"SubMission"
"Das erste Mal"
by Beryll & Vagabond
Freitag Abend in der großen Stadt. Glitzernde Lichter,
die sogar durch den ewigen Regenschleier dringen, laute Musik aus unzähligen
Bars und Clubs, hier und da vielleicht sogar schon ein betrunkenes Lachen. Das
ganze Wochenende liegt vor einem. Eine ideale Gelegenheit mal rauszugehen, es
sich gut gehen zu lassen, den grauen Alltag zu vergessen. Kino, Essen gehen,
Disko, einen saufen, was Hübsches aufreissen. Oder wie wäre es mit
einem Besuch im Bordell? Sich mal wieder richtig verwöhnen lassen, oder
so richtig die Sau rauslassen.
Mit einem zynischen und selbstverachtenden Lächeln betrat Bray den 'Showraum'.
Er haßte diesen Raum, er haßte dieses Haus, und ganz besonders haßte
er den Besitzer, der drinnen auf ihn und die anderen Jungs wartete. Zusammen
mit dem neuen Kunden, der sich die 'Auslagen' ansehen wollte.
Ein paar von den anderen Jungs waren so high auf Dope, daß sie tatsächlich
so etwas wie ein verführerisches Lächeln zustande brachten. Auch wenn
es so unecht war wie das von Herrn Kier, der sich aufmerksam die Wünsche
des Gastes anhörte, der in einem plüschigen Sessel residierte und
sich die Parade von kaum bekleidetem Fleisch anschaute.
Instinktiv schloß Bray auch ihn in seine Haßliste ein. Er kannte
den Typ von Kunden nur zu gut. Arrogant, selbstgefällig, zickig, schwer
zufrieden zu stellen. Gar nicht sein Typ. Er bevorzugte die Kunden, die schnell
zur Sache kamen. Lieber schnell, hart und schmerzhaft, als die Kerle, die von
einem erwarteten, daß man ihnen nicht nur einen Arsch oder Mund zum ficken,
sondern auch seine volle Aufmerksamkeit gab.
Genau das, was er jetzt nicht brauchte. Er hatte den Nachmittag und bisherigen
Abend damit verbracht ein Trio Ork-Ganger zu amüsieren, die irgendwie zu
Geld gekommen waren. Sein Hintern war wund, obwohl er bereits ein bischen bei
der Heilung nachgeholfen hatte, und er war sich immer noch nicht völlig
sicher, ob er sich nicht den Kiefer ausgerenkt hatte. Zumindest fühlte
es sich immer noch so an.
Als er an der Reihe war, blieb er einfach vor dem Kunden stehen und starrte
ihn herausfordernd an. Das Stirnrunzeln tauchte so schnell auf Kiers Gesicht
auf, wie Bray erwartet hatte. Absoluter Gehorsam war das Wichtigste in diesem
Haus. Aber Bray hatte einfach keine Lust auf diesen eingebildeten Fatzke und
selbst wenn er dafür eine Tracht Prügel kassieren würde, das
würde er auch noch überstehen.
Für einen langen Moment starrten sich Bray und der andere Mann schweigend
an. Ganger, dachte Bray, als er den roten Totenkopf auf der Lederjacke des Kunden
sah. Er erinnerte sich dunkel den schon mal bei anderen Kunden gesehen zu haben.
Sah gar nicht mal so schlecht aus. Und nahm sich deswegen wahrscheinlich wahnsinnig
wichtig. Der Typ Kunde, der dachte, die Nutte müsse sich über seine
Aufmerksamkeit freuen.
Und dann spürte Bray es. Eine ganz sachte Berührung seiner Aura und
sein Herz zog sich eisig zusammen im selben Moment wie sein Mund sich zu einem
leichten Fauchen verzog. Ein Magier. Ein Gott verdammter Magier. Scheiße.
Auf dem Gesicht des Kunden hingegen breitete sich ein anzügliches Grinsen
aus. "Ich nehme diesen." sagte er und klang dabei höchst zufrieden.
