmächtig." stellte er überrascht fest. Dann half er
Orli unter Harry hervor und zog ihn sofort an sich. "Ist alles okay?"
Okay? Wann war das letzte Mal etwas wirklich okay gewesen? Orli mußte sich zusammenreißen, um nicht loszuheulen. Die Angst, die diesen Auftrag von Anfang an begleitet hatte, Harry's wilder, schmerzhafter Fuck - all das brach als wildes Gefühlschaos über ihm herein. "Hast Du was wir brauchen?" stieß er mühselig hervor. "Bitte, sag' mir, daß du es hast, Heath. Ich will nur noch weg von hier." Schwach lehnte er sich an den blonden Jungen, der ihn beinahe liebevoll umfangen hielt.
Heath war erschrocken. So fertig hatte er Orli schon lange
nicht mehr erlebt. Nicht seit den ersten Tagen im Bordell. Ihm lag die Frage
auf den Lippen, ob Harry ihm wehgetan hatte, aber die Antwort war ziemlich offensichtlich.
Orli’s Lippe blutete immer noch und Heath spürte einen heißen
Stich von schlechtem Gewissen, daß er so lange gebraucht hatte, die Daten
zu beschaffen.
"Alles erledigt." beantwortete er Orli’s Frage. Sie sollten
sehen, daß sie sich abseilten, bevor Harry wieder aufwachte und nach einem
Nachschlag verlangte. Aber Orli fühlte sich so wunderbar warm an in seinem
Arm. Einen Augenblick konnten sie sich bestimmt noch leisten. Einen Moment damit
der andere sich beruhigen konnte.
Orli seufzte leise. Das Gefühl von Heath's Händen,
die vorsichtig und tröstend über seinen Rücken strichen, war
einfach wunderbar. Er wollte sich darin verlieren. Begraben werden unter diesem
herrlichen Körper, der so sehr nach 'Heath' duftete, daß ihm fast
schwindelte.
Orli zog Luft in seine Lungen. Sein Hals schmerzte immer noch ein wenig von
Harry's riesigem Schwanz, aber es war ein Schmerz, der mehr und mehr verblaßte,
als die Hände seines Freundes langsam und behutsam begannen sich vorzutasten.
Über seine Schultern streiften und sanft zu Orli’s Hals glitten,
der daraufhin den Kopf leicht zur Seite beugte, und weiter zum Gesicht des dunkelhaarigen
Lockenkopfs, bis tastende Fingerkuppen zärtlich seine verletzte Lippe berührten
und einen Tropfen Blut erhaschten.
Es mußte ein Traum sein und er sollte niemals enden! <Bitte laß
es nicht enden.> dachte Orli mit Inbrunst und seine Lippen brannten, das
Salz von Heath's Fingern ein süßer Schmerz der Orli völlig in
diesen Moment bannte. Es gab nur noch diesen Moment.
Heath wußte selbst nicht genau, warum er es tat, aber er beugte sich langsam zu Orli herunter und küßte ihn ganz vorsichtig. Er wollte ihn nicht noch mehr verletzten, also berührten seine Lippen nur ganz sacht die des anderen, gerade genug, daß er spüren konnte wie seidig sie sich anfühlten. 'Darum lieben seine Kunden seinen Mund so' fuhr es ihm durch den Kopf, und plötzlich fühlte er sich schmutzig, hatte er das Gefühl Orli auszunutzen in diesem Moment der Schwäche. Und dennoch konnte er nicht aufhören. Sanft leckt er über Orli’s Lippen, schmeckte bitteres Blut. Was hätte er jetzt für ein klein wenig von Bray’s heilender Magie gegeben. Er wollte nur, daß Orli sich besser fühlte, daß er aufhörte zu zittern...
Oh Himmel und Hölle in einem! Daß sich ein Kuß
so sündig und unschuldig zugleich anfühlen konnte!
Orli's Lippen waren Gebrauchsgegenstände, sie wurden ausreichend benutzt.