Zufrieden ließ Ewan den Blick über den Jungen seiner
Wahl gleiten. Wirklich ausgesprochen niedliches Exemplar. Ein wenig kleiner
als er, schlank, sehr athletisch, und strubbeliges dunkelblondes Haar, das an
einer Seite in mehrere lange geflochtene Zöpfe überging. Um seine
Vorzüge zu betonen, trug der Junge nichts außer einer knapp über
den Hüften sitzenden dünnen Wildlederhose, die an den Seiten geschnürt
und so eng war, das nur wenig der Fantasie überlassen blieb. Ein breites
Chokerhalsband aus Holzperlen war alles was der Junge sonst noch an Bekleidung
trug, und Ewan fand das überaus kundenfreundlich. Sowenig Zeit wie möglich
mit ausziehen verschwenden, schließlich war der Spaß hier teuer
genug. Besonders da es sich nicht um irgendeine Hure handelte, nein...
heute hatte sich Ewan mal was ganz besonderes geleistet - einen magisch Begabten.
Der Magier grinste, als er das wilde Flackern in der Aura des anderen bemerkte,
und ihn leise fauchen hörte. Sieh an, sieh an... und auch noch ein Schamane.
Oh ja, er würde heute Abend mit Sicherheit Spaß haben.
"Eine ausgezeichnete Wahl, Mr. McGregor," säuselte Kier's Stimme
neben ihm, und fügte gleich darauf hastig hinzu, "Obwohl ich anmerken
muß, daß unser Bray manchmal etwas ... nun ja...'schwierig' ist.
Aber ich bin mir sicher, jemand mit ihren Fähigkeiten wird mit unserem
kleinen Temperamentbolzen sicher ohne Probleme fertig." Kier lächelte
ölig, und bleckte seine Fänge wie als Warnung in ‚Bray's' Richtung...
Dann streckte er seine manikürten Finger aus, und wartete, bis Ewan ihm
die geforderten Credits in die Hand gedrückt hatte.
*
Erwartungsfroh schlenderte Ewan hinter dem blonden Jungen her,
ungeduldig auf den hübschen Hintern starrend, der da so einladend vor ihm
hin und her wippte. Am liebsten hätte er ihn gleich hier und jetzt auf
diesem Gang vernascht, aber das wäre wirklich dumm. Er hatte viel Geld
bezahlt, um heute die Show seines Lebens zu bekommen. Natürlich konnte
es der kleine Schamane unmöglich mit ihm aufnehmen, dachte Ewan selbstgefällig,
aber mit Sicherheit kannte der Kleine ein paar raffinierte magische Spielereien.
Das jedenfalls hatte Kier ihm mit einem lüsternen Augenzwinkern versprochen.
Als der Blonde endlich stehenblieb, um eine der vielen Zimmertüren für
ihn zu öffnen, konnte sich Ewan nicht mehr beherrschen.
Erregt ließ er eine Hand über den Hintern des anderen streichen,
sehnsüchtig in eine der festen Backen kneifend.
Bray spürte, wie sich ihm die Nackenhaare aufstellten
bei der bloßen, beiläufigen Berührung des Magiers. Alles in
ihm sträubte sich dagegen, auch nur in seiner Nähe zu sein. Und er
wollte sich gar nicht vorstellen, wieviel näher er ihm im Laufe dieser
Nacht noch kommen würde.
Ein kalter Schauer lief ihm bei dem Gedanken über den Rücken. Die
ganze Nacht. Der verfickte Scheißkerl hatte ihn für die ganze Nacht
gekauft. Er ließ den Magier an sich vorbei in das plüschige Zimmer
gehen, daß Kier ihnen zugeteilt hatte.
"Sieht aus wie in 'nem Bordell." bemerkte der Magier nach einem kurzen
Rundblick und lachte dann laut über seinen eigenen Witz. Bray schloß
fest die Augen und zwang sich seine Wut herunterzuschlucken und Wolf ganz, ganz
weit aus seinen Gedanken zu verbannen.