Wie oft hatte er damit geliebt, gefickt, geleckt, geblasen, getastet, gestreift
- kurz und gut 'gehurt'? Und doch fühlte es sich jetzt so an, als wären
eben diese Lippen nie berührt worden, nie geküßt, nie liebkost.
Orli fühlte Tränen hinter seinen Augenlidern brennen, als Heath's
so unsagbar voller weicher Mund den seinen berührte. Was hätte er
nicht dafür gegeben, um für ewig in diesem Moment zu leben?
'Du mußt aufhören', sagte sich Heath immer wieder.
Und dennoch, er konnte es nicht. Konnte dem warmen Körper, der sich gegen
seinen preßte, nicht widerstehen. Konnte nicht aufhören Orli zu berühren,
ihn zu streicheln. Wie oft hatte er gesehen, wie dieser Körper achtlos
gebraucht wurde! Ihm nicht die bedingungslose Anbetung widerfuhr, die er verdient
hätte.
Er küßte das Blut von Orli’s Mund und dann von seinem wundervoll
geschwungenen Kinn, den Hals hinab bis zu der Mulde zwischen den Schlüsselbeinen.
Leckte sanft über den Puls den er dort spürte. 'Du kannst ihm das
nicht antun' warnte die Stimme in seinem Kopf. 'Ihr seid Freunde!'
Orli fühlte es bevor er es in Heath's Augen sah. Den sanften,
aber bestimmten Rückzug. Er konnte bereits spüren, wie sich die Lippen
seines Freundes loslösen wollten. Lippen, die ihn gerade noch jenseits
jedes klaren Gedankens befördert hatten. <Tu mir das nicht an.> dachte
er. <Weise mich nicht zurück. Nicht jetzt, nicht Du.> Verzweifelt
griffen seine Hände in die blonde Lockenpracht seines Gegenübers,
verwanden sich darin, verschmolzen mit den geschmeidigen Strähnen. Orli's
Körper drängte sich gegen Heath's, und Haut glitt sanft über
Haut. Orli kannte viele Tricks und Kniffe, wie man in einem Kampf siegt, und
geübt ging er in den Angriff über. Seine Zunge stieß fordernd
gegen den noch immer geschlossenen Mund des anderen. Er fühlte, wie Überraschung
den Elf durchfuhr, doch er ließ nicht zu, daß sein Freund sich von
ihm entfernte.
Orli's Augen suchten in den blauen Tiefen des anderen nach der Antwort auf seine
Frage. 'Willst Du mich?'
Heath brauchte nur einen Sekundenbruchteil, um zu erkennen,
daß es nicht Panik sondern Lust war, die Orli zittern ließ.
Er hatte es abbrechen wollen. Hätte es auch getan, aber was er in Orli’s
Augen sah, ließ ihn innehalten. Ließ ihn erkennen, was ihm so lange
gefehlt hatte. - Jemand, der ihn mit Liebe ansah. Jemand, der *ihn* wollte,
nicht nur seinen Körper.
Nun zitterten seine Finger, als sie sanft der Kurve von Orli’s Wange folgten.
Er spürte wie ihm Tränen in die Augen stiegen und er schämte
sich nicht dafür. Vergessen war ihre gefährliche Situation. Vergessen
war all das Elend und all die Schmerzen. Er wollte sich nur noch in Orli’s
braunen Augen verlieren. In ihnen ertrinken und nie wieder in die Realität
zurückkehren.
Er wußte, daß Orli nichts mehr wollte, als geküßt zu
werden, aber er konnte es nicht. Zu sehr war diese simple Geste der Zuneigung
mit ihrer verhaßten Arbeit verbunden. Statt dessen vergrub Heath sein
Gesicht an Orlis Nacken und ließ seine Tränen fließen...