'Du bist eine kleine Nutte', betete er sich selbst vor, 'eine nicht ganz billige
kleine Nutte. Du tust was man dir sagt, weil man dich dafür bezahlt. Du
hast Angst. Du bist gehorsam. Du kannst dich nicht wehren, egal was man mit
dir macht.'
Sein Mantra wirkte nicht ganz so gut wie sonst, als er die Augen wieder öffnete
und dem gierigen Blick des Magiers auswich, indem er sorgsam seine nackten Zehen
begutachtete, die in dem dicken Flokatiteppich beinahe verschwanden. Der Wunsch
den anderen anzuspringen und ihm hier und jetzt die Kehle rauszureißen
war übermächtig.
Vielleicht würde es helfen, wenn er sich möglichst stur und bockig
aufführte. Dann würde das blöde Arschloch es sich vielleicht
anders überlegen und es mit einem gefügigeren Jungen versuchen.
Aber dann würde er sich Kier stellen müssen. Und der würde gar
nicht erfreut sein, wenn Bray wieder einmal aus der Reihe tanzte. Zum wer weiß
wievielten Mal fragte sich Bray wie es die anderen schafften, das alles so einfach
über sich ergehen zu lassen. Kira - sie ertrug alles mit Galgenhumor und
einer gehörigen Portion Spott für ihre Kunden. Heath schien sich einfach
auszuklinken, als würde er gar nicht wirklich mitkriegen, was mit ihm passierte.
Und Orli - Orli schien es alles irgendwie unbeschadet wegzustecken, jedenfalls
zeigte er nie irgendwelche Sprünge in seiner coolen Fassade.
Sich selbst einen Ruck gebend, hob Bray ein wenig den Blick, den Magier unter
niedergeschlagenen Augen anblinzelnd. Besser eine Nacht mit diesem eingebildeten
Trottel als mit Kier.
'Mmmm, du bist wirklich ein Hübscher," murmelte Ewan,
als er langsam auf den Jungen zuging, mit den Händen leicht über die
nackte Haut des anderen streichend.
Ein wenig missbilligend nahm er die blauen und grünen Flecken wahr, die
ihm nun, da er direkt vor dem Jungen stand, viel deutlicher ins Auge sprangen.
Prüfend führ er mit den Fingern darüber, und sah wie der Blonde
versuchte, ein schmerzvolles Zusammenzucken zu unterdrücken.
"Bist es hart gewöhnt, was?" grinste Ewan, das unangenehme Gefühl
überspielend, das ihn plötzlich überkam. 'Der will es doch so.'
ermahnte sich Ewan 'verdient bestimmt nicht schlecht dabei.'
Wieder dieses heftige aufwallen von Zorn in der Aura des anderen, doch das Gesicht
blieb weiterhing unterwürfig, beinahe ausdruckslos.
Ewan lächelte vielsagend. Glaubte der kleine Schamane wirklich, er könnte
ihn verarschen? Wo doch jeder sehen konnte, daß er noch lange nicht gebrochen
war. Wahrscheinlich lief das Geschäft mit ihm auch genau deswegen so gut...
Eine Hand weiterhin auf dem nackten Bauch des anderen, ging Ewan langsam um
den Jungen herum, bis er genau hinter ihm zum stehen kam, und zog ihn dann mit
einem heftigen Ruck zu sich heran. Schnell legte er auch noch den anderen Arm
um dessen Hüfte, damit ihm seine Beute nicht entkam, und preßte sich
verlangend gegen ihn.
Ewan lachte, als er das wütende Aufkeuchen des anderen hörte, und
begann sich genüßlich an ihm zu reiben.
"Ja, genau... zeig mir, was du draufhast, Kleiner." stöhnte er
seinem 'Gefangenen' wollüstig ins Ohr. "Ich mach's dir wild und dreckig,
Süßer..."
Mit einem wütenden Knurren versuchte Bray sich aus dem
Griff des anderen zu winden. Was bildete die dreckige Sau sich ein?! Im letzten
Moment wurde ihm bewusst, was er da tat, und er kämpfte erneut den Haß
in sich herunter bis er drohte daran zu ersticken, während der Magier ihm
einen Arm um die Kehle legte, um ihn in einen sicheren Griff zu nehmen.
"Du kleiner Wildfang..." schnurrte die selbstgefällige Stimme
ihm ins Ohr und erneut spürte Bray den Impuls sich loszureißen. Aber
diesmal schaffte er es, sich zu beherrschen. Die andere Hand des Magiers griff
in Bray's Schritt und packte grob nach seinem Schwanz. Bray biß hart die
Zähne zusammen, sein Körper steif und unnachgiebig aber widerstandslos.
Er konnte deutlich spüren, wie das Glied des Magiers sich hart gegen seinen
Hintern preßte.
'Na toll, dachte er zynisch, während der Magier ihn in Richtung des samtroten
Bettes schob, 'nicht nur daß ich mich von einem arroganten Scheißkerl
ficken lassen muß, der auch noch ein Magier ist... nein... er steht auch
noch voll auf die harte Tour.'
Wahrscheinlich wäre es das beste gewesen, sich willig zu zeigen, aber Bray
brachte es einfach nicht über sich, sich gegen den Schwanz des anderen
zu drücken, sich wimmernd an ihm zu reiben, wie es eine gute kleine Nutte
tun sollte.
Innerlich verfluchte er sich für seinen maßlosen Zorn. Irgendwie
brachte dieser Kerl seine schlimmste Seite in ihm zum Vorschein. Wenn er nur
wenigstens die Klappe halten würde.
Mit einem ungeduldigen Schubser drängte Ewan den Jungen
aufs Bett, ihn mit einer Hand unten haltend, während er sich bereits die
Hose aufknöpfte. Normalerweise mochte Ewan es verwöhnt zu werden,
aber zum einen war dafür später noch genug Zeit, und zum anderen hatte
er so das Gefühl, das dieser hier nicht die Sorte Hure war, die stundenlang
ehrerbietig an einem Schwanz lutschen konnte. Oder wollte.
Eine Weile nestelte Ewan an der engen Lederhose des anderen herum, die zwar
heiß anzusehen war, sich aber als recht widerspenstig herausstellte. Genervt
riß und zerrte er schließlich an ihr, bis der Stoff endlich nachgab
und er ihn problemlos herunterschieben konnte.
Mit einem gierigen Keuchen drängte sich Ewan gegen das verlockende Fleisch
vor ihm, und rieb seine harte Erregung gegen die enge Spalte. Viel besser...
Wieder ein heftiges Knurren, beinahe wie von einem bockigen kleinen Hund. Ewan
lachte heiser und gab dem anderen einen heftigen Klaps auf den Hintern. Kleine
Hunde mußte man erziehen. Kleine Wölfe auch.
Und plötzlich explodierten Sterne hinter seinen Augen. Leider war es nicht
von einem alles überwältigenden Orgasmus, sondern von einem ziemlich
fiesen Tritt mitten ins Gesicht. Der kleine Scheißer hatte ihn getreten!
Hatte sich einfach blitzschnell zur Seite wegfallen lassen und ihm den Fuß
ins Gesicht gerammt.
Ewan's Kopf dröhnte und instinktiv griffen seine Hände nach dem kleinen
Klappmesser in seiner Tasche, während er mit den Augen blinzelte und gegen
das Schwindelgefühl ankämpfte, das ihn zu überwältigen drohte.
Er erwartete, daß der andere sich auf ihn werfen würde, versuchen
würde ihm den Rest zu geben, aber das geschah nicht. Ewan hielt sich die
geschwollene Wange, die wie verrückt pochte, und blickte in Richtung Bett,
mühsam fokussierend.
Dort hockte der Junge, eine Mischung aus verrauchendem Zorn, Befriedigung und
langsam aufkeimender Verunsicherung im Gesicht, seine Aura immer noch ein Meer
aus wildem Rot.