Tränen, doch nicht seine eigenen. Obwohl die so unerbittlich gegen geschlossene Lider pochten. Er hatte ihn küssen wollen, ihm zeigen wollen was er für ihn empfand, wie sehr er ihn brauchte, mochte... aber Heath hatte ihn zurückgewiesen. Obwohl, für einen kurzen Augenblick hatte es so geschienen als ob... aber nein. Sie waren nur Freunde, das hätte ihm klar sein müssen. Nur Freunde, zusammengeschmiedet durch eine gemeinsame Aufgabe und durch dasselbe Leid. Er konnte es Heath nicht verübeln, daß er Orli nicht 'mehr' für ihn sein ließ. Und trotzdem er das alles wusste, konnte Orli nicht verhindern, daß ein paar wenige Tränen ihm entkamen und über seine Wangen flossen. Wangen, die Heath nur einen Moment zuvor gestreichelt hatte. In diesem winzigen Moment, als alles möglich schien.
"Halt mich fest, Orli." Heath bekam nicht mehr als ein Flüstern über die Lippen, so sehr schnürten die Gefühle, die er so lange verneint hatte, sein Herz zusammen. "Bitte halte mich fest. Ich brauche dich. Sag mir, daß du mich liebst. Sag mir, daß irgend jemand mich liebt..."
Was sagte er da? Liebe? Heath *liebte* ihn? Liebe... ein Wort,
das er so vehement aus seinen Gedanken verbannt hatte, daß er seine Bedeutung
schon fast vergessen hatte. Aber war es nicht genau das, was er auch für
Heath empfand? Dieses Gefühl, das so lange schon sein Herz gefangen hielt,
und für das er bisher keinen Namen, keine Erklärung hatte? Etwas das
so völlig anders war, als das, was er Nacht um Nacht tat und das manche
seiner Kunden mit demselben Wort benannten, aber etwas völlig anderes meinten.
Etwas schmutziges, verdorbenes. Das hier aber war rein.
Orli fühlte ein Lächeln in sich aufsteigen. Worte, so befreiend und
erneuernd, strömten aus seinem Mund. So lange hatte er sie schon mit sich
herumgetragen. Zu lange. Auf einmal war es so einfach, es zu sagen, es auch
zu meinen: "Ich liebe Dich Heath. Hörst Du? Ich liebe Dich."
Und er umfing den warmen zitternden Körper seines Freundes fest mit beiden
Armen.
Für einen langen Moment klammerte sich Heath einfach nur
an Orli fest. Ließ sich von dem Gefühl sicher und geborgen zu sein
einhüllen. Aber dann erwachten doch wieder seine Überlebensinstinkte
und er wurde sich wieder des dritten Mannes im Bett bewußt. Es war Wahnsinn
noch länger hier zu sitzen. Also löste er sich langsam aus Orli’s
Arm und sah ihn an. "Laß uns abhauen, ehe dieses 'Tier'", er
trat nach Harry, "wieder aufwacht."
Und dann tat er es doch. Beugte sich vor und küßte Orli, versuchte
all seine Gefühle in diesen Kuß zu legen, als würden sie nie
wieder eine zweite Chance bekommen.
Es war schwierig vor Glück zu lächeln und gleichzeitig
zu küssen, aber Orli schaffte es irgendwie. Wie sehr wünschte er sich
einfach von hier fortzugehen! Mit Heath im Arm dieses Zimmer, diese Stadt und
dieses beschissene Leben hier hinter sich zu lassen und einfach irgendwo ganz
neu anzufangen. Aber er wußte, daß man Udo nicht einfach so verließ.
Er würde sie finden, egal wo sie sich versteckten, in welches Rattenloch
sie auch krochen. Sie 'gehörten' ihm, und es war ihre Entscheidung gewesen.
Sich selbst aufzuopfern für ein größeres Ziel - wie heroisch
hatte das einst geklungen, wie edel hatten sie sich gefühlt. - Wie naiv
sie gewesen waren!
Und jetzt gab es kein Zurück mehr, sie konnten nur noch vorwärts gehen...
- aber egal wohin dies alles auch führen mochte, Orli wußte, daß
sie es ab jetzt zusammen durchstehen würden. Ihre Liebe war etwas das man
ihnen nicht nehmen konnte.
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