Sie starrten sich eine ganze Weile lang an, keiner gab auch nur einen Mucks
von sich, und es schien Ewan, als wären sie irgendwie beide fassungslos
über das, was soeben geschehen war.
'Oh mein Gott', war alles was Bray denken konnte, 'oh mein
Gott, ich bin so tot. Scheiße, Scheiße, Scheiße.' Der irgendwie
leere Blick des Magiers machte ihm plötzlich richtig Angst. Immerhin konnte
es durchaus sein, daß der Kerl gut genug war ihn jetzt einfach zu rösten.
Auf dem Gesicht des Magiers bildete sich langsam ein deutlicher roter Fleck,
wo Bray ihn getroffen hatte. Das würde einen schönen Bluterguß
geben. Was hatte er sich bloß dabei gedacht?
'Gar nichts', antwortete ein bösartiges kleines Stimmchen in Bray's Kopf,
'wie üblich'. Bray schluckte hart und versuchte irgendwelche Worte zu finden,
die den anderen irgendwie besänftigen konnten.
"Ich... ähm..." stammelte er, sich vom Bett hochrappelnd. "Das...
tut mir leid..." brachte er hervor und fügte dann noch eilig ein "Sir."
an.
Ewan nickte vorsichtig. Der Schmerz war einem dumpfen Pulsieren
gewichen, doch seine Wange schien irgendwie doppelt so dick. Und immer noch
drehte sich alles leicht. In diesem Zustand war es wirklich besser, die Situation
erst mal zu entschärfen. Auf einen Zauber hätte er sich jetzt unmöglich
konzentrieren können, und an Verteidigung war somit kaum zu denken. Das
war nun mal der Nachteil bei Magiern. Lange Vorbereitungszeit, ewiges Sprüchemurmeln,
und wenn man nicht sehr weit fortgeschritten war, in den meisten Fällen
auch noch magische Utensilien. Er kannte nur sehr wenige Zauber, die er mal
so eben aus dem Ärmel schütteln konnte, aber er würde den Teufel
tun und das den anderen wissen lassen.
Das beste war, so zu tun, als hätte man die Lage vollkommen im Griff. 'Cool
wirken,' dachte sich Ewan, und versuchte es so leichthin wie nur möglich
aussehen zu lassen, als er sich schließlich auf einer Hand abstützte
und sich vorsichtig aufrappelte.
Tapfer biß er die Zähne zusammen und ging 'ganz lässig' zu einem
der Plüschsessel, um sich hineinplumpsen zu lassen. Nervosität und
Schuldgefühl des anderen schwappten wie eine schwere Welle zu ihm herüber,
viel zu intensiv, als das es hätte unbewußt oder zufällig sein
können. Der Junge hatte Panik. Versuchte ihn zu besänftigen. Und irgendwie
versöhnte das Ewan wieder ein wenig. Wenigstens würde der Kleine jetzt
bestimmt alles tun, um ihn zufrieden zu stellen.
"So 'hart' wollte ich's nun auch wieder nicht, Hübscher," murmelte
er versöhnlich und grinste schief. Seine Wange fühlte sich an, als
würde sie sich zu einem dicken Ballon aufblasen.
So ganz langsam beruhigte sich Brays Herzschlag wieder und
er bekam das aufbrandende Gefühl der Panik in den Griff. Der Magier thronte
in einem der Sessel und wirkte abgesehen von seinem anschwellenden Gesicht erstaunlich
ruhig.
Zum ersten Mal nahm sich Bray die Zeit, ihn tatsächlich in Augenschein
zu nehmen, während er versuchte, sich darüber klar zu werden, was
er jetzt am Besten tun sollte. Schlecht sah der Kerl tatsächlich nicht
aus. Bray schätzte ihn auf irgendwas um die zwanzig. Also nur wenige Jahre
älter, als er selbst war. Etwas struppig aussehende dunkle Haare fielen
ihm bis auf die Schultern. Schlank, hochgewachsen, nicht übermäßig
kräftig. Aber welcher Magier brauchte schon Kraft? Seine Beine steckten
in engen Jeans und er trug ein T-Shirt von irgendeiner Band. Schwere Motorradstiefel
und eine dazu passende Lederjacke vervollständigten das Bild. Bray wäre
jede Wette eingegangen, daß der Kerl ein Motorrad vor der Tür stehen
hatte.
Bray erhob sich langsam vom Bett. Okay... der Magier war nicht übermäßig
sauer. Aber es konnte nicht schaden einen auf niedlich und verletzlich zu machen.
Also tapste er zu ihm hinüber, die Augen schüchtern niedergeschlagen.
Er war sich durchaus bewußt, daß er nicht unbedingt bestens aussah,
sein ganzer Körper mit blauen Flecken und Kratzern von den Orks übersäht.
Aber es schien zu genügen, die Aufmerksamkeit des Magiers wieder auf erfreulichere
Dinge, als seine schmerzende Wange zu lenken.
Mit geübter Unterwürfigkeit ließ sich Bray vor dem Magier auf
die Knie sinken und legte den Kopf gegen sein Knie. Dann sah er bettelnd zu
ihm hoch. "Nicht böse sein? Ich mach es auch wieder gut..."
'Himmel,' dachte sich Ewan, 'der Kleine kann verdammt niedlich
sein, wenn er will.'
Er widerstand dem unangebrachten Impuls, dem Jungen vor sich übers Haar
zu streichen, und schloß für einen Moment die Augen, um sich zu sammeln.
'Niemals ablenken lassen, niemals unachtsam werden.'
"Na schön," grummelte er statt dessen, bemüht sein Gesicht
streng wirken zu lassen. "Ich geb dir noch `ne Chance, Kleiner. Versau's
nicht wieder."
Mit einem leisen aufopferungsvollen Seufzen - beinahe als würde er dem
anderen damit einen Gefallen tun - zog er den Jungen zwischen seine Beine und
legte eine Hand in dessen Nacken, um ihn zu seinem Schritt zu drängen.
"Nur schön hart machen, verstanden?" grunzte er arrogant. "Kommen
will ich in deinem Arsch, Süßer."
Und da war es wieder... ein plötzliches aufflackern von ungezügelter
Wut, ein astrales Fauchen seines Wolftotems, aber diesmal erstickte der Junge
es im Keim, nickte nur ergeben, und Ewan pattete zufrieden seinen Kopf.
Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen. Nicht dran denken,
wie die blutigen Fetzen der Magierleiche an der Decke und an den Wänden
kleben. Nicht dran denken, wie seine verwirrt, ängstlichen Augen im Flokatiteppich
liegen und erst von der Putzfrau gefunden werden. Oh lieber Himmel... war schon
jemals etwas so schwer gewesen?
Widerstandslos ließ sich Bray von der führenden Hand zum Schritt
des Magiers schieben. Seine Finger zogen beinahe mechanisch den Stoff der Jeans
auseinander um das Glied des Magiers zu entblößen, das jetzt nicht
mehr so hart war, wie vor Brays wohlgezieltem Tritt.
Noch einmal tief einatmen, sich weiter vorbeugen, langsam und verführerisch
an der Unterseite entlanglecken. Die Zunge sanft um die Spitze kreisen lassen,
dann wieder nach unten lecken und kokett nach oben zum Kunden sehen.
Die Routine war durch hundertfaches Wiederholen in Bray’s Gedächtnis
eingegraben und lief beinahe automatisch ab. Der Magier merkte nichts davon,
sondern ließ sich mit einem wohligen Seufzer tiefer in den Sessel sinken,
eine Hand leicht auf Bray’s Hinterkopf, kein Auge von ihm lassend.
Erneut leckte Bray an dem Schwanz in seinen Händen entlang, um ihn dann
langsam in seinen Mund zu saugen. Nach den dreckigen und überdimensionierten
Orkschwänzen mit denen er den bisherigen Tag verbracht hatte, war das hier
ein Kinderspiel. Langsam ohne Pause nahm er ihn immer weiter in den Mund bis
er gegen seine Kehle stieß, und dann noch weiter bis er ihn ganz geschluckt
hatte.
Das Geräusch, das der Magier von sich gab, war eine Mischung aus Wimmern
und Stöhnen, und sein Schwanz wurde schnell hart, während Bray ihn
mit der Zunge massierte und mit den Lippen an ihm auf und ab glitt.
"Oh jaahh... das is gut...hmm..." Ewan keuchte heftig
und sah mit glasigen Augen zu, wie sein Schwanz wieder und wieder in dem feuchtglänzenden
Mund des blonden Jungen vor ihm verschwand. Der Kleine war phantastisch... Konnte
seinen Schwanz schlucken, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.
Ewan's Hand begann sich heftiger in den Haaren des anderen zu verkrallen, unentschlossen,
ob er ihn zu einem schnelleren Rhythmus zwingen sollte, oder ob er ihn auffordern
sollte, aufzuhören, damit sie dieses Spiel auf einem anderen Level fortsetzen
konnten. Sich auf die Lippe beißend, entschied er sich schließlich
für letzteres.
Mit einem beinahe gequälten Wimmern ließ er seinen steinharten Schwanz
aus dem Mund des Jungen gleiten und gestikulierte ihm, sich auf seinen Schoß
zu setzen.
"Reit mich, Wildfang..." preßte er heiser hervor, seine Finger
gnadenlos in die Hüften des anderen grabend, die blaugrünen Flecken
dort vertiefend.
Ohne Zögern kam der blonde Junge dieser Aufforderung nach, seine Aura spiegelte
ausschließlich Unterwürfigkeit und Konzentration wieder, als er sich
mit beiden Händen auf der Sessellehne abstützte, und sich langsam
auf Ewan niederließ. Er schien von seinen vorangegangenen Kunden immer
noch ausreichend geweitet, so das er mühelos auf Ewan gleiten konnte, und
doch biß er sich mit leicht verzogenem Gesicht auf die Unterlippe, als
der harte Schwanz ihn langsam aufspießte.
Man hatte ihm wohl heute wirklich schon einiges zugemutet. Doch dann begann
sich der Kleine erst erregend langsam, dann heftiger auf ihm zu bewegen, und
Ewan kümmerte sich nur noch um sich selbst. Ja, das war verdammt gut...genau
das, was er gebraucht hatte. Energisch stieß er seine Hüften nach
oben, bemüht noch tiefer in dem anderen zu versinken.
Bray biß fest die Zähne zusammen und ließ
den Kopf in den Nacken fallen. Er wollte nicht stöhnen vor Schmerzen. Dann
hätte der Magier nur auch noch gedacht, daß es ihm gefiel. Und er
wollte auch nicht, daß der andere sah, wie sich sein Gesicht schmerzhaft
verzog. Dazu war er zu stolz.
Als er ein erstes unkontrolliertes Grunzen hörte, streckte er vorsichtig
seine magischen Sinne nach der Aura des Magiers aus, um sich auf ihn einzustimmen,
um genau die richtige Geschwindigkeit zu finden, die zu einem schnellen Orgasmus
führen würde. Lange würde er das nicht durchhalten, ohne Magie
einzusetzen, um sich zu heilen. Und das würde sicher nicht unbemerkt bleiben.
Trotz seiner fest geschlossenen Lippen entkam ihm ein leises Wimmern, als der
harte Schwanz sich noch tiefer in ihn hineinbohrte, sich rücksichtslos
und fordernd in ihm bewegte. Es tat weh. Einfach nur höllisch weh. Aber
es gab nichts, was er dagegen tun konnte.
Die Aura des Magiers leuchtete in leidenschaftlichem Rot. Wirbelnde Farbschlieren
zogen sich um seine Lenden zusammen und Bray erhöhte noch einmal das Tempo,
mit dem er sich selbst aufspießte.
'Gleich ist es vorbei,' betete er sich selbst vor und zog noch einmal Kraft
daraus.
Dann gruben sich die Finger des Magiers tief in das Fleisch seiner Hüften
und er stöhnte laut auf, seinen Schwanz tief in Bray stoßend und
dort verharrend, während er sich in ihn ergoß.
Bray spürte seine Aura flackern, spürte wie der Magier für einen
Moment die Kontrolle über seine Wahrnehmungen verlor und nutze diese Chance,
um einen Heilzauber zu wirken, der die zahlreichen inneren und äußeren
Prellungen abschwächte und die Schmerzen lindern würde. Nichts, was
eine sichtbare Spur hinterlassen, nichts was sich nachweisen ließ. Aber
genug, um ihm ein kleines Lächeln zu ermöglichen, als der Magier wieder
zu Sinnen kam und die Augen öffnete.
Die Nacht war noch lang.
Es dauerte eine ganze Zeit, bis Ewan endlich wieder die Augen
öffnete und sich mit einem Seufzen aus dem Körper des anderen zurückzog.
Es fühlte sich so gut an, eingebettet in dieser Wärme... Ein leises
Wimmern ließ ihn kurz innehalten und er sah gerade noch wie der Junge
hastig versuchte, dieses leichte Lächeln auf seinem Gesicht zu halten,
das Ewan glauben gemacht hatte, der andere hätte es auch genossen. War
es etwa nicht so gewesen? Der Magier runzelte die Stirn. Dieses leichte Wimmern...
unbewußt hatte er es die ganze Zeit über gehört, hatte es für
Ekstase gehalten... Sein Blick fiel auf die dunklen Flecken, die Prellungen
und Blutergüsse am Körper des anderen, und ihm wurde klar, das der
Spaß wohl ausschließlich auf seiner Seite gewesen war.
Verdammt, jetzt fühlte er sich ein klein wenig schuldbewußt. Unsicher
strich Ewan mit der Hand über die blauen Flecken, so als könnte er
sie damit wieder verschwinden lassen. Zu dumm, das er sich mit Heilmagie nicht
besonders auskannte.
Er schaute den Jungen auf seinem Schoß nachdenklich an. Es hatte ihm wirklich
gefallen heute. Er hatte was besonderes haben wollen, und hey, das hatte er
wohl auch gekriegt. 'Mal was ganz anderes, wie die ‚normalen' kuschligen
verlogenen Nutten,' dachte er. Dieser Bray hatte echt Feuer... Wie es wohl war,
wenn er vor Lust wimmerte? Wenn er sich in Erregung unter ihm wand? 'Das nächste
Mal', schwor er sich, und zwinkerte dem anderen in einer seltsam vertrauten
Geste zu.
"Vielleicht is besser ich komm ein anderes Mal wieder..." sagte er
dann, und schob den blonden Jungen vorsichtig von sich herunter. "Ich weiß,
ich hab die ganze Nacht bezahlt, aber... naja, ich glaub für's erste reichts
mir." Ewan grinste schief, und hielt sich wie zur Erklärung die Hand
an die Wange. Es war besser, wenn der andere nicht auf die Idee kam, das Ewan
ihm hier einen Gefallen tat. Sowas war niemals gut.
Ein wenig bedauernd, aber mit dem Gefühl das richtige zu tun, knöpfte
sich Ewan die Hose zu, und stand auf, um zu gehen. Er wußte, er würde
wiederkommen, schon bald.
Schweigend öffnete der Junge ihm die Tür, den Kopf immer noch leicht
ergeben gesenkt. "Also dann, Bray, bis zum nächsten Mal," quetschte
Ewan heraus, und einem plötzlichen enthusiastischen Impuls folgend, streckte
er die Hand aus, und wuschelte dem anderen über die Haare.
Bray's Kopf schoß hoch, und für einen Moment blickten sie sich wieder
verblüfft und in sprachloser Verwirrung an. Dann drehte sich Ewan so schnell
es ging auf dem Absatz um, während Bray hinter ihm hastig die Tür
schloß.
If you enjoyed this story, please send feedback to: Beryll & Vagabond